Der Benediktinermönch Pater Nikolaj Dorner wird neuer Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Habach.
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Der Benediktinermönch Pater Nikolaj Dorner wird neuer Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Habach.

Pfarreiengemeinschaft Habach

Seelsorger voller Leidenschaft - ein Benediktinermönch und Buchbinder kommt als neuer Pfarrer

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Pater Nikolaj Dorner wird Nachfolger von Pfarrer Peter Seidel in der Pfarreiengemeinschaft Habach. Die Gläubigen bekommen damit einen leidenschaftlichen Seelsorger mit großer Liebe zur byzantinischen Liturgie, der sich aber auch für die weltlichen Seiten des Lebens begeistert.

Habach – Das erste, was einem auffällt, wenn man mit Pater Nikolaj telefoniert, ist sein Lachen. Denn der 50-jährige Benediktinermönch der Abtei Weingarten lacht fast nach jedem Satz und versucht auch gar nicht erst, seine fröhliche Laune und seine ungezwungene Art zu unterdrücken.

Aufgewachsen in Bad Waldsee in Oberschwaben, sei er schon früh in der Pfarrei als Ministrant tätig gewesen. Sehr viel Freude habe ihm diese Arbeit gemacht, durch die er immer stärker „in den Glauben hineingewachsen“ sei, so dass für ihn schon als Jugendlicher klar gewesen sei, dass er Priester werden wollte. Mit 14 Jahren habe er dann seine erste Messe in byzantinischer Liturgie mitgefeiert. „Das hat mich sehr gepackt und war meine erste Gotteserfahrung“, erinnert er sich rückblickend.

Weil er mehr über die osteuropäische Kirche lernen wollte, habe er schon als Jugendlicher gerne und oft das Kloster Weingarten besucht, bevor er dort mit 21 Jahren sein Noviziat begann.

Nikolaj Dorner machte Lehre zum kunsthandwerklichen Buchbinder

Weil die Kloster-Leitung aber gewollt habe, dass er nicht nur Mönch wird, sondern auch einen weltlichen Beruf erlernt, der einen Bezug zu Glaube und Kirche hat, habe er außerdem eine Lehre zum kunsthandwerklichen Buchbinder absolviert. Ausbildungsort war unter anderem die Erzabtei St. Ottilien im Landkreis Landsberg.

Zusätzlich studierte Dorner in Salzburg Theologie und Philosophie und spezialisierte sich auf die Ost-Kirche und den gregorianischen Gesang. Im Laufe der Jahre habe er auch zahlreiche Fachartikel zum Thema „Orthodoxie“ geschrieben und Vorträge darüber gehalten, erzählt der Geistliche, der bis heute zwei Kunstkalender über Ikonen herausgibt.

Leidenschaft für die orthodoxe Kirche

Nach Ausbildung und Studium sei er dann viel in der Welt herumgereist, erzählt er: unter anderem auf den Balkan, nach Griechenland, Indien oder Ägypten. Immer habe ihn seine Leidenschaft für die orthodoxe Kirche angetrieben und sein Wunsch, mehr über sie zu lernen.

Seit 13 Jahren ist Dorner nun in der Diözese Augsburg tätig. Und zwar konkret als Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft St. Georg/St. Max/ St. Simpert im Bistum Augsburg. Außerdem betreut er als Seelsorger das Krankenhaus Vincentinum und unterrichtet als Religionslehrer an der Elias-Holl-Schule in Augsburg. Alle diese Tätigkeiten hätte er vermutlich weiter ausgeübt. Da die Diözese derzeit aber personell „umstrukturiert“ werde, habe ihn der Generalvikar gefragt, ob er nicht die frei werdende Pfarrerstelle in der Pfarreiengemeinschaft Habach übernehmen wolle – und er wollte. „Ich freue mich darauf, hier Pfarrer zu sein“, betont Dorner, und die Art, wie er diesen Satz sagt, lässt keinen Zweifel daran, dass er ihn auch so meint. Aus tiefstem Herzen sei er ein Mann Gottes, denn: „Wenn ich etwas tue, tue ich es mit Leidenschaft – oder ich lasse es.“

Sein erster Eindruck? „Herrlich“

Gekannt habe er Habach und seine Umgebung bis zur besagten Frage des Generalvikars nicht. Nur das Kloster Benediktbeuern und der Markt Murnau waren ihm ein Begriff. Mittlerweile war Dorner aber „schon mindestens sechs Mal“ im südlichen Oberbayern. Er hat die Dörfer der Pfarreiengemeinschaft besucht und sich mit verschiedenen Menschen getroffen. Sein erster Eindruck? „Herrlich“, sagt Dorner, und man kann seine Begeisterung förmlich durch den Telefonhörer spüren. „Herzerfrischend“ seien seine ersten Begegnungen mit Menschen aus Habach, Sindelsdorf, Antdorf und Obersöchering gewesen.

Ernannt als ihr neuer Pfarrer, also Nachfolger von Peter Seidel, sei er ab dem 1. September. Da aber noch Restaurierungsarbeiten im Habacher Pfarrhof anstünden, werde er vermutlich erst Mitte des Monats einziehen. Kommen werde er „sicher nicht als der große Reformator“, der alles, was sein Vorgänger gemacht hat, umwirft, beruhigt er. „Ich werde mir Zeit lassen, mir alles anzuschauen.“ Fest stehe aber, dass er Religion an den Schulen in Habach und Obersöchering unterrichten wird.

Seine Leidenschaft für die Orthodoxie wird ihn ebenso ins Oberland begleiten wie sein Spaß am Kochen und seine Liebe zum Gärtnern, der er im weitläufigen Pfarrgarten von Habach wird frönen können.

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