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Und ab geht die Sonde: Beim Termin auf dem Hohen Peißenberg wurde ein Messgerät in die Luft gelassen. (v.l.) Bürgermeister Thomas Dorsch, Prof. Dr. Hans Peter Schmid (IMK-IFU in Garmisch-Partenkirchen), Werner L. Kutsch (europäischer Direktor ICOS ERIC), Ulf Köhler (Mitarbeiter Meteorologisches Observatorium), Stefan Müller (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium), Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Dr. Christian Plass-Dülmer (Leiter Observatorium) und Prof. Dr. Gerhard Adrian (Präsident des Deutschen Wetterdienstes) schauen begeistert zu. 

Neues Messsystem auf dem Hohen Peißenberg

Klimawandel bremsen

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Hohenpeißenberg - Das Observatorium auf dem Hohen Peißenberg betreut ein Netz von Messstationen in ganz Deutschland. Bei der Vorstellung  geriet Minister Alexander Dobrindt ins Schwärmen.

Alexander Dobrindt kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, als er auf dem Hohen Peißenberg zu Gast war. In höchsten Tönen lobte er das Meteorologische Observatorium des Deutschen Wetterdienstes. „Hohenpeißenberg ist für die Klimaforschung so etwas wie Houston/Texas für die Raumfahrt“, sagte der Bundesverkehrsminister. Das sei der „Verdienst der Mitarbeiter, die einen exzellenten Ruf haben“. Und weil sie diesen haben, wurde ihnen nun eine weitere Aufgabe übertragen. Das Observatorium ist für den Aufbau und die Koordination eines Atmosphärennetzes in Deutschland verantwortlich. Vier der Stationen – darunter Hohenpeißenberg – laufen bereits, nächste Woche soll eine in Karlsruhe hinzukommen. Bis Ende 2017 werden es neun Stationen sein, die von Hohenpeißenberg aus per Mausklick gesteuert werden können. Sie alle sammeln langfristig wichtige Daten für die europäische Forschungsinfrastruktur ICOS.

„Wir messen an acht hohen Türmen“, erklärte Observatoriumsleiter Dr. Christian Plass-Dülmer. Der höchste, jener in Gartow (Niedersachsen), ist 341 Meter hoch. Der kleinste 99 Meter – dieser steht in Lindenberg (Brandenburg). Erfasst werden verschiedene Gase, unter anderem Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas. „Wir müssen hochgenau messen, das ist eine echte Herausforderung“, sagte Plass-Dülmer. „Aber wir können das leisten.“ Damit die Daten auch wirklich vergleichbar sind, werden regelmäßig Qualitätskontrollen veranlasst.

Um die neue Aufgabe bewältigen zu können, hat der Deutsche Wetterdienst neue Arbeitsplätze geschaffen. Er stellte sieben weitere Mitarbeiter ein, fünf davon am Hohenpeißenberger Observatorium.

Das ist nicht erst seit Montag mit dem Atmosphärenmessnetz befasst – es ist schon seit 2012 dabei, es aufzubauen. 16 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dafür investiert. Denn die Politik erhofft sich viel von den Erkenntnissen von ICOS – die Daten sollen zeigen, wie sich Treibhausgase bewegen und auch, ob sich Umweltschutzprojekte wirklich positiv auswirken. Das Geld sei also „ein Beitrag für die heutige und künftige Klimaschutzpolitik“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium.

Für ihn war der Besuch auf dem Hohen Peißenberg ein Abschied von dem Projekt – denn die Planungs- und Vorbereitungsphase ist abgeschlossen, die Messungen haben begonnen. Damit gibt das BMBF die Verantwortung für ICOS ab, künftig ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für das Messnetz zuständig – und somit Bundesminister Dobrindt.

Er kündigte an, dass weiterhin jährlich rund 3,5 Millionen Euro investiert werden. Immerhin sei „der Kampf gegen den Klimawandel die größte Mission unserer Generation“. Er hoffe, „dass Sie viele Empfehlungen für die Politik in den nächsten Jahren entwickeln“, sagte Dobrindt zu den anwesenden Wissenschaftlern – und gab sich gleich optimistisch, dass das gelingt. Immerhin bezeichnete der euphorische Bundesminister den Start des Atmosphärennetzes als „Meilenstein für die Klimaforschung“.

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