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Aufregung im Jahr 1811: Mare Gschwedner (Evi Spensberger), Tochter Vevi (Elisabeth Huber, links) sind entsetzt, als Leutnant Lefebre (Michael Aigner jun., rechts) ihren Hof für die Einquartierung eines Franzosen besichtigt. Luggi Hastreiter (Peter Schaloudek, 3. v.r.) übersetzt. Der „Bot“ (Klaus Sonner, 2.v.r.) steht den Frauen bei.

Theaterpremiere in Habach

Spritzige Dorfgeschichte in drei Akten

Die Habacher Theater feierten Premiere: „Da Franzosenzipfe“ entführt in das Dorfgeschehen von 1811. Ein herrliches Stück zum Lachen. Doch es gibt auch ernste Momente.

Habach – Wenn man eine Inszenierung von Laienschauspielern hierzulande besucht, dann trifft man ja oft auf Stücke derselben Autoren. Peter Landstorfer ist so einer, dessen Komödien man auf den Bühnen rundumadum gern rauf und runter spielt. Dass sich aber im eigenen Ort im Laufe der Jahrhunderte genug Spannendes und Amüsantes angesammelt hat, um daraus alljährlich ein Stückerl zu komponieren, beweist die Theatergruppe Habach nun bereits zum zweiten Mal.

Am Ostermontag feierte das Stück „Da Franzosenzipfe“ aus der Feder des Habachers Thomas Kirnberger Premiere. Und was soll man sagen: Wer einen Kirnberger zum Autor hat, der kann gut und gern auf die Landstorfers dieser Welt verzichten. Das Stück versetzt die Zuschauer ins Habach des Jahres 1811, als im ganzen Dorf französische Soldaten einquartiert werden. Für die verwitwete Mare Gschwendner (einfach herrlich biestig gespielt von Evi Spensberger), Tochter Vevi (Elisabeth Huber) und Magd Fanny Goldhofer (Evi Feigl) Grund zur Panik. Von zu vielen Gräueltaten der Franzosen hat man schon gehört in Habach.

Basierend auf der historischen Tatsache des Bündnisses zwischen Frankreich und Bayern mixt Kirnberger eine äußerst amüsante Komödie und bestückt sie mit eigenwilligen Charakteren, denen die insgesamt acht Darsteller überzeugend Leben einzuhauchen verstehen. Dank hervorragend einstudierter Rollen machen es die Darsteller den Zuschauern leicht, sich der Fiktion hinzugeben, inmitten der Bauernstube Platz zu nehmen und in die Illusion vom Habach anno dazumal einzutauchen. Herrlich leicht gehen ihnen die einstudierten Texte von der Hand, die Pointen sitzen, und spätestens als die Magd am Ende des ersten Aktes mit der Mistgabel in der Hand in die Stube stürzt, um den Franzosenzipfe, den Sauhund, aufzuspießen, kann man sich im Saal des „Trödlers“ kaum mehr auf den Plätzen halten vor Begeisterung. Aber Kirnberger ist nicht nur ein herrliches Stückerl zum Lachen gelungen. Über Liebeleien, das Leben der Kleinbauern von einst und garniert mit deftigen Humor. Wer genauer hinhört, der kann in dem äußerst spaßigen Dreiakter ganz Aktuelle und durchaus ernste Themen entdecken: etwa über das Fremdsein in einem anderen Land. Über die Vorurteile von Einheimischen gegen Fremde. Oder über den Kulturschock derjenigen, die sich plötzlich in einem fremden Land zu Recht finden müssen. Im Ganzen ist das Stück gut durchdacht und sind die Dialoge spritzig und amüsant. Lediglich der Schluss kommt etwas überstürzt daher und ist etwas unbefriedigend.

Weitere Spieltermine sind Freitag und Samstag 21./22. April, sowie Freitag und Samstag, 28./29 April. Karten gibt es im Vorverkauf unter der Telefonnummer 08847/6006 (Agnes Greinwald). Der Eintritt kostet 8 Euro. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im „Trödler“. Einlass mit Bewirtung ab 18 Uhr. Infos auf www.theatergruppe-habach.de.

Franziska Seliger

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