Am 27. Dezember lag am Hohen Peißenberg so viel Schnee, dass es zum Rodeln reichte.
+
Am 27. Dezember lag am Hohen Peißenberg so viel Schnee, dass es zum Rodeln reichte.

Wetterrückblick des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg

Dezember begann und endete mit Schnee

Der Dezember zeigte an einigen Tagen sein frostiges Gesicht, war aber insgesamt um 2,4 Grad zu warm. Er begann und endete winterlich, wie der Wetterrückblick des Observatoriums zeigt.

  • Der Dezember 2020 begann wie es sich für einen Wintermonat gehört, mit Schnee
  • Dann wurde es wieder wärmer und erst zum Ende des Monats schneite es erneut
  • Dennoch war der Dezember 2,4 Grad wärmer als im langjährigen Mittel

Hohenpeißenberg – Der meteorologische Winter meinte es Anfang Dezember ernst, denn genau zum Monatsbeginn sandte er ein kleinräumiges Schneetief aus Skandinavien. Daher begann der 1. Dezember mit Schneefall, sodass sich am 2. Dezember bei Dauerfrost eine dünne Schneedecke auf dem Hohen Peißenberg bildete. Während der ersten Dekade lag ein blockierendes Hochdruckgebiet über Südrussland und der Ukraine. Eine Tiefdruckzone erstreckte sich vom Ostatlantik über Westeuropa hinweg bis zum westlichen Mittelmeer. Daraus ergab sich eine Südost- bis Südströmung. Südströmung bedeutet für den Hohen Peißenberg oftmals Föhn. Die Folge war, dass nach dem Eistag (Maximum unter 0 Grad) am 2. die Temperaturen am 4. Dezember gleich wieder auf über zehn Grad Celsius stiegen. Am 9. Dezember schaffte es erneut ein abgeschwächtes Niederschlagsgebiet über die Alpen bis ins Alpenvorland, sodass wir am 10. Dezember eine Schneehöhe von zehn Zentimetern messen konnten. Das lockte viele Rodler an die Hänge des Hohen Peißenbergs.

Während der zweiten Dekade wurde es mit Luft aus dem Südwesten wieder sehr mild. Die Maxima überstiegen an vier Tagen erneut 10 Grad und der Schnee schmolz dahin. An sieben Tagen dieser Dekade herrschte ausgezeichnete Fernsicht und die Sonne schien bei trockener Luft oft fast acht Stunden täglich.

Zu Beginn der dritten Dekade, kurz vor Weihnachten, wurde es regnerisch, windig und noch milder. Über Deutschland lag am 23. Dezember eine Luftmassengrenze, welche in der Heiligen Nacht Bayern erreichte. Am 25. Dezember lagen daher einige wenige Zentimeter Schnee und sorgten doch noch für eine weiße Weihnacht. Dazu gab es am zweiten Weihnachtsfeiertag Dauerfrost und reichlich Sonne. Danach erreichte uns jedoch wieder mildere Meeresluft, aber dennoch konnte die Schneehöhe bis Jahresende auf dem Hohen Peißenberg noch bis auf 6 Zentimeter Höhe anwachsen. Insgesamt fiel der Dezember mit einer Monatsmitteltemperatur von 1,9 Grad um 2,4 Grad zu warm aus. Am wärmsten war es am 23. mit 13,1 Grad, der kälteste Tag war der 27. mit -7 Grad Celsius.

Siegmar Lorenz

Wetterbeobachter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare