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Mit Gitarre und Wortwitz überzeugte Roland Hefter in Hohenpeißenberg. 

Kabarettist Roland Hefter

Pfeilgerade in die bayerische Seele

Ihm reichen eine Gitarre und ein Verstärker. Und mit dieser Minimal-Ausstattung trifft der Kabarettist Roland Hefter ins Schwarze.

Hohenpeißenberg – Innerhalb weniger Minuten hat er das Publikum auf seiner Seite, zieht so gekonnt vom Leder, dass es im Saal keinen mehr gibt, der nicht wenigstens ein breites Grinsen im Gesicht hat oder sich mitunter die Lachtränen aus den Augen wischt. Der Kabarettist Roland Hefter, der am Samstagabend vor rund 250 Zuhörern im „Haus der Vereine“ auftrat, präsentierte Lieder und Geschichten aus seinem Programm „Des werd scho no“.

Hefter beschreibt kleine Alltagssituationen, sein Humor ist witzig, derb und grade heraus. Was sich sonst so manch einer nur zu denken traut, spricht er pfeilgerade aus und trifft dabei die bayerische Seele, genau dahin, wo das Lachzentrum mit reueloser Schadenfreude sitzt – und das liegt nicht nur am bayerischen Dialekt. Auf seiner Gitarre spielt er einfache Rhythmen, seine Musik ist eingehend und unkompliziert, schließlich kommt es ja auf die Texte an, die dafür umso wortgewandter und spielerisch sind. Derbheiten bis hin zu schwarzem, bitterem Humor beispielsweise bei immer wieder gern genommener Rivalität zwischen Preußen und Bayern kommen lässig-wohlmeinend daher. Ein Besuch auf dem Viktualienmarkt, der sich um die richtige Kartoffel dreht, („oane für ois“) erntet Lachsalven, ebenso wie der kurze Schwenk ins Gasthaus, wo er gerne „die greschte Kartoffel“ bestellen möchte und die verständnislos dreinschauende polnische Bedienung ihn belehrt, dass alle Kartoffeln doch gleich groß seien. Hefter findet mit viel Selbstironie und einer großen Blödsinnsliebe genau die richtige Balance, um Themen wie Liebe und Sex nicht gar zu platt zu präsentieren. Er erzählt von seinem Urlaub auf der Wiesn und seinem Besuch in der Erdinger Therme. Und immer wieder reißt er das Publikum mit, das mitklatschend und singend dem knapp 50-Jährigen, wie er immer wieder betont, die Kulisse für einen großartigen Auftritt bietet.

Und er dürfte auch tatsächlich der einzige Künstler in dieser Branche sein, der nicht nur CDs, sondern auch Fußmatten feilbietet, auf der der Refrain eines seiner Lieder steht („As Leben is eh scho schwer, und jetzt kimmst du daher“). „I dad’s macha“, heißt sein neuestes Werk, das er als Zugabe spielt. Er hat´s gemacht – und das „saugut“.

Myrjam C. Trunk

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