Ein Bagger steht an einer Baustelle an einer Straße.
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Der Hangrutsch an der Umfahrung zog sich bis sechs Meter unter die Fahrbahn.

Umfahrung Hohenpeißenberg: Böschung hätte jederzeit auf Straße rutschen können

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Nachdem der Öffnungstermin nach der Befestigung des rutschenden Hanges vor rund einem Monat verschoben wurde, soll die Umfahrung von Hohenpeißenberg in dieser Woche wieder für den Verkehr freigegeben werden. Es musste mehr saniert werden als geplant. Und es war höchste Zeit für die Maßnahme.

  • Hangsanierung an Hohenpeißenberger Umfahrung dauerte länger als geplant
  • Maßnahme war dringend nötig
  • Umfahrung soll demnächst wieder geöffnet werden

Ende April, die Befestigung der ins Rutschen geratenen Böschung an der Umfahrung von Hohenpeißenberg hatte gerade begonnen, da ahnte Andreas Lenker, der beim „Staatlichen Bauamt“ für den Straßenbau im Landkreis zuständig ist, dass es vielleicht nicht so reibungslos weitergehen könnte. „Der Kernbereich der Rutschung kommt erst noch“, sagte er damals. Er fürchtete, dass es dort größere Probleme geben könnte als bei den ersten beiden Bauabschnitten. Genaues sei allerdings erst zu sehen, wenn das Oberflächenmaterial entfernt worden sei, sagt er damals, denn die bis dahin untersuchten Bodenproben seien lediglich punktuelle Bestandsaufnahmen. „Das wird für uns alle sehr spannend.“

Offensichtlich sind Lenkers Befürchtungen eingetreten:

Der Hang war doch heftiger ins Rutschen geraten, als vermutet. Als Böschung und Straße aufgebaggert worden waren, habe sich gezeigt, dass die destabilisierte Fläche um einiges größer sei und tiefer in Hang und Fahrbahn reichte als geahnt. „Es ging sechs Meter tief unter die Fahrbahn.“ Und damit sei auch klar gewesen, dass die akute Gefahr bestand, dass es einen gewaltigen Hangrutsch gibt. „Die Böschung hätte jederzeit abrupt kommen können“, sagte Lenker: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, dass wir das schnell angegangen sind.“

Die Baustelle war größer als geplant.

Nach Mitteilung des „Staatlichen Bauamtes“ ist in den vergangenen Monaten der 210 Meter lange Böschungsbruch erheblich abgeflacht und mit zwei Lagen Grobschotter gesichert worden. Zudem sorgt nun ein massiver Stützkörper, der sowohl in den Böschungsfuß als auch unter die Fahrbahn reicht, für Halt an der Hohenpeißenberger Umfahrung. „Insgesamt wurden über 100 000 Tonnen – das entspricht in etwa 8000 Lastwagen-Ladungen – abgerutschtes Erdreich ausgebaut und unter anderem durch Schotter und wieder aufbereitetes standfestes Material ersetzt“, so die Mitteilung. „Es ist ein Wahnsinn, was in dieser Zeit gebaut wurde“, sagt Lenker über die Bauarbeiten, die Anfang April begonnen haben.

Dass der Hang erneut ins Rutschen gerät und die Hohenpeißenberger Umfahrung wieder gesperrt werden muss, hält Lenker für wenig wahrscheinlich. „Der Gutachter hat uns bestätigt, dass die Böschung jetzt steht.“

Derzeit laufen noch die letzten Asphaltierungsarbeiten. Bis Freitag, 4. September, sollen noch abschließende Arbeiten an der Entwässerung ausgeführt werden. Dann könne die Umfahrung Hohenpeißenberg wieder für den Verkehr freigegeben werden, so das „Staatliche Bauamt“, das zudem mitteilt, dass es noch „umfangreiche Restarbeiten“ wie zum Beispiel dem Einbau eines befestigten Banketts mit Rasengittersteinen zu erledigen gibt und deswegen der Verkehr bis voraussichtlich Ende September nur einspurig fließen kann. Es soll wieder eine Ampel aufgestellt werden. Auch wenn es sich jetzt noch eine Weile hinzieht, bis die Ampel abgebaut werden und die Fahrspuren der Umgehungsstraße wieder alle genutzt werden können, steht für Lenker bereits jetzt fest: „Es war eine Mords-Baumaßnahme.“

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