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An diesem Wag war das Nagelbrett deponiert.

Ermittlungen der Polizei

Lage am Hohen Peißenberg spitzt sich zu

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
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Die Probleme zwischen Mountainbikern, Wanderern, Landwirten und Förstern auf dem und rund um den Hohen Peißenberg spitzen sich zu. Es gibt zahlreiche Beschwerden über rücksichtslose Radler auf der einen und gefährliche Aktionen gegen Radfahrer auf der anderen Seite.

Hohenpeißenberg – Wie sehr sich die Probleme zwischen rücksichtslosen Radfahrern Anwohnern, Wanderern und Landwirten auf dem Hohen Peißenberg zugespitzt haben, wurde unter anderem bei einem Vorfall deutlich, für den die Polizei Anfang Mai Zeugen gesucht hat: Am 8. Mai war ein 20-jähriger Fahrradfahrer aus Peißenberg mit seinem Mountainbike auf einem geschotterten Wanderweg von der Bergstraße in Richtung Süden, Richtung Bergmannstraße unterwegs. Nur wenige Meter unterhalb der Bergstraße fuhr er über ein kleines, etwa zehn Zentimeter breites Nagelbrett, das von einer bislang unbekannten Person dort abgelegt worden war. Glücklicherweise endete der Unfall mit einem Sachschaden in Höhe von rund 50 Euro. Die Fahrradreifen wurden zwar beschädigt, der junge Mann blieb aber unverletzt. Er stürzte nicht einmal.

Dass der Vorfall so glimpflich ablief, war pures Glück. Ein Radlfahrer, der bergab – wahrscheinlich mit hohem Tempo – über ein Nagelbrett fährt, kann schlimm stürzen und und mit Pech sogar auf die herausstehenden Nägel fallen und sich schwerst verletzen. Gegen den unbekannten Täter, der das Nagelbrett dort platziert hatte, wurden Ermittlungen eingeleitet wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung.

Die Polizei ermittelt zudem noch in einer weiteren Angelegenheit im Zusammenhang mit Mountainbikern auf dem Hohen Peißenberg: Wie Gemeinderat Rudi Hochenauer in einer der vergangenen Gemeinderatssitzungen berichtete, hat ein Förster, der für ein Waldstück am Berg zuständig ist, in dem ein illegaler Trail angelegt wurde, Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Der Hintergrund dafür ist eine Haftungsfrage“, sagte Hochenauer. Es könne passieren, dass der Förster für Unfälle hafte, die auf dem illegalen Trail passieren, weil der diesen geduldet habe.

Der Anschlag auf Mountainbiker im Mai soll nicht der einzige geblieben sein, wie ein Insider, der seinen Namen nicht genannt haben will, berichtet: „Es wurden schon zwei Mal Nagelbretter ausgelegt“, sagt er. Er gehört zu einer Gruppe von Fahrradfahrern, die regelmäßig auf dem Hohen Peißenberg ihrem Hobby nachgehen. Er möchte um Verständnis werben für die Mountainbiker dort: „Wir wollen auch nur unseren Sport machen können“, sagt er. Es seien nicht alle, die gerne mountainbiken rücksichtslose Radl-Rowdys. „Wir sind eine größere Gruppe, die zum Beispiel auf Wanderer achtet“, sagt der Mountainbiker. So seien seine Freunde und er nicht auf den ausgewiesenen Wanderwegen unterwegs. Überhaupt lege seine Gruppe Wert darauf, andere möglichst wenig zu belästigen und keinen Schaden anzurichten.

Dass sich die Konflikte am Hohen Peißenberg so zugespitzt haben, bedauere er. Er würde es – wie viele andere Mountainbiker – begrüßen, wenn es legale Möglichkeiten gäbe, seinen Sport auszuüben und einer oder mehrere Trails auf dem Berg angelegt werden würden.

Wie bereits berichtet, gibt es Bemühungen, einen offiziellen Trail anzulegen, auf dem die Mountainbiker ihrem Sport legal nachgehen können. Doch bislang gestaltet sich die Suche nach geeigneten Grundstücken schwierig, wie Bürgermeister Thomas Dorsch in einer der vergangenen Gemeinderatssitzungen berichtete: „Viele Eigentümer haben schlechte Erfahrungen gemacht und wollen nicht, dass ein Trail über ihr Grundstück läuft.“

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