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Auf nach Hohenpeißenberg: Hans Well (hinten) zusammen mit seinen Kindern Tabea (l.), Sarah und Jonas, die als „Wellbappn“ mit ihm auftreten.

Interview mit Hans Well

„Jung und zu jeder Schandtat bereit“

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Vor dem Gastspiel am Freitag in Hohenpeißenberg: Musikkabarettist Hans Well (65) über die Auftritte mit seinen Kindern – und über den Rigi-Ort

Hohenpeißenberg – Was früher die „Biermösl Blosn“ für ihn war, ist jetzt die „Wellbappn“. Diese Formation bildet der Musikkabarettist Hans Well (65) aber nicht mit den Brüdern, sondern mit seinen Kindern: Gemeinsam mit Sarah (27), Tabea (25) und Jonas (22) tritt er am Freitag, 25. Januar, im Hohenpeißenberger „Haus der Vereine“ auf. Für ihr Hörspiel „Rotes Bayern – Es lebe der Freistaat. Die Münchner Revolution 1918 und die Räterepubliken 1919“ wurden sie soeben für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Darüber – und auch über Hohenpeißenberg – sprach Redakteur Magnus Reitinger mit Hans Well.

Ihre CD „Rotes Bayern“ ist für den Deutschen Hörbuchpreis 2019 nominiert. Was bedeutet Ihnen so eine Auszeichnung?

Sehr viel! Das war schon eine ziemlich lange Arbeit, wir haben ein Jahr lang recherchiert. Mir ist das auch deshalb so wichtig, weil ich während meiner Schulzeit nichts drüber erfahren hab’, dabei verlief die Münchner Revolution vollkommen unblutig. Damals wurde der Freistaat Bayern geschaffen und das Frauenwahlrecht eingeführt. Und beim offiziellen Staatsakt zu „100 Jahre Freistaat“ letzten November hat Ministerpräsident Söder den Kurt Eisner, dem er sein Amt ja verdankt, mit keinem Wort erwähnt...

Werden beim Konzert am Freitag in Hohenpeißenberg auch Stücke aus der CD zu hören sein?

Nein, das ist ein Hörspiel mit vielen Protagonisten, das funktioniert beim Konzert nicht. Wir machen live unser normales Programm mit all’ den Themen, die akut und aktuell sind.

Welche Themen beschäftigen Sie zurzeit besonders?

Zum Beispiel die Digitalisierung – anscheinend vertrauen wir da ja alle blind „Google“ und „Facebook“... Und natürlich die Auswirkungen des Tsunamis, der bei der jüngsten Bayern-Wahl stattgefunden hat. Aber unser Programm besteht nicht nur aus Politik. Es wird auf jeden Fall ein lustiger und musikalischer Abend.

Sie selbst reisen für Ihre Auftritte ja schon seit Jahrzehnten landauf, landab. Wie motivieren Sie sich eigentlich noch für ein solches Konzert?

Ganz einfach: Ich hab’ wieder eine Besetzung, die jung und zu jeder Schandtat bereit ist! Meine Kinder haben mich ja mehr oder weniger genötigt, es mit ihnen zusammen zu probieren – und es macht mir wahnsinnig viel Spaß, wie zu Anfangszeiten der „Biermösl Blosn“.

Können Sie die Vaterrolle ablegen, wenn Sie mit Ihren Kindern auftreten?

Absolut, das sind gleichberechtigte Kollegen. Natürlich sind’s meine Kinder, aber in dem Moment, wo wir auf der Bühne stehen, spielt das keine Rolle. Und in Sachen Musikalität und Spontanität sind sie mir sowieso voraus...

Wird’s auch in Hohenpeißenberg am Freitag die ein oder andere lokale Spitze geben?

Ja, das gehört dazu, das ist das Salz in der Suppe und man ist gleich am Anfang mitten drin im Dorf. Es kommt natürlich immer drauf an, ob was los ist in der Gegend.

Und, haben Sie sich schon informiert über Hohenpeißenberg?

Nein, das mache ich einen Tag vorher, das muss spontan sein.

Wo informieren Sie sich?

Ich hab’ da meine „informellen Mitarbeiter“... Nein, im Ernst: Ich frage meistens nicht nur einen, sondern mehrere Leute. Und es gibt fast überall spannende Geschichten.

Das Gastspiel von Hans Well & „Wellbappn“ am Freitag, 25. Januar, 20 Uhr, im „Haus der Vereine“ Hohenpeißenberg ist ein Benefizkonzert für die Krebs-Selbsthilfegruppe Schongau. Karten gibt’s unter Telefon 08805/735.

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