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Freude über den Applaus: die Musiker von der TU München mit (von links) Lara Kuntz, Präsident Wolfgang Herrmann, Marc Xia und Annemarie Weingand. Links Bürgermeister und Kirchenpfleger Thomas Dorsch. Hinten Pfarrer Georg Fegg.

Benefizkonzert in der Wallfahrtskirche

Wenn Naturwissenschaftler musizieren

In der Wallfahrtskirche gab es am Sonntag ein außergewöhnliches Konzert. Professor Wolfgang  Herrmann und Studenten der TU München   spielten zugunsten des Hospizvereins.

Hohenpeißenberg – Eines von vielen ehemaligen „geistlichen Zentren“ im Land der Kirchen, der Klöster und der Wissenschaften sei der Hohe Peißenberg, bekannte der Präsident der Technischen Universität München, Wolfgang Herrmann. Mit diesen Worten führte er in das Benefizkonzert ein, das er an der Orgel zusammen mit zwei Studentinnen und einem Studenten als Streichertrio in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt gestaltete. Es fand am Sonntag zugunsten des Hospizvereins im Pfaffenwinkel statt. 1300 Euro haben die Zuhörer schließlich ins Spendenkörbchen gegeben.

Wie war dieses Kirchenkonzert mit den Musikern von der wissenschaftlichen Fakultät zustande gekommen? Professor Herrmann war als Präsident der TU München im Jahr 2016 Referent beim Ehrenamtsempfang, zu dem Minister Alexander Dobrindt auf den Hohen Peißenberg eingeladen hatte. Bürgermeister Thomas Dorsch, er ist zugleich Kirchenpfleger, zeigte Professor Herrmann damals auch das Gotteshaus, in dem die neue Orgel eingebaut wurde.

Herrmann erzählte, dass auch er Orgel spielt. Dorsch lud ihn ein, in der Wallfahrtskirche ein Konzert zu gestalten. Der Erlös der Spenden solle an den Hospizverein im Pfaffenwinkel gehen, der heuer 25 Jahre besteht. Dorsch ist Vorsitzender des Stiftungsrates in der Hospizstiftung. Über 1000 Mitglieder zählt der Verein. Doch weil die Krankenkassen nicht 100 Prozent der Kosten übernehmen, ist er jährlich auf 200 000 Euro Spenden angewiesen. Das Benefizkonzert am Sonntag war ein Beitrag dazu.

Das Läuten der Marienglocke stimmte nach dem Grüß Gott von Thomas Dorsch und der ausführlichen Einführung von Professor Wolfgang Herrmann die 150 Besucher in die kirchenmusikalische Veranstaltung ein. Dann spielte Herrmann von Bruckner zwei Präludien in Es-Dur, aber auch das große Präludium und die Fuge in C-Moll, die dennoch in einem strahlenden Dur-Akkord ausklingt. Weitere Stücke für Orgel solo waren in dem Konzert, das eine Stunde und 45 Minuten dauerte, das heitere Thema mit Variationen von Max Keller, die Sonate C-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie einige kurze Stücke aus Max Regers Choralvorspielen.

In zwei Blöcken spielte ein Streichertrio mit den Studenten Lara Kuntz (Violine I), Marc Xia (Violine II) und Annemarie Weingand (Cello) sechs Kirchensonaten von Mozart, in denen die jungen Naturwissenschaftler frisch und technisch versiert musizierten. Professor Herrmann begleitete sie an der Orgel. Die heitere, aber dennoch anspruchsvolle klassische Literatur der schön klingenden Streichinstrumente passte wunderbar in diesen Kirchenraum. Da kam direkt der Wunsch auf, den weichen Klang des Streichertrios auch allein – ohne Orgelbegleitung zu hören – zum Beispiel mit Stücken von Haydn anstelle von zwei oder drei Mozart-Kirchensonaten.

TU-Präsident Herrmann charakterisierte nach ausgiebiger Probe die neue Orgel auf dem Hohen Peißenberg als „Trauminstrument“. Unter den Zuhörern wird einer diese Worte besonders gern aufgenommen haben: der Chef der Orgelbauwerkstätte Vleugels aus Franken. Pfarrer Georg Fegg (Rottenbuch) sagte schließlich Vergelt’s Gott. Die „g’standenen Naturwissenschaftler“ hätten mit ihrer Musik ein Glaubenszeugnis gegeben.

Johannes Jais

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