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Pressekonferenz im Rathaus: (von links) Felicitas Betz, Andrea Jochner-Weiß, Ulrike Scharf, Professor Martin Grambow (Umweltministerium), Sebastian Boscolo.

„Seit Jahren kommen wir nicht vom Fleck“

Warum der Hochwasserschutz in Polling Probleme macht:

Polling - Das Thema "Hochwasserschutz" kommt in Polling nicht so recht voran - Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf verspricht anderweitig Hilfe:

Die Pumpen liefen noch und transportierten das Wasser aus den Kellern zurück in den Tiefenbach, als sich Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz und Umweltministerin Ulrike Scharf am Montag Gedanken machten, wie solch ein Hochwasser künftig zu verhindern oder zumindest abzumildern sei.

Betz kritisierte bei der Pressekonferenz im Pollinger Rathaus, dass es nicht möglich sei, die seit langem bestehenden Pläne zum Hochwasserschutz umzusetzen, weil es „zu viele widerstreitende Partikular-Interessen gibt“. Gemeint waren da Fischer und Naturschützer, die beide das Ausbaggern des Tiefenbachs kritisiert hatten. „Wegen jedes umgeknickten Grashalmes muss ich mich rechtfertigen“, so Betz. Ein weiteres Problem sei, dass die Gemeinde für Gewässer dritter Ordnung, also Bäche, zuständig sei und nicht auf die Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes zählen könne. Das will die Umweltministerin ändern. Scharf sagte bei der Pressekonferenz, dass die Staatsregierung Gemeinden beim Hochwasserschutz für Bäche künftig unterstützen will. Denn die meist so friedlich daherkommenden Rinnsale seien für die Überflutungen in jüngster Zeit verantwortlich – auch in Simbach. Diese Nachricht freute Betz, denn eine Gemeinde wie Polling mit acht Mitarbeitern sei dazu personell nicht in der Lage. Jeder Euro, der in den Hochwasserschutz investiert werde, verhindere Schäden in Höhe von sieben Euro, so die Ministerin.

Betz sprach ein zweites Problem an: den Russengraben, der vor 100 Jahren von Kriegsgefangenen errichtet worden ist. Er soll im Falle der Fälle Wasser vom Tiefenbach aufnehmen, doch der zum Teil unterirdisch verlaufende Graben verfügt nur über Rohre mit 80 Zentimetern Durchmesser – viel zu wenig für die Wassermassen. „Aber erklären sie einem Hausbesitzer mal, dass seine Garage im Weg steht beim Austausch der Rohre für den Russengraben“, so Betz. Das sei schwierig – „und auch deshalb kommen wir seit Jahren nicht vom Fleck“.

Gestern zog Betz Bilanz: Demnach sind über 60 Keller vollgelaufen. Und die Feuerwehr um Kommandant Sebastian Boscolo bereitet sich auf das nächste Gewitter vor, Sandsäcke liegen bereit.

von Johannes Thoma

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