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Recyclinghof in Peißenberg: Herbe Kritik an Zu- und Abfahrt - „Unzumutbare Zustände“

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Von: Bernhard Jepsen

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Selbst bei Regenwetter herrscht im hinteren Bereich des Recyclinghofs in Peißenberg an der Grüngutsammelstelle reger Betrieb.
Selbst bei Regenwetter herrscht im hinteren Bereich des Recyclinghofs in Peißenberg an der Grüngutsammelstelle reger Betrieb. © Jepsen

Die Verkehrsanbindung zum Peißenberger Recyclinghof ist alles andere als optimal. Vor allem die als Sackgasse konzipierte Zu- und Abfahrt zur Grüngutsammelstelle ist ein Nadelöhr. In der jüngsten Bauausschusssitzung war von „unzumutbaren Zuständen“ die Rede.

Peißenberg – Wer an Samstagvormittagen oder zu anderen Stoßzeiten zur Grüngutsammelstelle „Am Holzgarten“ fährt, um seine Gartenabfälle zu entsorgen, der braucht gute Nerven: Auf der Zufahrt, die gleichzeitig auch die Abfahrt ist, herrscht bei Hochbetrieb verkehrstechnischer Ausnahmezustand. Von den Wendemanövern direkt an der Sammelstelle ganz zu schweigen. Und der bauliche Zustand des An- und Abfahrtswegs ist nicht gerade der beste.

Einbetonierte Schienenstränge sorgen für Probleme

Was erschwerend hinzu kommt: In der Straße sind aus früheren BHS-Zeiten Schienenstränge einbetoniert. Das sorgt speziell bei Fahrten mit Anhänger für Probleme. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses brachte Jürgen Forstner das Thema aufs Tapet. Der Gemeinderat der Freien Wähler sprach von „unzumutbaren Zuständen“ und einem „leidigen Kapitel“. Am Recyclinghof selbst, so differenzierte Forstner, werde von den Mitarbeitern gute Arbeit geleistet. Aber die Zu- und Abfahrtssituation sei eine „totale Katastrophe“. Es bestehe dringender Handlungsbedarf: „Für einen Ort mit knapp 13 000 Einwohnern ist das eine Zumutung. Wir müssen uns da im Sinne unserer Bürger etwas einfallen lassen“, erklärte Forstner: „Ich möchte, dass wir das Thema bearbeiten.“

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Ins gleiche Horn stieß Matthias Bichlmayr. Verbal setzte der Fraktionssprecher der Grünen sogar noch eins drauf: „Die Sackgassensituation am Recyclinghof ist beschissen – vor allem, wenn man mit Hänger fährt.“ Nach Auskunft von Frank Zellner (CSU) hat die Rathausverwaltung das Thema „auf der To-do-Liste“. Wie der Bürgermeister auf Nachfrage der Heimatzeitung bestätigt, gebe es bereits „lose Gespräche“ mit der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA). Selbige, so Zellner, sei „bereit“ für Veränderungen in der Zu- und Abfahrtssituation.

Baustellenzufahrt könnte künftig anders genutzt werden

Eine Variante hat der Rathauschef schon ins Visier genommen – nämlich die provisorische Baustellenzufahrt zum Regenrückhaltebecken, das derzeit südwestlich des Recyclinghofs errichtet wird. Nach Abschluss des Hochwasserschutz-Projekts könnte die asphaltierte Serpentinenstraße zur Hochreuther Straße hin für andere Zwecke genutzt werden – beispielsweise für eine Zu- oder Abfahrt zum Recyclinghof. Dadurch könnte man eine Einbahnstraßenregelung einrichten. Zellner spricht im Zusammenhang mit der möglichen Umnutzung der Baustellenzufahrt von einer „Wunschvorstellung“. Im Umfeld des Gemeinderats gibt es Stimmen, die eine generelle, verkehrstechnische Überplanung des Einkaufsparks, des Geländebereichs an der ehemaligen BHS-Stahlbauhalle und des Recyclinghofs fordern.

Störende Schienen sollen abgedeckt werden

Bekanntlich gibt es zudem Pläne, den östlichen Kraftwerksbau städtebaulich mit Wohnungen, Büros, Gewerbe und Gastronomie zu nutzen. Auch die Firma „BlueFlux Energy“, die ein Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff entwickelt hat, plant, ihren Firmensitz von der Bergwerkstraße zu verlagern. Im Gespräch ist das westliche Freigelände neben der Stahlbauhalle. Und dann steht noch ein Investor für den ehemaligen Grillo-Parkplatz in den Startlöchern. Doch wie gesagt: Eine verkehrstechnische Gesamtplanung gibt es noch nicht. Und was ist mit den Schienensträngen am bestehenden Zu- und Abfahrtsweg zur Grüngutsammelstelle? Eine Entfernung der einbetonierten Gleise wäre laut Bürgermeister Zellner mit hohem Aufwand verbunden und „nicht wirtschaftlich“. Der Bauhof habe nun Stahlplatten gefertigt, die auf die Schienen als Abdeckung draufgeschweißt werden sollen.

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