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Ein Teil des Hangs ist beim Starkregen im Juni bereits abgerutscht.

Auf dem Hohen Peißenberg

Nach Hangrutsch: Noch keine Lösung fürs Regenwasser

Hohenpeißenberg - Ein langer Riss geht durch den Hohen Peißenberg. Regenwasser macht ihn noch schlimmer. Deshalb muss die Entwässerung der Wallfahrtskirche neu geregelt werden.

Es war eine präventive Vorkehrung, als vor vier Monaten an der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg ein provisorisches Entwässerungssystem installiert wurde. Das Niederschlagswasser wurde komplett auf die Nordseite umgeleitet und nicht mehr in den Südhang abgelassen. Dort war es im Zuge der schweren Unwetter Anfang Juni zu einem oberflächlichen Hangrutsch gekommen. Rein optisch sah das Ganze zunächst nicht dramatisch aus, bei einer genaueren Begutachtung wurde jedoch ein etwa 100 Meter breiter, quer über den steilen Abhang verlaufender Geländebruch festgestellt.

Die Gemeinde reagierte schnell und gab die Entwässerungsumleitung in Auftrag. Der durchnässte Hang sollte von weiterem Regenwasser entlastet werden. Anfang Oktober wurde das provisorische Leitungssystem nun wieder abgebaut. Problem gelöst? Nein. Die Rohre sind lediglich entfernt worden, damit sie in den anstehenden Wintermonaten bei Frost nicht bersten. Außerdem ist in der kalten Jahreszeit für gewöhnlich nicht mehr mit so extremen Starkregenfällen wie im Sommer zu rechnen.

Der Hang hat sich laut Bürgermeister Thomas Dorsch in den vergangenen Monaten zwar „beruhigt“, aber nach der Kälteperiode im Frühjahr wird das provisorische Entwässerungssystem wieder aufgebaut. Dorsch spricht alles in allem nach wie vor von einer „akuten Gefährdung“. Ergo: Für die Entwässerung an der Wallfahrtskirche muss eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Hinter den Kulissen laufen derzeit zwischen der Kirche und dem Freistaat Bayern Gespräche über die baulastrechtliche Regelung. „Die beiden müssen sich darüber verständigen, welche Kostenanteile jeder übernimmt“, erklärt Dorsch, der mit einem Aufwand „von einer halben Million aufwärts“ rechnet. Wenn sich Kirche und Staat geeinigt haben, wird das Staatliche Bauamt in Weilheim mit den Planungen beginnen. Klar ist, dass ein Leitungssystem mit Rückhaltebecken entwickelt werden muss, um das Wasser gedrosselt über die Nordseite des Hohen Peißenberg abzulassen. Also nicht nur die Berg-Südseite bedarf einer Schonung. „Es wird wohl ein ziemlich langer Weg, bis eine realisierbare Planung vorliegt“, prognostiziert Dorsch. Unter anderem müsse auch mit dem Grundeigentümer gesprochen werden: „Im allergünstigsten Fall wird die Maßnahme vielleicht im Herbst 2017 umgesetzt werden können.“ Die Gemeinde sei bei dem Projekt „begleitend“ dabei: „Mir ist es ein Riesenanliegen, dass die Sache gelöst wird“, betont Dorsch. Der Rathauschef befindet sich im ständigen Kontakt mit den Fachbehörden wie dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landesamt für Umwelt. „Ich versuche, die Dringlichkeit der Maßnahme darzustellen“, so Dorsch – aber: „Es ist eine nicht ganz einfache Aktion.“ 

Bernhard Jepsen

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