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Vom Säugling bis zum Senioren: Bunt gemischt war die Gruppe derer, die den Hauptstollen besichtigen wollten. 

Hohenpeißenberg: Informationen über den Bergbau bei acht Grad

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Auch wenn am Hohen Peißenberg schon lange keine Kohle mehr abgebaut wird, das Interesse am Bergbau ist ungebrochen. In letzter Zeit ist es sogar noch gewachsen. 

Hohenpeißenberg –Am Sonntag hat Rudi Hochenauer, der Vorsitzende des Knappenvereins Peißenberg, seinen Augen nicht getraut: „Ich war wirklich von der Anzahl der Leute überrascht, die den Hauptstollen besichtigen wollten.“ Mehr als 100 Besucher habe er am Sonntag durch den Hauptstollen in Hohenpeißenberg geführt, wo es im Jahr 1837 losging mit dem Bergbau am Hohen Peißenberg.

„Es war eine Herausforderung“, sagt Hochenauer, denn es sei nicht sinnvoll, mehr als 15 Personen in den Stollen zu führen, „von der Akustik her ist es zu schwierig.“ Der Hauptstollen ist rund 1,50 Meter breit – an manchen Stellen auch schmaler – und zwischen 2,20 Meter und 2,50 Meter hoch. Hochenauer führt die Gruppen durch Sandstein rund 120 Meter in den Berg hinein. „Dort hat man das Gefühl, dass man richtig im Berg ist, und bekommt eine Vorstellung vom ursprünglichen Bergbau.“

Beim Rausgehen wird es mit jedem Meter wärmer

Es gibt einiges zu sehen im Innern des Hohen Peißenberg: „Es gibt Meißelspuren aus dem Jahr 1837“, sagt der Vorsitzende des Knappenvereins, zudem seien im Stollen Versteinerungen zu entdecken, die rund 40 Millionen Jahre alt sind. Im Hauptstollen herrscht konstant eine Temperatur von rund acht Grad Celsius, sodass es mit sommerlicher Kleidung auf Dauer kalt wird. Deswegen bleibt Hochenauer bei den Führungen nur etwa rund 20 Minuten im Berg und liefert einen anderen Teil der Informationen am Eingang zum Hauptstollen bei Tageslicht. Beim Rausgehen werde es mit jedem Meter Richtung Stollenausgang wieder ein wenig wärmer, sagt Vereinschef Hochenauer.

Bergleute haben sechs Tage jeweils zwölf Stunden gearbeitet

Die Stollenbesucher erfahren bei den Führungen in den Hauptstollen, die der Knappenverein regelmäßig anbietet, unter anderem etwas über die harten Arbeitsbedingungen, die um das Jahr 1900 herum im Bergbau in Hohenpeißenberg herrschten: „Die Bergleute haben sechs Tage die Woche zwölf Stunden gearbeitet“, erzählt Hochenauer. Weniger sei es höchstens mal gewesen, wenn weniger Kohle abgenommen wurde oder es Probleme mit dem Abtransport gegeben habe. Etwa die ersten 20 Jahre, in denen am Hohen Peißenberg Bergbau betrieben wurde, gab es weit und breit noch keinen Bahnhof. Die Kohle, die in Hohenpeißenberg abgebaut wurde, musste zunächst nach Schongau an den Lech transportiert und von dort aus mit dem Floß nach Augsburg gebracht werden. „Den ersten Bahnanschluss gab es ab dem Jahr 1860 in Peißenberg Nord“, erläutert Hochenauer. Dort habe dann die Zugstrecke geendet.

Nach dem Hauptstollen in Hohenpeißenberg wurden im Jahr 1847 der Unterbaustollen und der Oststollen in Peißenberg angeschlagen, es folgte der Sulzer Stollen, der im Jahr 1852 ebenfalls in Peißenberg angeschlagen wurde. Hochenauer hat festgestellt, dass das Interesse an der Bergbauvergangenheit in Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting in den vergangenen Jahren gewachsen ist. „Man kommt wieder mehr auf die heimatlichen Dinge“, sagt der Hohenpeißenberger. Viele der Besucher kämen offensichtlich aus der Umgebung nach Hohenpeißenberg. Wer es diesmal nicht geschafft hat, sich den Hauptstollen anzuschauen, kann dies spätestens im Oktober bei einem Tag der offenen Tür nachholen. 

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