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Der Breitbandausbau, aber auch die Ortsgestaltung spielten eine Rolle bei der Bürgerversammlung in Hohenpeißenberg. Am Rednerpult: Bürgermeister Thomas Dorsch. 

Bürgerversammlung in Hohenpeißenberg

Was passiert im Ort, wenn die Umgehung da ist?

Wenn die Ortsumgehung fertig ist, was passiert dann in Hohenpeißenberg? Bei der Bürgerversammlung im Haus der Vereine ging es auch um die künftige Ortsgestaltung. Neue Infos gab es aber zu sehr unterschiedlichen Themen. 

Hohenpeißenberg – Ein bisschen musste man ja schon schmunzeln, als Ralf Niepel im Rahmen der Hohenpeißenberger Bürgerversammlung über die zweite Stufe des örtlichen Breitbandausbaus referierte. Der „Telekom“-Mitarbeiter hatte seinen Vortrag mit dem Titel „In Hohenpeißenberg mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft“ überschrieben. Im Rathaus wäre man vor kurzem indes schon über Schneckentempo froh gewesen. Dort hatte man tagelang gar keinen Zugang zum Netz. „Die Verträge mit der ,Telekom für den weiteren Breitbandausbau wurden schon geschlossen – parallel zum nicht vorhandenen Internet“, sagte Bürgermeister Dorsch in der Versammlung schmunzelnd.

Insgesamt, so berichtete Niepel vor rund 100 Besuchern im Haus der Vereine, werde in den acht Erschließungsgebieten ein 21 Kilometer langes Leitungssystem verlegt. Innerorts sei man aus Kostengründen dazu gezwungen, überwiegend „Fibre-to-the-corb“-Technik (übersetzt: Glasfaser bis zum Bordsteinrand) zu installieren. Für die Außenbereiche sei es wiederum wirtschaftlicher, das Glasfaserkabel direkt in die Häuser zu verlegen („Fibre-to-the-home“). Die erste Ausbaustufe im Hetten sei „sehr gut gelaufen“, bilanzierte Niepel: „Wir haben ganz wenig Reklamationen erhalten.“ Und wie sieht der Zeitplan für das restliche Ortsgebiet aus? „Wir wollen innerhalb von zwölf Monaten fertig sein“, kündigte Niepel an. 

Wie Dorsch in seinen Ausführungen über die kommunale Finanzlage erklärte, wird die Gemeinde 312 000 Euro aus eigener Tasche für den Breitbandausbau bezahlen. Der Rathauschef sprach generell von einem „übersichtlichen Schuldenstand“ (zum Jahresende 2,61 Millionen. Euro), von einer Vermeidungsstrategie bezüglich der Erhebung von Straßenausbaubeiträgen („und wenn, dann nur in enger Abstimmung mit den Anliegern“) und von einem „in vielen Bereichen maroden Kanalnetz“. Um die Kanalgebühren im Rahmen zu halten, sei man bemüht, die Sanierung auf mehrere Einzelmaßnahmen zu verteilen. Dennoch müssten sich die Hohenpeißenberger auf Mehrbelastungen einstellen: „Da muss man ehrlich sein“, so Dorsch. 

 Thema in der Versammlung war auch das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK). Planer Dietmar Hörner stellte unter anderem die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt vor, in der die Schaffung einer verkehrsberuhigten Ortsmitte gefordert wurde. Hörner skizzierte die Idee einer „Dorfstraße“, die nach Eröffnung der Umgehung auf der Hauptstraße zwischen Rathaus und Schächen entstehen könnte. Der Schwerlastverkehr aus dem bzw. zum Gewerbegebiet an der Bahnhofstraße würde dann ausschließlich über den östlichen Teil der Hauptstraße laufen. Die Pläne bergen Konfliktpotenzial, wie sich an der Wortmeldung von Gemeinderat Robert Goldbrunner zeigte: „Für den Osten würde das doppelten Verkehr bedeuten.“ Bislang sind das alles nur Gedankenspiele, laut Dorsch soll nun aber ein konkreter Maßnahmenkatalog entwickelt werden: „Man muss die Projekte irgendwann mal angehen und alle Vor- und Nachteile abwägen.“ 

Bernhard Jepsen

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