Als Sensation  galt Ende der 1930er Jahre die Konstruktion der Hochlandhalle.

Verfahren läuft

Hochlandhalle wird Denkmal

Weilheim - Die Hochlandhalle wurde als Viehversteigerungshalle Ende der 1930er Jahre gebaut. Jetzt soll sie ein Denkmal werden.

Die Weilheimer Hochlandhalle wird unter Denkmalschutz gestellt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege will sie als Einzeldenkmal ausweisen. Die Halle, die der Stadt gehört, wäre dann das „jüngste“ Weilheimer Denkmal. Nicht nur, weil sie gerade ausgewiesen wird, sondern auch, weil die Halle im kommenden Jahr „erst“ 80 Jahre wird.

Die Hochlandhalle wurde auf Initiative des Tierzuchtdirektors Karl Bärlehner vom damaligen „Zuchtverband für einfarbiges Gebirgsvieh“ an der Wessobrunner Straße erbaut. Damals fanden die Versteigerungen der Rinder im Freien statt, lediglich einen Unterstand gab es.

Mächtiges Bauwerk: So präsentiert sich die Hochlandhalle, die 1937 gebaut und 1938 offiziell eröffnet wurde.

Die neue Versteigerungshalle war ein architektonisches Meisterwerk, wie Kreisheimatpfleger Klaus Gast in einem Beitrag für unsere Zeitung im November 2008 schrieb. Im Frühjahr 1937 konnte demnach mit den Arbeiten begonnen werden, „trotz Problemen mit der Materialbeschaffung“. Am 21. August 1937 wurde Hebauf gefeiert. Die damals „sehr moderne Hallenkonstruktion mit auf Eisenbetonpfeilern aufliegenden, 24 Meter überspannenden Holzbögen“ wurde überwiegend von Firmen aus Weilheim und Umgebung errichtet. Und weiter schreibt Gast: „Die je 6500 Kilogramm wiegenden Holzbögen wurden beispielsweise vom Hohenpeißenberger Zimmerermeister Gillhuber nach einer Erfindung des Ingenieurs und Statikers Ostermaier geschaffen“. Ihre Aufstellung sei eine Sensation gewesen, und sie sei auch gefilmt worden. Als die 1937 fertigestellte Halle im Februar 1938 schließlich eröffnet wurde, hatte Weilheim ein 38 Meter langes, 24 Meter breites und fast 14 Meter hohes neues Bauwerk mit einem großen Vorführring sowie über 500 Sitz- und 500 Stehplätzen.

Laut Bürgermeister Markus Loth war die Hochlandhalle bereits im Mai vergangenen Jahres von Mitarbeitern des Landesamtes für Denkmalpflege begutachtet worden. Die Stadt plant seinen Worten nach für dieses Jahr die Sanierung des Dachtragwerks und des Oberlichts.

Nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege wird das Denkmal-Verfahren für die Hochlandhalle noch vier bis sechs Wochen dauern, so Pressesprecherin Dorothee Ott. Sie schätzt, dass Ende Februar dann die Beschreibung des Gebäudes und seiner Denkmalwürdigkeit vorliegt. Dann wird die Hochlandhalle auch offiziell in die Denkmalliste der Stadt Weilheim aufgenommen. Dort steht sie dann neben so unterschiedlichen Gebäuden wie der Stadtpfarrkirche, der Stadtmauer, der Villa an der Geistbühelstraße, Schloss Hirschberg oder auch einem Getreidekasten und einem Tuffsteinkreuz in Deutenhausen.

Als ein „besonders junges Denkmal“ will Dorothee Ott die Hochlandhalle nicht bezeichnen. Zu den markanten und berühmten Denkmälern in München gehören beispielsweise auch das Olympiastadion, die Olympiahalle, der Olympiaturm mit seiner Gaststätte sowie das Ökumenische Kirchenzentrum im Olympiadorf, die allesamt in das Ensemble „Olympiapark“ eingebunden sind.

Brigitte Gretschmann

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