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Sehr erfreut ist Bürgermeister Thomas Dorsch über die Entwicklung auf dem Schächengelände. Dort wurde im November Hebauf gefeiert.

Interview zum Jahresende

Dorsch: 2016 war „das Jahr der Solidarität“

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Hohenpeißenberg – Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Was hat sich in den vergangenen zwölf Monaten getan? Was war gut, was schlecht? Darüber spricht die Heimatzeitung mit den Bürgermeistern von Peißenberg, Hohenpeißenberg und Wessobrunn. Heute ist Hohenpeißenbergs Thomas Dorsch dran.

Herr Dorsch, 2015 hatten Sie als ein „Jahr vieler Vorbereitungen“ bezeichnet. Welche Schlagzeile würden Sie denn 2016 geben?

(überlegt) Hm, ich würde sagen: Das Jahr der Solidarität. Wir haben als Gemeinde wahnsinnig viele Förderbescheide bekommen. Und beim Hochwasser haben sich die Menschen gegenseitig unterstützt und auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr haben sich ehrenamtlich sehr engagiert. Auch bei der Sanierung der Wallfahrtskirche gab’s viel Solidarität: Es wurde ganz viel gespendet, und auch hierfür gab’s Förderbescheide. Damit die Sanierung gelingen konnte, mussten viele zusammenhelfen.

Was war denn der Höhepunkt des Jahres für Sie?

Das ist schwierig, weil es in verschiedenen Bereichen sehr wichtige Geschichten gab. Natürlich war die Wiedereröffnung der Wallfahrtskirche etwas Besonderes. Darauf haben wir jahrelang hingearbeitet. Aber zum Beispiel auch der Hebauf am Schächen war wichtig. Da möchte ich mich nicht festlegen.

Gibt es 2016 einen Tag, den Sie gern aus dem Gedächtnis streichen würden?

Den 3. Juni. Der Tag, an dem es wegen des Starkregens zu den Hangrutschen kam. Den kann man streichen.

Im Dezember wurde bekannt, dass sich die Eröffnung der Umfahrung weiter verzögert. Ärgert sie das sehr?

Es ärgert mich, wenn das nicht kommuniziert wird. Uns wurde gesagt, dass uns Bescheid gegeben wird, wenn sich der Termin nicht halten lässt. Aber dann habe ich es von Ihnen erfahren und nicht vom Staatlichen Bauamt selbst. Natürlich kann es auf so großen Baustellen zu unvorhergesehenen Problemen kommen, aber das muss man eben kommunizieren. Wenn es diesmal nun nur ein, zwei Monate Verzögerung sind, dann ist das kein Thema. Wenn die Umfahrung aber 2017 gar nicht fertig wird, dann ist das ein Problem.

Die Gemeinde wollte gern auch eine dritte Ausfahrt. Glauben Sie, dass es die jemals geben wird?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir haben auch mitfinanziert, damit zumindest die bauliche Möglichkeit geschaffen wurde, später noch eine Abfahrt einzurichten. Aber derzeit stehen die benötigten Grundstücke nicht zur Verfügung. Die sind alle in privater Hand. Deshalb ist das gerade kein Thema. Ohnehin ist die dritte Abfahrt sehr umstritten. Viele Hohenpeißenberger befürchten, dass bei dieser Ausfahrt dann der komplette Verkehr zum Berg in die Ortsmitte verlagert würde.

Gibt es etwas, dass 2016 besonders schlecht gelaufen ist?

Ja, 14 Tage Rathaus ohne Internetzugang. Das war heftig.

Etwas, dass Sie im Rückblick anders machen würden?

Es gibt immer Dinge, die besser laufen können. Gern hätte ich für unser Seefest besseres Wetter bestellt.

Die Gemeinde plant ja, ein Ortszentrum zu schaffen, sobald der Verkehr raus aus dem Ort ist. Ein erster Anfang ist das neue Gebäude auf dem Schächengelände. Hand aufs Herz: Hätten Sie am 1. Januar 2016 geglaubt, dass noch im gleichen Jahr Hebauf gefeiert wird?

Die Hoffnung habe ich gehabt. Wir haben mit der Firma „M. Haseitl“ ja einen kompetenten Partner. Dass der Bau aber sogar früher als geplant losgeht und alles so pünktlich passiert, ist schon beeindruckend. Es ist eine sehr erfreuliche Baustelle. Was mir auch besonders gut gefällt, ist, dass die gewerblichen Bereiche gut belegt sind und ein sozialer Treffpunkt geschaffen wird. Das ist wichtig für den Ort.

Welche Projekte stehen denn für 2017 an?

Wir hoffen natürlich auf die Umgehungsstraße, außerdem beginnt die zweite Förderphase des Breitbandausbaus, wir wollen einen Vereinsstadl bauen und einen Jugendtreff schaffen. Außerdem wird die Bergstraße saniert und die Ableitung des Regenwassers vom Hohen Peißenberg bleibt auch ein Thema. Dann wären da noch der Bau einer Ableitung von der Kläranlage zur Ammer und der Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeugs.

Klingt nach einem teuren Jahr.

Ja, das wird es. Aber das Geld ist schon rangeschafft, 2017 wird es eben ausgegeben. Aufwändiger als die Umsetzung der Projekte ist aber oftmals die Vorbereitung.

Was wünschen Sie sich für 2017?

Dass sich die Hohenpeißenberger mit ihrem Ort identifizieren und das künftige Angebot am Schächengelände annehmen, also dort auch einkaufen gehen. Wir wollen ja eine lebendige Ortsmitte schaffen. Und natürlich wünsche ich mir auch, dass endlich die Umgehungsstraße fertig wird. Und natürlich wünsche ich allen alles Gute, Glück und Gesundheit fürs neue Jahr.

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