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Der Habacher Weiher braucht für den Hochwasserschutz einen stärkeren Damm (Vordergrund).

Hochwasserschutz

Planungsstress am Habacher Weiher

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Der Habacher Weiher soll für Schutz vor Hochwasser sorgen. Doch bis der Ausbau starten kann, sind viele Pläne und Gutachten nötig. 

Habach – Der Ausbau des Habacher Weihers für den Hochwasserschutz der Gemeinde geht in seine heiße Phase. Heuer gehen die Pläne in das Genehmigungsverfahren. Die Ertüchtigung des 1975 in der Flurbereinigung angelegten Weihers als Rückhaltebecken ist wesentlicher Bestandteil im Hochwasserschutz-Konzept, das die Gemeinde Habach umsetzen will – und gemäß Wasserwirtschaftsamt Weilheim auch muss.

Derzeit sitzt das Pollinger Fachbüro „Kokaj“ an den Planungen. Die Ausgangslage ist klar: Der Weiher, gelegen am westlichen Ortsrand, genügt den Anforderungen bei einem Jahrhunderthochwasser nicht mehr. Bei extremem Starkregen besteht die Gefahr, dass der ausleitende Bach derart anschwillt, dass das weiter unten gelegene Dorfgebiet überschwemmt wird. Klar ist auch, dass die Gemeinde Geld investieren muss. Die Baukosten gab Rathauschef Michael Strobl in der Bürgerversammlung mit geschätzten 540 000 Euro allein nur für die Arbeiten am Damm an. Denn dieser muss ertüchtigt werden – den Weiher einfach ab lassen und als Trockenbecken für den Unwetterfall zu nutzen geht aus Naturschutzgründen nicht, so Strobl. Es müssen auch Überflutungsflächen geschaffen werden. Und eine große Frage ist laut Strobl zu klären: Wie viel Wasser kann aus einem vollgelaufenen Weiher abgelassen werden, ohne dass der Dorfbach überläuft?

Doch so weit sind sie noch nicht in Habach. „Planung und Nachweise sind sehr aufwändig“, seufzte Strobl. Wenigstens ist die Vorplanung mit dem Ingenieurbüro abgestimmt. Eine vorläufige Fassung erwartet der Bürgermeister heuer bis Mai. Im Juni und Juli möchte Strobl den Entwurfsplan abstimmen, auch mit dem Wasserwirtschaftsamt. Die endgültige Genehmigung könnte im August im Rathaus eintreffen. Damit nicht genug: Zwischen April und Juni liegen auch Gutachten und Planungen für Geotechnik und Tragwerksplanung vor. Und dann wären da noch die laut Strobl allein sechs Verfahren für den landschaftlichen Begleitplan, der ebenfalls im Juni abgeschlossen sein soll. Für 19. Juni hat der Bürgermeister zudem eine Infoveranstaltung mit den betroffenen Anliegern angesetzt. Mit ihnen muss über einen Ausgleich für ihre Grundstücke, die im Fall einer Rückstauung des Weihers überflutet werden, gesprochen werden. Die Verhandlungen sollen bis August in trockenen Tüchern sein.

Wenigstens ist das zweite Großprojekt beim Habacher Hochwasserschutz angelaufen: Wie berichtet, starten im April die Arbeiten für den ökologischen Ausbau des Achgrabens im Bereich Obermühle. Den 405 000 Euro umfassenden Auftrag hatte der Gemeinderat kürzlich einstimmig an eine Lenggrieser Baufirma vergeben. Für 75 Prozent der förderfähigen Kosten gibt es einen staatlichen Zuschuss. Der Lothdorfer Bach wird auf rund 200 Metern Länge freigelegt, es werden steinerne Rampen und vor allem eine Fischtreppe installiert. Ende Juli soll alles fertig sein.

Das komplette Hochwasserschutzkonzept wird für die Gemeinde Habach nicht billig. „Wir müssen viel Geld in die Hand nehmen“, kündigte der Rathauschef in der Bürgerversammlung vorsorglich an. Strobl nannte eine erste Schätzung von 5,3 Millionen Euro.

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