Hohenpeissenberg 

Breitbandausbau soll bald beginnen

Die Gemeinde Hohenpeißenberg steht in den Startlöchern für den Breitbandausbau. Noch ist allerdings unklar, wann die „Telekom“ loslegt. Der Gemeinderat ebnete jetzt den Weg für weitere Zuschüsse.

Hohenpeißenberg – Die Zahlen sind durchaus beeindruckend: Fast 22 Kilometer Glasfaserkabel und Mikrorohre müssen im Zuge des umfangreichen Breitbandausbaus auf Hohenpeißenberger Flur verlegt werden. Das entspricht der Länge der Gemeindestraßen. Damit erschließt die Kommune allerdings fast den kompletten Ort. Sie steckt in den Anschluss an die schnelle Datenautobahn immerhin 125 000 Euro. Satte 500 000 Euro schießt das Förderprogramm des Freistaats dazu. Damit wird die Wirtschaftlichkeitslücke – die Summe, die sich für die „Telekom“ als Ausbauinvestition nicht rentiert – gedeckt. Wie viel die „Telekom“, die als einziger Versorger im Auswahlverfahren ein Angebot abgegeben hatte, selbst noch investiert, ist unbekannt. Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat der Finanzierung einstimmig zugestimmt, nun machte das Gremium den Weg für weitere Geldquellen frei – und zwar zusätzlich aus dem Förderprogramm des Bundes.

Das Ingenieurbüro „IK-T“ wurde einstimmig mit der Erstellung eines „Masterplans“ beauftragt, die Regensburger hatten schon die bisherige Planung übernommen. Ziel: „Wir wollen die ganze Sache betrachten und schauen, wo wir noch Lücken haben“, sagt Bürgermeister Thomas Dorsch. Mit dem Plan kann sich die Kommune dann um Gelder aus dem Bundestopf bemühen. Zahlen muss die Gemeinde für das Gutachten aber nicht: 50 000 Euro stellt der Bund dafür bereit, der entsprechende Bescheid liegt laut Dorsch vor. Ob für eventuelle Lückenschlüsse überhaupt neue Geldquellen benötigt werden, ist unklar. Denn Hohenpeißenberg hat Reserven: Maximal 700 000 Euro hatte der Freistaat als Förderung zugesagt, die Summe wird nicht ausgeschöpft.

Der Rathauschef ist generell zufrieden mit dem Breitbandausbau in seinem Ort. „Wir sind ganz gut im Rennen“, bilanzierte Dorsch in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Im Juli 2015 war die erste Förderphase abgeschlossen: Der Ortsteil Hetten und vor allem die gewerblichen Strukturen wurden von der „Telekom“ erschlossen. Die Wirtschaftlichkeitslücke für das Unternehmen betrug laut Bürgermeister 150 000 Euro. 115 000 Euro gab es aus dem Freistaats-Topf dazu, 35 000 Euro steuerte die Kommune bei. Jetzt wird der Rest erschlossen. Acht Ortsgebiete mit rund 1180 Haushalten stehen in der zweiten Phase auf dem Plan. Das Glasfaser wird teilweise bis ans Haus verlegt, der Rest über Kabelverzweigungen und die bisherigen Kupferleitungen angeschlossen. Wann die Arbeiten beginnen, ist allerdings noch unklar. Die „Telekom“ hatte sich, wie bei anderen Gemeinden auch, eigentlich mit der Vertragsunterzeichnung verpflichtet, den Ausbau innerhalb von zwölf Monaten abzuschließen. Doch wegen der regen Nachfrage ist es nicht leicht, Tiefbaufirmen an Land zu ziehen. Hohenpeißenbergs Rathauschef Dorsch ist optimistisch, dass der Startschuss „wohl im ersten Halbjahr“ fällt.

Rubriklistenbild: © DPA

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