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Muss möglichst schnell entsorgt und neu gedeckt werden: das Dach der Hohenpeißenberger Pfarrkirche. 

Gefahr wegen Asbest auf Kirchendach in Hohenpeißenberg

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Ein großes Projekt steht dem Pfarrverband Peiting - Hohenpeißenberg bevor: Weil sich das asbesthaltige Dach der Pfarrkirche „Auferstehung des Herrn“ langsam auflöst, muss es abgetragen, entsorgt und dann wieder erneuert werden. Wie ein Gutachter festgestellt hat, ist die Umgebung nicht belastet.

Hohenpeißenberg – Dass etwas mit dem Dach der Pfarrkirche „Auferstehung des Herrn“ mitten in Hohenpeißenberg nicht stimmt, hatte sich schon länger angekündigt, wie der Kirchenpfleger der Gemeinde, Ernst Schmidhuber, erzählt: „Zuerst haben wir gesehen, dass sich das Dach verfärbt.“ Dann hätten sich nach starken Stürmen einzelne Schindeln aus dem Dach gelöst. „Da haben wir von der Kirchenverwaltung gesagt, dass wir handeln müssen“, sagt Schmidhuber. Die Gefahr, dass jemand eine Dachschindel auf den Kopf bekommt, sei zu groß gewesen.

Weil ja bekannt gewesen sei, dass die Kirche von 1959 bis 1961 entstanden war und in dieser Zeit regelmäßig asbesthaltige Stoffe verbaut worden seien, sei ein Gutachter mit der Untersuchung des Kirchendachs beauftragt worden. „Der Gutachter hat Materialproben genommen und bestätigt: ,Ja, es handelt sich um asbesthaltiges Material’“, sagt Schmidhuber.

Ein Teil des Kindergarten-Gartens musste abgesperrt werden

Damit begannen bange Tage in Hohenpeißenberg, weil völlig unklar war, ob und wenn ja, in welchem Ausmaß die nähere Umgebung der Pfarrkirche auch mit Asbest verseucht ist. Ob das Pfarrhaus, die Bücherei, die Sakristei, der Kircheninnenraum, die Gärten in der Umgebung und der Kindergarten mit Asbest belastet sind. Es wurde ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, das genau das untersuchen sollte. „Der Gutachter hat an acht Plätzen Luftmessungen vorgenommen“, sagt Schmidhuber. Nach ein paar Tagen bangen Wartens kamen die Ergebnisse: An keinem der Messpunkte konnten asbesthaltige Fasern in der Außenluft gefunden werden. „Das war für mich eine sehr große Erleichterung“, sagt der Kirchenpfleger. Damit sei klar gewesen, dass weder Kindergarten noch Sakristei noch die Umgebung gefährdet seien. „Wir sind unglaublich erleichtert, dass nichts ausgetreten ist“, sagt auch Pfarrer Robert Kröpfl. Dennoch wurde ein Teilbereich des Kindergarten-Gartens vorsichtshalber abgesperrt.

Die Teile, die vom Dach geweht wurden, wurden von einem Asbest-Entsorger weggebracht und die Partikel, die sich aus dem Dach lösen, werden regelmäßig abgesaugt. Das soll so lange gemacht werden, bis das Kirchendach abgedeckt wurde und einen neuen, asbestfreien Belag erhalten hat.

Denn dass das alte Dach entsorgt und dann ersetzt wird, das steht jetzt schon fest. Der Vorgang sei sogleich nach München ans Ordinariat gemeldet worden, sagt Kröpfl. Die Diözese habe sofort einen Bau-Sachverständigen geschickt, der gemeldet habe, dass etwas geschehen müsse mit dem sich auflösenden, asbesthaltigen Kirchendach. „Das Projekt ist bislang von der Diözese total dynamisch behandelt worden, da wird nichts verschleppt“, lobt Schmidhuber.

Die Erzdiözese München-Freising trägt 85 Prozent der Sanierungskosten, die restlichen 15 Prozent soll die Pfarrei übernehmen. Was es kostet das Dach abzudecken, das asbesthaltige Material zu entsorgen und anschließend einen neuen Dachbelag zu decken, das lasse sich noch nicht abschätzen, meinen Kröpfl und Schmidhuber. Kröpfl ist sich aber sicher: „Billig wird das nicht.“ Um die Pfarrei „Auferstehung des Herrn“ bei dem Vorhaben zu unterstützen, sollen auch Spenden für das neue Dach gesammelt werden.

Spenden

Wer die Kirchenstiftung „Auferstehung des Herrn“ bei der Sanierung unterstützen und spenden will, es gibt ein Konto bei der „Raiffeisenbank Pfaffenwinkel“ mit der IBAN: DE02 7016 9509 0002 5157 25.

Lesen Sie dazu auch: Alte Gräber zu klein für Särge

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