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Einblicke in den „Distanzunterricht“: Rektor Stefan Schmid erläutert der Elternbeiratsvorsitzenden Gudrun Lanz und Bürgermeister Thomas Dorsch, wie „Padlet“ funktioniert.

Grundschule Hohenpeißenberg

„Distanzunterricht“ hat gut begonnen

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
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Es hakt mitunter noch gewaltig beim „Distanzunterricht“, der seit 11. Januar läuft. Dass dieser in Hohenpeißenberg bislang gut funktioniert, liegt zum Teil daran, dass der Digitalisierungsprozess an der „Primus-Koch-Grundschule“ bereits begonnen worden war, bevor die Corona-Pandemie alles auf den Kopf stellte.

Hohenpeißenberg – Still ist es in den Gängen der Hohenpeißenberger „Primus-Koch-Grundschule“ an diesem Nachmittag. Auch am Vormittag wuselt es derzeit nicht in den Klassenzimmern und auf dem Pausenhof der Grundschule. Die Buben und Mädchen sind nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule zurückgekehrt. Sie mussten zuhause bleiben und werden auf die Distanz unterrichtet. Unter anderem damit sollen die Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden.

Seit vergangener Woche läuft der „Distanzunterricht“, der für Lehrer, Eltern und Kinder eine Herausforderung ist, wie der Rektor der Grundschule in Hohenpeißenberg, Stefan Schmid, und die Elternbeiratsvorsitzende, Gudrun Lanz, bei einem Pressetermin mit Bürgermeister Thomas Dorsch schildern.

„Es ist ein Spagat“, sagt der Rektor. Auf die Distanz Buben und Mädchen mit unterschiedlichem Leistungsniveau so zu unterrichten, dass niemand abgehängt werde, sei eine schwierige Aufgabe. Hinzu komme, dass die Voraussetzungen in den Familien auch verschieden seien. Während die einen Eltern ihre Kinder beim „Homeschooling“ unterstützen und ihnen bei technischen Problemen und inhaltlichen Fragen helfen könnten, seien andere weitgehend auf sich allein gestellt, zum Beispiel weil Vater und Mutter arbeiten würden. „Die Bandbreite ist groß. Da alle gleichmäßig zu bedienen, dass die Chancengleichheit gewahrt bleibt, das ist eine Herausforderung“, sagt Schmid.

Dennoch laufe es bislang an der „Primus-Koch-Grundschule“ ganz gut mit dem „Distanzunterricht“, der in Hohenpeißenberg aus drei Bausteinen bestehe (siehe Kasten). „Die bisherigen Rückmeldungen sind fast durchwegs positiv“, sagt Schmid. Und offensichtlich wurden auch so gut wie alle Schüler eingebunden, was sich an der Zahl derer ablesen lässt, die das Angebot, sich das Materialpaket nach Hause zu nehmen, wahrgenommen haben: „Nur zwei von 103 Paketen sind nicht abgeholt worden.“

Wie eine Online-Konferenz funktioniert, das haben die Buben und Mädchen seiner 3. Klassse bereits bei einer Online-Weihnachtsfeier vor den Weihnachtsferien getestet. Eigentlich sei diese für vor den Ferien als gemeinsame Feier im Klassenzimmer geplant gewesen, doch dann wurden die Schulen geschlossen und er habe seine 3. Klasse zur Online-Feier eingeladen, die dann gleichzeitig die Probe für die Videokonferenzen nach den Ferien war, schildert der Rektor. „Wir haben mal wieder gemeinsam ohne Maske gesungen, die Kinder haben auf ihren Instrumenten vorgespielt – es war super. Und sie haben das Tool kennengelernt“, sagt Schmid.

Dass es in Hohenpeißenberg an der Grundschule gut läuft mit dem „Distanzunterricht“ bestätigt auch die Elternbeiratsvorsitzende Gudrun Lanz: „Es ist absolut positiv, was die Schule derzeit leistet.“ Sie habe mit ihren Kollegen vom Elternbeirat gesprochen und mit vielen anderen Eltern. „Die Kinder werden dort abgeholt, wo sie stehen.“ Sie beobachte bei ihren Kindern, wie gut es ihnen tue, wenigstens für eine Stunde Kontakt zu Lehrern und Klassenkameraden zu haben – wenn es auch nur online sei.

Dass der Start des „Distanzunterrichts“ geglückt ist, liegt nach Einschätzung des Rektors vor allem daran, dass Lehrer, Eltern und Kinder gut mitziehen. Schule und Gemeinde haben den Digitalisierungsprozess der Grundschule bereits begonnen und mit vorangetrieben: „Es hilft, dass wir uns schon auf dem digitalen Weg befinden“, sagt Schmid: „Wir sind wirklich gut ausgestattet.“

Rund 90 000 Euro hat die Gemeinde laut Dorsch für den Digitalisierungsprozess an der Grundschule bereitgestellt. Der Bürgermeister hofft auf eine Förderung von 70 000 Euro, sodass für die Gemeinde Kosten von rund 20 000 Euro bleiben.

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