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Millimeterarbeit: Die rund 700 Kilogramm schwere Haube musste unter Zuhilfenahme eines Krans ganz genau positioniert werden.

Generalsanierung der Wallfahrtskirche

Prunkvoll glänzender Schlusspunkt

Präzisionsarbeit war gestern an der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg angesagt: Über den Eingangsbereich, der momentan saniert wird, wurde per Lkw-Kran ein neues, mit Edelstahlträgern und Holverschalung gefertigtes Kupferdach eingehoben.

Hohenpeißenberg – Gestern in aller Hergottsfrühe auf dem Hohen Peißenberg: Um die Wallfartskirche ist noch keine Menschenseele zu sehen, die aufgehende Sonne strahlt das Bergpanorama an und vom Observatorium steigt langsam ein Messballon in den Himmel. Ruhe und Idylle pur.

Doch kurz nach sieben Uhr ist es damit vorbei. Ein großer Speditionstruck schlängelt sich den Berg hinauf. Er hat neben einer Klimaanlage für einen anderen Kunden wertvolle Fracht für die Hohenpeißenberger geladen – nämlich das neue Dach für den Eingangsbereich der Wallfahrtskirche. Gefertigt wurde die Kupfer-Holz-Edelstahl-Konstruktion von einer Spezialfirma in der Nähe von Straubing - und zwar anhand von Originalbildern aus den 1920er Jahren.

Statt des baufällig gewordenen Holzdachs, das vor etwa 60 Jahren errichtet worden war, ziert künftig also eine historische Rekonstruktion den Eingangsbereich der Wallfahrtskirche. „Das ist schon ein Erlebnis. Es schaut richtig schön aus. Die Kirche bekommt dadurch ein anderes Gesicht“, schwärmt Gemeinderat Rudi Hochenauer, als auf der Truckladefläche die Plane vom prunkvoll glänzenden Dach gezogen wird.

Auch Bürgermeister Thomas Dorsch lässt sich das Spektakel nicht entgehen. Mit einem LKW-Kran der Firma Eggersdorfer wird das 700 Kilo schwere Dach vorsichtig auf das vorbereitete Fundament gehoben. Knapp zwei Stunden dauert es, bis alles perfekt sitzt.

Die Renovierung des Eingangsbereichs, im Zuge derer auch der Boden und die Außentüren erneuert werden, ist vorerst die letzte große Baumaßnahme der seit mehreren Jahren laufenden sowie rund fünf Millionen Euro teuren Generalsanierung der Gnadenkapelle und der Wallfahrtskirche. Die feierliche Einweihung des Eingangsbereichs, bei der auf das Dach ein Marienmonogramm geschraubt wird, ist auf 9. September terminiert.

Kleiner Wehrmustropfen: An der Südseite der Wallfahrtskirche wird es dann immer noch nach Baustelle aussehen. Die provisorische Drainageleitung, die nach einem Hangrutsch vor drei Jahren installiert wurde und das Regenwasser auf die Nordflanke des Bergs umleitet, wird wohl erst 2019 verschwinden.

Das Projekt für eine dauerhafte Lösung ist eigentlich komplett durchgeplant (das Wasser soll auf dem Gelände des Observatoriums versickern). Doch nachdem geklärt wurde, dass sich Staat und Kirche die Baulast teilen, gab es in der Diözese München auf Verwaltungsebene interne Umstrukturierungen. Dadurch kam es zu zeitlichen Verzögerungen.

Laut Dorsch tagt demnächst der „Strategische Vergabeausschuss“ des Ordinariats, um über die Mittelfreigabe zu befinden: „Wenn alles gut läuft, können die Bauarbeiten im kommenden Frühjahr beginnen“, erklärt Dorsch – der alles andere als begeistert darüber ist, dass der kirchliche Verwaltungsapparat so langsam arbeitet. Von Bernhard Jepsen

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