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Die Bayerische Regiobahn darf nach 2019 möglicherweise für zwei weitere Jahre am Fuße des Hohen Peißenberg vorbeifahren. 

Bahnstrecken neu vergeben

BRB bekam den  Zuschlag, aber...

Der Sekt ist kaltgestellt, öffnen möchte ihn die Bayerische Regiobahn (BRB) aber noch nicht: Sie soll für zwei weitere Jahre unter anderem den Schienenpersonenverkehr zwischen Weilheim und Schongau und Weilheim und Augsburg übernehmen. Die Mitbewerber können aber noch Einspruch einlegen.

Landkreis – Neun Jahre sind die blau-weißen Züge der BRB inzwischen im Pfaffenwinkel unterwegs, am kommenden Samstag, 22. Juli, wird das am Weilheimer Bahnhof gefeiert: Ein Zugpaar der Flotte wird dort um 11 Uhr ganz offiziell auf den Namen „Pfaffenwinkel“ getauft. Wie es ausschaut, wird er zwischen Weilheim und Schongau sowie von Weilheim Richtung Augsburg auch noch länger unterwegs sein.

„Zu früh freuen lohnt sich nicht“, sagt BRB-Sprecher Christopher Raabe, der in diesen Tagen mit seinen Kollegen gespannt nach München zur Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) blickt. Noch kann die Konkurrenz, zu der vermutlich die Deutsche Bahn gehört, Einspruch gegen die Vergabe an die BRB einlegen.

Der bestehende Vertrag zwischen BEG, die den Schienennahverkehr im Freistaat koordiniert und bezahlt, und der BRB läuft Ende 2019 nach mehr als zehn Jahren aus, er musste neu ausgeschrieben werden. Das jedoch nur für zwei weitere Jahre. Hintergrund ist das Wettbewerbsprojekt „Augsburger Netze“, das wegen des neuen Stuttgarter Bahnhofs und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm nicht wie geplant im Dezember 2019 starten kann.

Die BRB fährt im sogenannten Dieselnetz Augsburg II pro Jahr mehr als drei Millionen Zugkilometer auf den Strecken Augsburg-Geltendorf-Weilheim, Weilheim-Schongau, Augsburg-Ingolstadt sowie Eichstätt Bahnhof-Eichstätt-Stadt. Dabei bescheinigt die Eisbahngesellschaft der BRB „ein hohes Niveau bei Service, Tarif und Vertrieb“. Alle Fahrzeuge seien mit Fahrausweisautomaten ausgerüstet, und dieser Vertriebsweg werde auch im Übergangsvertrag fortgesetzt. Fahrscheine könnten darüber hinaus an stationären Fahrausweisautomaten und zusätzlich im personenbedienten Verkauf erworben werden, heißt es. In Schongau, Peiting-Ost und Peißenberg bleiben überdies die Video-Reisezentren mit Öffnungszeiten von 70 Stunden pro Woche erhalten.

BEG-Sprecherin Agnieszka Urban betont zwar, dass die Vertragsverlängerung „kein Fingerzeig für die Neuvergabe“ ist. Doch Raabe geht davon aus, dass mit einer Weiterführung des Betriebs ein guter Grundstein für einen Anschlussvertrag über das Jahr 2021 hinaus gelegt werden könne.

Die Vorbereitungen dafür laufen übrigens schon auf Hochtouren. „Es ist geplant, das Vergabeverfahren noch im dritten Quartal 2017 zu starten“, sagt Urban. Sollte die BRB also nach Ende der Einspruchsfrist tatsächlich bis 2021 zwischen Schongau-Weilheim und Augsburg fahren dürfen, steht schon der nächste Bewerbungs-Marathon an.

Jörg von Rohland
und Boris Forstner

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