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Rudi Hochenauer sprach zwei Probleme an. Bürgermeister Thomas Dorsch hörte ihm aufmerksam zu. 

Aufreger in Hohenpeißenberger Bürgerversammlung

Hundekot und Schlampereien beim Altpapier

Mit dem ersten „Hettenglühen“ klang die Bürgerversammlung in Hohenpeißenberg im „Haus der Vereine“ aus. Einziger Aufreger des Abends: Hundekot und Schlampereien beim Altpapier.

Hohenpeißenberg – Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 632 Euro und Rücklagen von 67 000 ist die 4150 Einwohner zählende Gemeinde finanziell zumindest so gut aufgestellt, dass Bürgermeister Thomas Dorsch nach eigener Aussage „keine schlaflosen Nächte“ haben muss.

Im März 2020 beginnt die Baumaßnahme „Grüner Kragen“ am Schächen mit Biergarten, Obstgarten und Kinderspielplatz, wofür es 60 ProzentFörderung gibt und für die Gemeinde Kosten von 300 000 Euro verbleiben.

Fast die günstigste Gemeinde im Landkreis ist Hohenpeißenberg bei der Grund- und Gewerbesteuer. 2018 wurden bei der Grundsteuer Einnahmen von 328 000 Euro erzielt und bei der Gewerbesteuer 1,2 Millionen Euro von den 312 Gewerbebetrieben.

Der Bürgermeister dankte den Ehrenamtlichen und Vereinen für ihre Arbeit, nicht zuletzt dem Schützenverein, der sozusagen als Ersatz für die Weihnachtsbeleuchtung, die sich viele in Hetten wünschen, das „Haus der Vereine“ mit weihnachtlichem Lichterzauber geschmückt hatte. Bei Musik und Glühwein, der gegen eine Spende für soziale Zwecke ausgeschenkt wurde, wurde die Beleuchtung eingeweiht.

“Demente Hunde“ in Hohenpeißenberg

Einen Appell zur Rücksichtnahme richtete Rudi Hochenauer gleich in zwei Punkten an seine Mitbürger. Zum einen befinden sich bei der Altpapiersammlung, die von den Vereinen ehrenamtlich geleistet wird, immer wieder Müll in den Säcken wie Schuhe und Waschmittel. „Die Altpapiersammlung ist keine Restmüllentsorgung“, so Hochenauer.

Ein weiteres Ärgernis sind aus seiner Sicht die „dementen Hunde“ am Ort. Diese könnten zwar super in Tüten machen und diese auch noch verknoten und am Wegrand ablegen. Nur auf dem Rückweg denken die „vergesslichen“ Tiere dann nicht mehr daran, die Tüten auch mitzunehmen. „Wir haben eine wunderbare Landschaft, und es ist wirklich nicht schön, wenn da Tüten herumliegen“, richtete Hochenauer unter Bravo-Rufen die Bitte an die Hundebesitzer, den Hundekot ordnungsgemäß zu entsorgen.

Zum Altpapier steuerte Georg Vogel die Idee bei, dass jeder in der Gemeinde einmal bei der Sammlung helfen könnte. „Dann weiß er, wie es funktioniert“, so Vogel.

Bürgermeister lädt zum Mitmachen ein

Auf die Frage nach sozialem Wohnungsbau am Ort antwortete der Bürgermeister, dass man sich darüber schon Gedanken gemacht habe. Allerdings müsse man darauf achten, die Gemeinde an die Infrastruktur anzupassen. „Sozialer Wohnungsbau ist meist mehr in größeren Orten gefragt“, so Dorsch. Aber es sei eine Aufgabe und ein Thema, das die Gemeinde anpacken müsse. Die ehemalige Ami-Station östlich des Friedhofs konnte die Gemeinde fast kostenlos bekommen. Allerdings mit öffentlicher Bindung. „Wenn Ideen da sind, können Sie sie gerne vorbringen“, so Dorsch, der auch zu den Gemeinderatssitzungen einlud. Man wolle gerne mit der Bürgerschaft überlegen, was mit dem Grundstück geschehen soll. Allerdings benötige die Gemeinde eine bestimmte Entwicklungszeit, weil Förderrichtlinien eingehalten werden müssen.

Senioren hätten im Winter wenig Möglichkeit, rauszukommen, beklagte eine ältere Bürgerin. Sie wünschte sich einen geräumten Spazierweg am Buchschorn in Richtung Südhumus, wo auch eine Langlaufloipe verläuft. Hierzu musste Dorsch einschränken, dass es sich nicht um einen öffentlichen, sondern um einen Eigentümerweg handelt. Wenn diese zustimmen, würde die Gemeinde dort Schnee räumen.

Ursula Fröhlich

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