Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen

Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen
Kurz vor Sonnenuntergang zauberte die Sonne noch diese zwei Regenbogen in den Himmel bei Hohenpeißenberg. 

Juni so nass wie selten zuvor

Der erste Sommermonat, der Juni, brachte uns wieder in die Normalspur des typischen mitteleuropäischen Sommers zurück. Längere Hitzewellen und Trockenperioden gab es nicht, dafür viel Regen, wie der Wetterrückblick des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg zeigt.

Hohenpeißenberg Der Juni begann zunächst mit drei sehr sonnigen Tagen und Temperaturen um 20 Grad (immer Celsius). Am 3. Juni erreichte uns feucht-labile Luft mit einem Gewitter am Nachmittag und brachte den Wechsel zu kühlem Sommerwetter, der sich bei uns aber ohne Unwetter vollzog. Bis zum Ende der ersten Dekade blieben die Tageshöchsttemperaturen nun unter 20 Grad; am 9. Juni wurden am kältesten Tag des Monats nur 10,3 Grad erreicht.

Zum Vergleich: An zehn Februartagen des vergangenen milden Winters war es wärmer als an diesem kältesten Junitag. Typischerweise haben wir es im Juni zwischen dem 5. und 20. mit Kälterückfällen – im Volksmund „Schafskälte“ genannt – zu tun. In diesen Fällen erreicht uns eine kalte Luftströmung aus dem Norden Mitteleuropas. Diese Luftmassen überstreichen die Ost- und Nordsee. Über dem noch kalten Oberflächenwasser können sie noch nicht so nachhaltig erwärmt werden. Anders ist es im Sommer, wenn sich Land- und Wassertemperaturen etwas angenähert haben.

Die zweite Dekade begann mit zwei trockenen Tagen. Zwischen einem Hoch über Skandinavien und einem Tief über Südwesteuropa floss Warmluft ein. Doch bereits am 13. Juni zogen Gewitter und Starkregen aus den Alpen, von der Schweiz kommend, zu uns. Am 13. fielen 44 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – etwa ein Viertel der durchschnittlich zu erwartenden Niederschlagsmenge des Monats.

Diese Starkniederschläge rissen am 13. Juni abends die Brücken in der Höllentalklamm weg. Die Gewitter blieben über längere Zeit an Ort und Stelle, und es kamen große Regenmengen zustande. Unwetter führten deutschlandweit zu Sturmböen und Überschwemmungen. Auf dem Hohen Peißenberg fiel vom 14. bis 16. Juni Dauerregen bei anhaltendem Nebel. Die Tageshöchsttemperaturen lagen wenig über 10 Grad und die Sonne zeigte sich gar nicht. Die regenreichen Tage taten der Natur sehr gut.

In der zweiten Dekade fielen 127 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Davon profitierten auch die ziemlich tief gesunkenen Wasserstände von Ammersee und Starnberger See. Der Wasserspiegel des Ammersees erhöhte sich vom 11. bis 25. Juni um 50 Zentimeter, beim Starnberger See waren es 20 Zentimeter. Die Ammer verbuchte am 11. Juni eine kurzlebige Spitze mit Hochwassermeldestufe zwei.

Zu Beginn der dritten Dekade erfreute uns der Ableger eines Azorenhochs mit beständigerem Wetter, nachdem bis dahin von 20 Junitagen nur drei trocken geblieben waren. So konnten bis Monatsende die Höchsttemperaturen an sechs Tagen 20 Grad überschreiten. Am 27. Juni erlebte der Hohe Peißenberg seinen ersten Sommertag (25,3 Grad).

Ein Tiefausläufer mit Gewittern und nachfolgendem Dauerregen lud am 28. Juni 38 Liter Niederschlag pro Quadratmeter ab. Die Temperaturspanne auf dem Hohen Peißenberg bewegte sich von 5,5 Grad am 7. Juni bis 25,3 Grad am 27. Juni.

Während des gesamten Monats fielen 251 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Damit war es der viertnasseste Juni seit Bestehen unserer Messreihe im Jahr 1781. An drei Junitagen wurden Tagessummen von mehr als 30 Litern pro Quadratmetern gemessen. Trocken blieb es nur an acht Tagen. Gewittertage gab es sechs. Bayern war das nasseste Bundesland. Trotz der sehr trockenen Monate April und Mai herrscht – auf das erste Halbjahr 2020 bezogen – immer noch ein Niederschlagsüberschuss von 12 Prozent über dem Durchschnitt. Es ist die Nähe der Alpen, welche für uns ein Garant für die „Gewitterproduktion“ ist, zugleich aber auch Stauniederschläge ermöglicht, die weit bis ins Vorland reichen können.

Siegmar Lorenz

Wetterbeobachter Dipl.-Ing.(FA) im Observatorium auf dem
Hohen Peißenberg

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