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Zwei Unfälle gab es in diesem Jahr bereits am Bahnübergan g im Gewerbegebiet an der Zieglmeierstraße in Hohenpeißenberg. Die Bahnstrecke führt von Weilheim nach Schongau. 

Hohenpeißenberg: Braucht  Bahnübergang  „Zieglmeierstraße“ eine Schranke?

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Nachdem es innerhalb von wenigen Monaten gleich zwei Unfälle an einem unbeschrankten Bahnübergang in Hohenpeißenberg gegeben hatte, wird die Stelle nun genauer unter die Lupe genommen. Vielleicht bekommt der Übergang, der als besonders übersichtlich gilt, eine zusätzliche Sicherung.

Hohenpeißenberg – Es war ein großer Schreck damals, als im November 2012 bei einem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang auf einem nicht öffentlichen Weg in Hohenpeißenberg 19 Menschen verletzt wurden. Ein Lastwagenfahrer war über den Bahnübergang gefahren, gerade als der Zug der Pfaffenwinkelbahn die Stelle passierte. Die Beteiligten hatten Glück im Unglück und kamen mit Verletzungen und dem Schrecken davon.

Nachdem nun – zumindest in Hohenpeißenberg – ein paar Jahre nichts passiert war, gab es an einem anderen Bahnübergang, an dem im Gewerbegebiet an der Zieglmeierstraße, heuer im Februar einen weiteren Unfall. Ein Auto war mit einem Zug zusammengestoßen. Nun hat es wenige Monate später wieder am selben unbeschrankten Bahnübergang im Gewerbegebiet gekracht. Wieder sind Zug und Auto zusammengeprallt, wieder ist bis auf leichte Verletzungen des Fahrers und des Beifahrers nichts passiert.

Bislang ist dieser Bahnübergang mit einem Andreaskreuz gesichert. „Zusätzlich geben die Züge bei Annäherung an den Bahnübergang einen Signalpfiff ab“, schreibt ein Sprecher der Bahn auf Anfrage. Wie alle Bahnübergange wird auch der an der Zieglmeierstraße einer regelmäßigen Verkehrsschau unterzogen, bei der sich der Straßenbaulastträger, die Bundesbehörde „Eisenbahn-Bundesamt“ und die Bahn zusammen mit der Polizei vor Ort umschauen und eine Einschätzung vornehmen, ob Veränderungen vorzunehmen sind. Weil es dort sehr übersichtlich ist, wurde die Sicherung mit dem Andreaskreuz bislang auch als ausreichend angesehen. Nach den zwei Unfällen heuer könnte es nun sein, dass sich an dieser Einschätzung etwas ändert.

„Wir werden mit der Bahn AG einen Termin vereinbaren“, sagt der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch, obwohl sich alle darüber einig seien, dass es sich um eine besonders übersichtliche Stelle handle. Nach dem zweiten Unfall dort kürzlich habe er mit dem Landratsamt, der Bayerischen Regiobahn und der Deutschen Bahn Kontakt aufgenommen, damit der unbeschrankte Bahnübergang im Gewerbegebiet noch einmal untersucht wird.

„Man muss es sich vernünftig anschauen“, sagt Dorsch. Denn auch, wenn es dort lange keine unliebsamen Zusammentreffen von Zug und Auto gegeben habe – „jedes Mal, wenn etwas passiert, ist es zu viel“, so der Bürgermeister.

Die Entscheidung darüber, ob der Bahnübergang an der Zieglmeierstraße in Hohenpeißenberg mit einer Blinkanlage oder einer Schranke gesichert wird, kann nicht die Bahn alleine treffen, wie der Bahnsprecher klarstellt: „Vielmehr treffen der Straßenbaulastträger, die Bundesbehörde Eisenbahn-Bundesamt und die Bahn gemeinsam die Entscheidung.“ Diese drei Beteiligten haben dann auch die Kosten für die Maßnahme jeweils zu einem Drittel zu tragen.

Generell habe die Bahn das Ziel, die Sicherheit an Bahnübergängen zu verbessern, so der Bahnsprecher: „Dazu soll einerseits die Anzahl von Bahnübergängen reduziert werden, andererseits sollen die noch verbleibenden Bahnübergänge besser gesichert werden.“ Bayernweit gebe es noch über 3000 Bahnübergänge, von denen rund die Hälfte technisch mit Schranken oder Lichtzeichen, die andere Hälfte nicht-technisch mit Andreaskreuz oder Umlaufsperre gesichert sei, so der Bahnsprecher.

Wenn die Beteiligten zu dem Ergebnis kommen, dass der Bahnübergang an der Zieglmeierstraße in Hohenpeißenberg sicherer gemacht werden muss, dann wird damit einem Trend gefolgt, der sich in den vergangenen Jahren an der Pfaffenwinkelbahn abzeichnete. „In den letzten Jahren wurde die Sicherheit an den Bahnübergängen der Pfaffenwinkelbahn sukzessive verbessert“, so der Bahnsprecher. Zum Beispiel die Bahnübergänge an der Forster Straße, an der Sulzer Straße und an der Ludwigstraße in Peißenberg wurden im vergangenen Jahr sicherer gemacht. Andere Bahnübergänge wurden dauerhaft geschlossen.

Der Bahnübergang an der Forster Straße in Peißenberg ist, nachdem sich dort erneut ein Unfall mit einem Zug und einem Auto ereignet hatte und sich zwei Peißenberger Familien für eine Beschrankung eingesetzt hatten, mit Halbschranken versehen worden.

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