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Unter den zahlreichen Besuchern waren auch die beiden Gründungsmitglieder  Erich Rößle  und Käthe Hoffmann (vorn) sowie  (hinten von links)  Vorsitzender Ludwig Eggersdorfer, die ehemalige Ortsvorsitzenden  Xari Schwarz und Georg Stange, Dirigentin  Annerose Bindl und „Rigi-Alm“-Wirtin  Johanna Jaus-Angerer.  

70 Jahre Alpenverein Hohenpeißenberg

Auch der Pik Lenin wurde bestiegen

Die Entwicklung des Alpinismus in den vergangenen 70 Jahren zeigte die Ortsgruppe Hohenpeißenberg der Alpenvereinssektion Peißenberg bei ihrer Feier am Samstag im „Haus der Vereine“ auf. Rund 200 Besucher waren gekommen – darunter zwei Gründungsmitglieder.

Hohenpeißenberg – Auf den ersten der rund 100 Fotos waren die Kletterer am Geiselstein mit Kniebundhosen und Hanfseilen zu sehen. Die Skifahrer und Tourengeher hatten noch Brettl mit Fangriemen. Auf den ersten Farbfotos aus den 1960er-Jahren fielen die beliebten roten Strümpfe auf. Im Laufe der Jahre änderte sich nicht nur die Ausrüstung – Kletterer fingen zum Beispiel an, Helme zu tragen –, sondern auch die Ziele. Zwar blieben Geiselstein, Pürschling, Rofan, Schinder und Seekarspitze im Programm der Hohenpeißenberger, mit den besseren Reisemöglichkeiten ging es aber auch zu fernen Zielen und auf größere Höhen.

In den 1990er Jahren brachen Mitglieder zu Expeditionen in die Anden und ins Pamir-Gebirge auf. Unter den Gipfelzielen war damals der 7134 Meter hohe Pik Lenin. 2016 wurde der höchste europäische Berg, der 5642 Meter hohe Elbrus im Kaukasus, bestiegen.

Auch der Skisport spielt im Verein eine große Rolle. So wurde 1959 eine Kreismeisterschaft am Südhang des Hohen Peißenbergs ausgetragen, für die die „Heranführung von Schnee“ notwendig war, wie im Protokollbuch zu lesen ist. Um den Sport zu fördern, wurde 1969 ein Lift auf der Nordseite gebaut. Die erste Wintersaison dauerte noch von Dezember bis April. Inzwischen wurde der Lift abgebaut, da es zu wenig Schnee gibt. Langlauf wird bei guter Schneelage noch betrieben. Dafür wird am Hetten eine Loipe gespurt.

Eine große Rolle im Vereinsleben spielt die Sektions-Hütte auf dem Hörnle bei Bad Kohlgrub. Beendet ist hingegen die Geschichte des Hirtenhauses der Kematen-Alm, das über ein halbes Jahrhundert im Winter von der Ortsgruppe als Ausgangspunkt für Touren genutzt wurde. Neben seinem sportlichen Betrieb engagiert sich der Verein, der rund 600 Mitglieder zählt, auch in Hohenpeißenberg, indem er Wanderwege instand hält – wofür Bürgermeister Thomas Dorsch im Namen der Gemeinde dankte.

In der Liste der geselligen Veranstaltungen finden sich unter anderen Nikolaus- und Sonnwendfeiern. Das erste Faschings-Kranzl gab es bereits 1948, nur vier Monate nach der Gründung der Ortsgruppe am 27. Oktober 1947. Damals trafen sich auf Initiative von Willi Fischer, Heini Pfanzelt, Katharina und Arthur Hoffmann, Hans Fischer, Franz Huber, Erich Rößle und Ludwig Obermeier 48 Alpinisten und Skifahrer zur Gründungsversammlung, die „Punkt 6 Uhr“ von Willi Fischer eröffnet wurde, wie im Protokoll nachzulesen ist. Wo die Versammlung war, ist nicht vermerkt. Anlässlich des 70-Jährigen wurden die Gründungsmitglieder Katharina Hoffmann und Erich Rößle und die ehemaligen Vorsitzenden Xari Schwarz und Georg Stange geehrt.

Seinen besonderen Dank sprach der Vorsitzende Ludwig Eggersdorfer der Leiterin des Bergsteigerchors Annerose Bindl aus. Der Chor, der den Abend musikalisch umrahmte, singt bei vielen Veranstaltungen der Ortsgruppe. Gedankt wurde auch der Wirtin der „Rigi-Alm“ Johanna Jaus-Angerer für ihre gute Betreuung des Stammtisches, zu dem die Mitglieder seit 50 Jahren in ihrer Wirtschaft zusammenkommen.

Alfred Schubert

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