Im November 2014 wurde mit dem Bau des „Haus südSee“ begonnen, 2015 wurde es bezogen, und am Freitag war Einweihung. Im Bild (v.l.) Manfred Fent, Sabine Demmel von der Aktion „Sternstunden“, die 400 000 Euro spendete, sowie die „südSee“-Mitarbeiter Alexandra Windisch und Hans Wagner.  Foto: Gronau

Kinder- und Jugendhilfe "südSee" in Seeshaupt

Ein Zuhause für neun junge Leute

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In Seeshaupt ist  das Zuhause von neun jungen Menschen eingeweiht worden: das „Haus südSee“. Dieses ist im Ort die zweite Einrichtung des Vereins„südSee“, der sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert.

Seeshaupt – Luftballons in verschiedenen Farben wiesen am Freitag den Weg zu dem Neubau an der Schechener Straße in Seeshaupt, der von den Bewohnern schon im vergangenen Sommer bezogen worden ist. Die jungen Menschen, die derzeit dort leben, sind acht bis 20 Jahre alt, wie Juliane Otten, eine der Betreuerinnen, bei einem Rundgang durch das Gebäude erklärte. Die Gründe, weshalb sie im „Haus südSee“ wohnen, sind unterschiedlich – Vernachlässigung durch die Eltern gehört genauso dazu wie das Erleiden körperlicher Gewalt.

Das Haus an der Schechener Straße soll den Kindern und Jugendlichen – sie sind von der „Villa südSee“ an der St. Heinricher Straße dorthin gezogen – eine angenehme Atmosphäre bieten. Die Küche mit der großen Sitzecke kann genauso als Treffpunkt für die Bewohner und ihre Gäste dienen wie das Wohnzimmer mit der blauen Couch und der Garten. Jeder Bewohner hat zudem einen eigenen Bereich: Im ersten Stock reiht sich ein Zimmer ans andere, auch unter dem Dach ist ein Zimmer, und im Erdgeschoss gibt es eine kleine Wohnung für den mit 20 Jahren ältesten Bewohner. In die Dorfgemeinschaft seien die Bewohner gut integriert, sagte Otten – „es gibt hier noch eine einigermaßen heile Welt des dörflichen Zusammenlebens“.

Dass die jungen Menschen im Ort „herzlich willkommen“ sind, hob später Bürgermeister Michael Bernwieser bei seiner Ansprache hervor. Die Bewohner des „Haus südSee“ fügten sich gut in die Dorfgemeinschaft ein. „Sie gehören einfach zu uns“, so Bernwieder. „Ich habe nicht einmal irgendeinen Hauch eines Negativen erlebt.“ Bevor Bernwieser sprach, hatten der Vorsitzende des Vereins „südSee“, Manfred Fent, und zwei seiner Mitarbeiter bereits über das Projekt „Haus südSee“ gesprochen. Geweiht wurde die neue Einrichtung dann durch den katholischen Pfarrer Mladen Znahor und die evangelische Pfarrerin Sandra Gassert.

Das "Haus südSee" ergänzt die 2007 eröffnete "Villa südSee", in der jetzt Kinder von fünf bis 13 Jahren untergebracht sind.  Es gehört im Gegensatz zur "Villa südSee" dem Verein selbst und wurde laut Mitarbeiter Hans Wagner aus Spenden und über Kredite örtlicher Banken finanziert. Das etwa 2100 Quadratmeter große Grundstück, auf dem der Neubau steht, kostete nach den Worten Fents 750000 Euro. Die Baukosten lagen bei 1,28 Millionen Euro. 

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