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Endlich geht es los: Ernst Schmidhuber (l.) und Thomas Dorsch besichtigen die Baustelle für die Installation der Entwässerungsleitung an der Wallfahrtskirche. 

Hohenpeissenberg

Am Hohen Peißenberg: Entwässerung an der Wallfahrtskirche

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Endlich: An der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg haben nach ewig langer Vorlaufzeit die Bauarbeiten für eine unterirdische Niederschlagswasserentsorgungsleitung begonnen. Die grünen Kanalrohre, die 2016 provisorisch verlegt wurden, werden damit bald verschwunden sein. 

Hohenpeißenberg – Der Hohe Peißenberg und die Wallfahrtskirche seien ein „Kraftort“, hatte Kardinal Reinhard Marx 2014 anlässlich seines Besuches zum 500-jährigen Gemeinde- und Wallfahrtsjubiläum geschwärmt. Doch in den vergangenen drei Jahren sah der „Kraftort“ eher nach Baustelle aus. 2016 nach einem Erdrutsch im Südhang unterhalb von „Mariä Himmelfahrt“ wurde aus Sicherheitsgründen die dringliche Anordnung erlassen, dass das Niederschlagswasser nicht mehr über die Süd-, sondern über die Nordflanke des Berges entsorgt werden muss. Dazu wurden auf die Schnelle grüne Kanalrohre verlegt und die Planungen für eine dauerhafte, unterirdische Lösung gestartet.

Entwässerung geriet zu  Ewigkeitsprojekt

Doch das Ganze geriet zu einem „Ewigkeitsprojekt“, wie Bürgermeister Thomas Dorsch im Rückblick kritisiert. Zunächst war fraglich, wer überhaupt für die Baulast zuständig ist. Nachdem klar war, dass nicht das Staatliche Bauamt Weilheim, sondern das Bistum München und Freising in der Pflicht steht, ging es dennoch nur schleppend voran. Im Zuge von internen Umstrukturierungen im Ordinariat wechselten ständig die Ansprechpartner. „Das Bistum schmückt sich immer gerne mit der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg“, konstatiert Dorsch, „aber in der Angelegenheit mit der Entwässerung hat es keine Priorität gesehen.“ Die Gemeinde kam stattdessen immer mehr in Erklärungsnöte. „Das war den Leuten nicht mehr vermittelbar. Die haben gesagt, ‘Ihr werdet es doch wohl schaffen, ein Röhrl in den Boden einzugraben‘“, erzählt Dorsch. Doch dem Rathauschef und Kirchenpfleger Ernst Schmidhuber waren die Hände gebunden. Vom Bistum kam lange nichts Konkretes. Das Projekt wurde geschoben und geschoben. Doch  nun rückte endlich die Firma „Strohmaier“ mit einem Bautrupp an. „Um es im kirchlichen Jargon zu sagen: Der Marianische Gnadenstrahl vom Hohen Peißenberg hat dieses Mal sehr lange gebraucht, bis er die dicken Mauern des Ordinariats durchdrungen hat“, drückt es Dorsch eloquent-ironisch aus. 

Unterirdische Leitung von der Südfront Richtung Nordflanke

 In den nächsten sechs Wochen wird von der Südfront der Wallfahrtskirche eine unterirdische Leitung in Richtung Nordflanke gelegt. Dabei wird sehr behutsam vorgegangen: Um das Wurzelwerk der uralten Lindenbäume an der Kirche nicht zu beschädigen, kommt ein spezieller Saugbagger zum Einsatz. In einem späteren, zweiten Bauabschnitt wird dann auf dem Gelände des Deutschen Wetterdienstes eine Rigole gebaut, über die das Niederschlagswasser dann kontrolliert versickern soll. Die Bauabschnitte hat man zeitlich voneinander getrennt, weil für die Rigole ein ökologischer Ausgleich erfolgen muss und dafür ein naturschutzrechtliches Gutachten angefertigt werden muss. Das hätte den Baustart noch einmal verzögert. Für Dorsch wäre das jedoch keine Alternative gewesen – und das nicht nur wegen der fragwürdigen Ästhetik der grünen Kanalrohre. Die sind mit einer Heizwendel versehen, damit die Leitungen im Winter nicht zufrieren: „Das hat ziemlich hohe Stromkosten verursacht. Noch einen Winter wäre das nicht vertretbar gewesen“, winkt Dorsch ab. Die beiden Bauabschnitte schlagen mit 500.000 Euro zu Buche. Das Bistum wird den Löwenanteil stemmen. „Dafür sind wir natürlich sehr dankbar – auch wenn alles so lange gedauert hat und nicht zufriedenstellend gelaufen ist“, erklärt Dorsch. Sein – kirchliches – Fazit: „Stempel drauf, Schwamm drüber. Maria hat geholfen.“

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