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Ärgern sich über die Raser auf der Bergstraße: Carola und Dirk Vincken, Tanja Bernwieser mit ihrer Tochter und Johannes Stoß. 

Bergstraße Hohenpeißenberg: Anwohner machen gegen Raser mobil

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Unter den Auto- und Motorradfahrern, die vor allem an den Wochenenden und nachts die Straße auf den Hohen Peißenberg hinauf und hinunterrasen, leiden viele Anwohner. Einige von ihnen machen jetzt gegen Raser und für ein Tempolimit mobil. 

Hohenpeißenberg – Es ist ein heißer Juliabend, die Sonne steht schon tief. Sie taucht die Berge in warmes Licht. Diesen herrlichen Bergblick haben die meisten Bewohner des Neubaugebiets an der Bergstraße in Hohenpeißenberg von ihren Häusern aus. Trotz der schönen Aussicht und der tollen Lage, trotz ihrer neuen Häuser – die Unzufriedenheit ist groß unter denen, die an der Bergstraße wohnen.

Sie leiden unter den Auto- und Motorradfahrern, die die Bergstraße auf den Hohen Peißenberg hinauf- und auch hinunterrasen. „Es geht uns um die Gefährdung, die von den Rasern ausgeht und um den Lärm“, sagt Dirk Vincken, der demnächst gemeinsam mit seiner Frau Carola in das Neubaugebiet am Ortsausgang von Hohenpeißenberg ziehen möchte.

Mit 100 Sachen auf dem Hinterrad den Hohen Peißenberg hoch

Ein paar Nachbarn haben sich an diesem Abend getroffen, um gemeinsam von ihren Erlebnissen mit den Verkehrsteilnehmern zu erzählen, die mit quietschenden Reifen, röhrenden Motoren und überhöhter Geschwindigkeit den Hohen Peißenberg hinauf- und hinunterschießen und ihnen immer wieder Ärger und Sorgen bereiten.

Tanja Bernwieser ist eine von ihnen: „Das hat mit Lebensqualität nichts mehr zu tun“, sagt sie. An den Wochenenden, an Feiertagen und zunehmend nachts sei es besonders schlimm. „Und durch Corona ist es noch schlimmer geworden“, sagt Johannes Stoß. Seinem Eindruck nach hat die Corona-Pandemie noch mehr Menschen und auch noch mehr Raser auf den Berg gelockt. „Manche fahren mehrmals hintereinander hoch und runter,“ sagt Dirk Vincken, der unter anderem von einem Motorradfahrer berichtet, der mit etwa 100 Kilometern pro Stunde nur auf dem Hinterrad die Bergstraße hinauf gerast sei. Als es Dirk Vincken ein Mal zu bunt wurde, ist er auf den Hohen Peißenberg gefahren, um sich mit denen, die zuvor lautstark am Wohngebiet vorbeigeschossen waren, zu unterhalten und darum zu bitten, künftig anders zu fahren. „Die meisten waren ganz einsichtig“, sagt Dirk Vincken.

„Runder Tisch“ hat stattgefunden

Überhaupt fahre der überwiegende Teil der Bergbesucher vernünftig. „Es geht um die Auswüchse“, sagt Vincken, der als Automobil-Journalist arbeitet. „Ich habe Angst, dass wir hier zum Hot-Spot der Raserszene werden“, sagt Bernwieser. „Ich bin mir sicher, dass manche tatsächlich mit der Stoppuhr fahren“, bestätigt Vincken. Viele der Bewohner des Neubaugebiets haben kleine Kinder, die sie durch die Raserei besonders gefährdet sehen. Mit ihren Sorgen haben sich die Anwohner auch bereits an die Gemeinde Hohenpeißenberg, an die „Verkehrswacht Bayern“ und an die „Gebietsverkehrswacht Schongau“ gewandt und die Zustände auf der Bergstraße geschildert. Unter anderem hieß es in dem an Bürgermeister Thomas Dorsch adressierten Brief: „Das ungeschriebene Gesetz, dass immer erst etwas passieren muss, ehe etwas unternommen wird, hoffen wir umgehen zu können.“

Als ersten Schritt schlagen die Anwohner vor, besser deutlich zu machen, dass bis zum Ortsende nur 50 km/h gefahren werden darf. Auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung für die Bergstraße würden sie begrüßen. Wie bereits berichtet, hatte sich auch die Gemeinde Hohenpeißenberg bereits dafür eingesetzt, dass diese wieder eingeführt wird, nachdem sie im Jahr 2012 abgeschafft worden war. Jedoch ohne Erfolg. Mit Begründungen wie, es würde sich ohnehin keiner daran halten, hatte der Landkreis damals abgelehnt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Wunsch nach einem Tempolimit für die Bergstraße noch einmal thematisiert. Auch die Gebietsverkehrswacht Schongau unterstützt das Anliegen. Kürzlich haben sich Vertreter der Gemeinde Hohenpeißenberg, der Gebietsverkehrswacht, des Staatlichen Bauamtes, der Polizei und des Landratsamtes bei einem „Runden Tisch“ zusammengesetzt, um über die Bergstraße zu reden. Es sei ein sehr konstruktives Treffen gewesen, sagt Bürgermeister Dorsch über den „Runden Tisch“ (ausführlicher Bericht folgt).

Lesen Sie dazu auch: Raser auf der Bergstraße im Visier der Polizei

Auch interessant: In Coronazeit mehr Konflikte auf dem Hohen Peißenberg

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