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An der Hohenpeißenberger Umgehung laufen die Erdarbeiten für den Einschnitt der Fahrbahn und an der Böschung. Unweit der Trasse liegt die Firma WDK (rechts), deren neue Halle am südlichen Rand des Firmengeländes gebaut wird. 

Altes Bergwerksgelände

Eine neue Lagerhalle und vier Silos für WDK

Die Firma „WDK Werner Degle Kunststofftechnik“ in Hohenpeißenberg hat das alte Bergwerksgelände südlich des Bahnhofs wieder zum Leben erweckt – und kann jetzt erweitern.

Hohenpeißenberg –  Der Gemeinderat schuf die Voraussetzungen dafür und beschloss die Änderung des Bebauungsplans „Wetterschachtgelände“.

Wie Bürgermeister Thomas Dorsch erklärte, will das Unternehmen noch heuer eine neue Lagerhalle errichten. „Die Produktionsabläufe sollen optimiert werden.“ Der Rathauschef brach eine Lanze für das Vorhaben: „Das ist ein großer Arbeitgeber am Ort“, sagte er. Der Betrieb um Firmenchef Werner Degle kümmere sich zudem um die Optik auf dem einstigen Zechenareal mit den historischen Gebäuden: „Er legt ganz großen Wert auf den Erhalt des Betriebsgeländes.“

Dass im Zuge des Hallenbaus auch vier 16 Meter hohe Silos für Kunststoffgranulat aufgestellt werden sollen, sah der Bürgermeister nicht dramatisch. Immerhin sei das Unternehmen offen für die Idee, dass die Anlagen „farblich gestaltet werden könnten“. Auf dem Areal stehen bereits diverse 18 Meter hohe Silos. Auch beim Thema „Verkehr“ gab Dorsch Entwarnung. Sorge um zusätzliche Belastung durch die Erweiterung müsse man nicht haben, erklärte der Rathauschef. Die an- und abfahrenden Lastzüge waren bei den Gemeinderäten durchaus ein Thema. Dorsch hatte nach eigener Aussage aber von Firmenseite zu hören bekommen, dass sich der Verkehr durch eben jene Optimierung der Abläufe verringern werde.

Die beabsichtigte Änderung des Bebauungsplans war zuvor auch bei der öffentlichen Auslegung ohne Probleme durchgegangen. Seitens der Bürger gab es keine Einwände, war im Gemeinderat zu hören. Größere Anmerkungen seitens der Fachbehörden gab es ebenfalls nicht. Das Staatliche Bauamt, derzeit mit dem Bau der unweit des Firmengeländes vorbeiführenden B 472-Umgehung beschäftigt, verlangte eine 20-Meter-Anbauverbotszone zu der Trasse – die eingehalten wird. Das Landratsamt sähe gern eine Dachbegrünung – die der Gemeinderat jedoch ablehnte und stattdessen den Firmenwunsch nach einem Blechflachdach unterstützte. „Eine Begrünung wäre kein großer ästhetischer Vorteil“, sagte Dorsch.

Die Firma WDK war im Jahr 1998 von Werner Degle und seiner Frau gestartet worden. Der Kunststoffverarbeiter, dessen Sitz in Hohenpeißenberg ist, erweiterte 2011 nach Peiting: Dort wurde das „Zarges“-Areal erworben, ein Teil des Betriebs zog in das ehemalige Werk. Eine Stellungnahme zu dem jetzigen Bauvorhaben in Hohenpeißenberg trotz Anfrage nicht zu erhalten.

Eine Gemeinderätin hatte sich übrigens bei einem Ortstermin von ihrer anfänglichen Skepsis abbringen lassen. Gabriela Seitz-Hoffmann („Aufwind“) hatte die Silos als „massiven Eingriff in die Landschaft“ gesehen. Am Ende war sie beruhigt. Auch wegen des Engagements der Firma vor Ort: weil sie „die alten Häuser so schön saniert“ habe, sagte Seitz-Hoffmann.

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