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So ist der aktuelle Stand: Bürgermeister Helmut Dinter (stehend) bei der Infoveranstaltung.

Infoveranstaltung in Forst

Hitzige Diskussion ums Bauland

Forst - Rund 50 Interessierte waren zur  Infoveranstaltung  zu Bauvorhaben gekommen. Nicht wenige Anwohner  hatten Einwände.

 Eine Infoveranstaltung jagt in Forst derzeit die nächste. Nach der kleinen Flurbereinigung stand in Gasthof „Zum Eibenwald“ das Thema „Bauen“ in Forst auf der Tagesordnung. Beim Bauen waren deutlich mehr Emotionen in der Diskussion als bei der Flurbereinigung zuvor.

Der Ablauf war zunächst aber ähnlich. Bürgermeister Helmut Dinter stellte das Konzept und das Planungsverfahren vor. Dazu gab Gemeinderat Hermann Lautenbacher einen kurzen Rückblick auf die gescheiterten Versuche der letzten zwei Dekaden, in Forst Bauland auszuweisen. „Wir haben die ganze Zeit von den Behörden Knüppel zwischen die Beine bekommen“, erklärte Lautenbacher, der auf längere Sicht große Probleme auf den Ort zukommen sieht, wenn es nicht gelingt, junge bauwillige Familien am Ort zu halten. „Das ist eine schlimme Situation, auf Dauer bluten beispielsweise die Vereine aus“, sagte Lautenbacher.

Die unerfreuliche Lage untermauerte Dinter schließlich mit Zahlen. „In den letzten 20 Jahren gab es in Wessobrunn und Haid einen Bevölkerungszuwachs von 15 Prozent, in Forst und Paterzell war er Null“, schilderte der Rathauschef das Ungleichgewicht innerhalb der Gemeinde. An drei Stellen soll deshalb in Forst jetzt Bauland ausgewiesen werden.

Nach der Vorstellung der einzelnen Projekte anhand von Plänen gab es eine rege Diskussion unter den 50 Anwesenden. Die Frage der Oberflächenentwässerung im Neubaugebiet Guggenberg konnte Dinter schnell klären. Mit Zisternen und einer Erneuerung der Drainagerohre soll dieses Problem in den Griff bekommen werden.

Hitziger wurde es, als es um die Zufahrt zum Baugebiet ging, die am Gewerbegebiet vorbeiführt und in einem Wendehammer endet. „Wenn da die 40-Tonner abladen, kommt keiner mehr durch“, kritisierte Uli Barfüßer, der eine zweite Zufahrt forderte. „Die kostet deutlich mehr, was sich auf die Erschließungskosten auswirkt“, entgegnete Dinter. Obendrein sei diese „nicht im Konzept drin, das von der Regierung genehmigt wurde“.

Beim Baugebiet „Wolfhof“ befürchtete der Bürger Peter Bertl, dass an der Kreisstraße ein Lärmschutzwall gebaut werden muss. „Wenn der kommt, ist das Baugebiet gestorben“, versuchte Dinter die Bedenken, die kurzzeitig zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch zwischen Bertl und dem Rathauschef führten, abzumildern.

Auch bei den nur vier Bauplätzen in Rechthal gibt es Widerstände, da die Behörde ein Emissionsgutachten wegen des benachbarten Bauernhofs fordert. Das monierte der betroffene Landwirt, Michael Karl. Stattdessen brachte er eine Fläche im südlichen Bereich von Guggenberg ins Spiel. „Als wir das Konzept entwickelten, wolltest du das aber nicht hergeben“, konterte Dinter, der sich kritische Worte über weitere mögliche Standorte von Bauplätzen wie im Hub oder Mandelhof, die möglicherweise nicht intensiv genug verfolgt wurden, anhören musste. „Jeder will, dass in Forst gebaut wird, nur nicht vor seiner Haustüre“, monierte der Bürgermeister.

Nichtsdestotrotz wird die Gemeinde an der bestehenden Planung weiter festhalten. „Bedenken ganz auszuräumen, wird wohl nicht gehen. Letztlich muss dann eine Entscheidung fallen, wie in einer Demokratie üblich“, sagte Dinter zum Abschluss der gut zweistündigen Veranstaltung.

Roland Halmel

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