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Los geht’s: Planer, Gemeindevertreter, Grundeigentümer, künftige Bauherren und Vertreter der Baufirmen beim offiziellen Spatenstich für das neue Wohnbaugebiet. 

Baugebiet „Nördlich der Bergstraße“

Spatenstich nach zwei Jahrzehnten Planung

Hohenpeißenberg - Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Nördlich der Bergstraße“ haben begonnen.  Elf von 13 Grundstücken sind bereits vergeben.

Viel hätte nicht gefehlt, dann wäre der Wunsch von Bürgermeister Thomas Dorsch, die Bauarbeiten am neuen Wohnbaugebiet „Nördlich der Bergstraße“ mögen doch bitte unfallfrei über die Bühne gehen, nicht mehr zu erfüllen gewesen – und zum Opfer wäre ausgerechnet Hohenpeißenbergs Rathauschef selbst geworden. Als sich die versammelten Gäste beim offiziellen Spatenstich zum Fototermin neben dem Bagger der Firma „Kölbl“ aufstellen wollten, glitt die Frontschaufel des schweren Geräts langsam, aber bedenklich knapp an Dorschs Körper vorbei. Doch alles halb so schlimm: Der Bürgermeister blieb unversehrt und konnte den Startschuss der Erschließungsarbeiten auf dem Areal oberhalb des Hohenpeißenberger Rathauses bei Häppchen und Kaltgetränken mitfeiern.

Insgesamt sind es 13 Einzelgrundstücke, die „Nördlich der Bergstraße“ entstehen. Die Einheiten sind bis zu 700 Quadratmeter groß und sollen „normalen“ Häuslebauern den Traum vom Eigenheim erfüllen. Vier Grundstücke wurden bereits auf dem freien Markt vergeben. Die restlichen acht sind dem sogenannten Familienmodell vorbehalten, bei dem die Baubewerber gewisse soziale Kriterien erfüllen müssen. Interessenten sollten sich beeilen. Inzwischen stehen nur noch zwei Grundstücke im Angebot.

In Auftrag gegeben wurde die Erschließung des Hangareals von den beiden Grundeigentümerfamilien. Rudolf Greiner, der zusammen mit seinem Bruder elf Grundstücke in die Vermarktung einbrachte, war beim Spatenstich die Erleichterung über den Baustart ins Gesicht geschrieben. Das Planverfahren zog sich nämlich über zwei Jahrzehnte in die Länge. 1994 wurde das Gelände als bauland in den Flächennutzungsplan aufgenommen und vier Jahre später mit der Bauleitplanung begonnen. Konzeptionell und Verwaltungstechnisch war das Projekt nicht einfach zu bewerkstelligen. Hinzu kam, dass die damalige Rathausspitze das Vorhaben nicht gerade forcierte. Nähere Details dazu will Rudolf Greiner öffentlich nicht mehr preisgeben: „Das hat sich ja jetzt erledigt.“

Schwung in die Planungen kam erst wieder, als Dorsch 2008 das Zepter im Rathaus übernahm. Es wurde weiter am Bebauungsplan gefeilt, und die Firma „WipflerPlan“ stieg als Erschließungsträger in das Projekt mit ein: „Es war ein langer Prozess, aber wir haben die Hoffnung nie aufgegeben“, sagte deren Münchner Niederlassungsleiter, Roland Kindelbacher, beim Spatenstich.

Und wie sieht es mit der Erschließung weiterer Wohnbaugebiete in Hohenpeißenberg aus? „Wir sind nicht drauf aus, extrem zu wachsen“, sagte Dorsch. Sicher werde man künftig weitere Wohnbaugrundstücke ausweisen, aber in moderatem Rahmen und im Einklang mit der Infrastruktur. Die 3800 Einwohner starke Gemeinde werde allein durch den Bau des neuen Ortszentrums um rund 100 Bürger anwachsen: „Wenn ich dann mit einem neuen Wohngebiet auf einen Schlag noch einmal 200 Bürger mehr hätte“, so Dorsch, „dann wäre das ein bisschen viel.“ Ein Problem in Hohenpeißenberg sei dann auch die begrenzte Kapazität der Kläranlage.

Bernhard Jepsen

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