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Viele Gräber versinken derzeit im Schnee, so auch auf dem Friedhof von Hohenpeißenberg. 

Hohenpeißenberg

Friedhöfe unter Schneemassen begraben

Die Schneemassen, die sich in den vergangenen Wochen im Landkreis immer weiter auftürmten, machen auch den Mitarbeitern auf den Friedhöfen arg zu schaffen.

Auf dem Hohenpeißenberger Friedhof liegt der Schnee inzwischen so hoch, dass einige Grabsteine gerade noch so aus dem Weiß herauslugen. Die Friedhofsmauer und die Grabsteine an der Mauer verschwinden ganz im Weiß. Teilweise liegt der Schnee mehr als 1,50 Meter hoch. Damit der Friedhof überhaupt begehbar bleibt, sind Mitarbeiter des Bauhofes mit schwerem Gerät angerückt und haben einen Weg zwischen den Gräbern freigeschaufelt. Auch der Platz vor dem Leichenschauhaus wurde von den Schneemassen befreit.

Der viele Schnee ist tatsächlich auch ein Problem bei Bestattungen, wie Bürgermeister Thomas Dorsch sagt. „Wenn eine Beerdigung ansteht, müssen wir freiräumen.“ Die letzten beiden Male habe es sich um Urnenbestattungen gehandelt, die leichter zu bewerkstelligen sind als Erdbestattungen.

Der Friedhof oben auf dem Hohen Peißenberg liegt noch 200 Meter höher als der Ort Hohenpeißenberg, was dort noch mehr Schnee bedeute. „Es ist echt heftig“, sagt der Bürgermeister über die Schneemassen auf dem Friedhof, „aber das muss man trotzdem managen.“

Kaum ein Durchkommen war in dieser Woche auch auf den städtischen Friedhöfen in Schongau, die unter einer dicken Schneedecke verschwanden. Da sich Beerdigungen freilich nur schwer verschieben lassen, waren die beiden Friedhofswärter Günther Graun und Herbert Jungandreas die meiste Zeit am Schneeschaufeln, um die Wege zu den neuen Grabstätten freizubekommen. Friedhofsbesucher, die die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen wollten, mussten dagegen meist wieder umkehren. Oder aber sie stapften durch den kniehohen Schnee.

Alle Nebenwege habe man nicht freischaufeln können, bedauert Friedhofswärter Graun. Sie machen seinen Angaben nach 95 Prozent aller Wege aus. Und allein der Waldfriedhof sei so groß wie vier Fußballplätze, gibt Graun zu Bedenken. Beschwerden von Besuchern sind ihm bislang nicht zu Ohren gekommen.

Leichter wäre die Arbeit, hätten Graun und sein Kollege besseres Gerät. Sein größter Wunsch an den Bürgermeister sei daher auch eine neue Schneefräse, sagt der Friedhofswärter. Die alte Fräse habe schon 18 Jahre auf dem Buckl. „Mit ihr bringe man nur noch den Pulverschnee weg“, beklagt Graun.

Mehr Zeit einplanen müssen derzeit auch die Beerdigungsinstitute, weil sie nicht direkt zu den Gräbern fahren können, weiß der Friedhofswärter. Und „das Ausheben der Gräber ist erschwert“, teilt Reinhold Jaser von der Friedhofsverwaltung der Stadt mit.

Die Hauptwege auf dem Stadtfriedhof und auf dem Waldfriedhof seien aber weitgehend geräumt. Um ein Grab zu öffnen, würden schwere Geräte wie Bagger oder Kompressor eingesetzt. „Eine Beerdigung haben wir wegen des Schnees und des Frostes bislang allerdings noch nicht verschieben müssen“, gibt Jaser zu verstehen. Außerdem würden mittlerweile bei zwei Drittel aller Bestattungen Urnen verwendet, das Ausheben eines Grabes sei in diesen Fällen somit nicht notwendig.

Und wenn doch gegraben werden muss, hat die derzeitige Schneedecke sogar einen Vorteil. Sie bietet laut Friedhofswärter Graun Schutz vor dem starken Frost. Die Grabstellen schaufelt er daher auch erst frei, kurz bevor die Totengräber anrücken, sagt Jaser weiter im Gespräch mit der Heimatzeitung. 

Michael Gretschmann/ Kathrin Hauser /Jörg von Rohland /Rudi Hochenauer

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