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Hans Peter Schöler, Revierleiter beim Forstbetrieb Oberammergau, steht hier an einer Stelle, an der bis vor Kurzem noch die Straße verlief. Sie wurde weiter nach oben verlegt.

Zwischen Peiting und Peißenberg

Nach Unwetter: Hang an der Ammer rutscht weiter ab

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An der Ammer in Hohenpeißenberg hat sich der Hang in Bewegung gesetzt. Der viel genutzte Forstweg ist deshalb in Gefahr.

Hohenpeißenberg – Der Hang kommt nicht zur Ruhe. Weil das Erdreich weiter abrutscht, hat der Forstbetrieb Oberammergau Ende vergangener Woche entschieden, den Forstweg an der Ammer zwischen Peiting und Peißenberg – genannt Ammertalstraße – erneut zu sperren.

Die Problemstelle liegt südlich von Hohenpeißenberg, nahe der Stelle, an der der Kohlgraben in die Ammer mündet. Dort befinden sich Schichten von Tonstein im Boden. Die lassen kein Wasser durch. Stattdessen wird die Oberfläche durch Feuchtigkeit „schmierig wie Seife“, beschreibt Hans Peter Schöler, Revierleiter für den Forstbetrieb Oberammergau. Dann hat das Erdreich darauf keinen Halt mehr. Das geschah an der Ammertalstraße. Bei den Regenfällen der vergangenen Zeit kam der Hang schließlich in Bewegung. Im Mai reagierte der Forstbetrieb und ließ rund 120 Meter des Weges nach oben verlegen. Bagger schaufelten den Boden bis runter zur Tonschicht auf, dann kamen lockeres Material wie Kies und Steine sowie Entwässerungsleitungen rein. Zudem wurde ein sogenanntes Geogitter eingebaut, das den Untergrund stabilisiert. „Das funktioniert wie eine Bremsschicht“, sagt Schöler.

Wie nötig die Arbeiten waren, hat sich nun gezeigt: Denn während die neue Straße größtenteils intakt ist, rutschte der alte Streckenabschnitt nach erneuten Regenfällen weiter ab – teilweise um einen Meter. Und das Problem hat sich weiter in Richtung Westen ausgebreitet – das Erdreich bewegt sich nun auch unterhalb eines nicht sanierten Abschnitts. Dadurch entstanden im Randbereich der neu verlegten Straße ebenfalls wieder Risse.

Wegen der Hangbewegung wurde die Durchfahrt sofort gesperrt, Schöler nahm Kontakt zu einem Bauunternehmen auf. „Wir müssen jetzt auch diesen Teil aufgraben und sichern.“ Rund 30 Meter seien diesmal betroffen. Die Straße wird um eine halbe bis eine Fahrbahnbreite Richtung Hang verlegt. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich kommende Woche und dauern rund zwei Wochen.

Radfahrer und Fußgänger müssen in dieser Zeit auf den beliebten Weg verzichten, der auch Teil des Ammer-Amper-Radwegs ist. Aber die Sanierung ist einfach notwendig, betont Schöler: Denn wenn nichts gemacht wird und „der Weg wegrutscht, dann ist die Ammertalstraße nicht mehr durchgehend befahrbar“ – dann wäre die Verbindung zwischen Peiting und Peißenberg unterbrochen. Das wäre für Erholungssuchende ebenso ärgerlich wie für die Forstarbeiter, die die Straße dringend brauchen.

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