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Beim Breitband sei eine 80-prozentige Förderung möglich.

Landesentwicklungsplan

„Wir sind so schwach, uns muss man helfen“

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Raum mit besonderem Handlungsbedarf – klingt nach strukturschwachen Grenzgemeinden in der Oberpfalz. Doch in dem Teil „Heimatstrategie“ des Landesentwicklungsprogramms, das der Ministerrat gestern beschlossen hat, sind auch aus Oberbayern 25 Gemeinden aufgeführt – darunter Altenstadt, Apfeldorf, Hohenpeißenberg, Oberhausen und Peißenberg.

Weilheim-Schongau – Wer in den Bereichen Bevölkerungsprognose, Arbeitslosenquote, Beschäftigungsdichte, verfügbares Einkommen der privaten Haushalte und Wanderungssaldo junger Menschen insgesamt bei unter 90 Prozent des bayerischen Durchschnitts liegt, wird einem Raum mit besonderem Handlungsbedarf zugeordnet. Das hat einige Vorteile zu bieten, zum Beispiel bessere Förderkonditionen zum Beispiel beim Breitbandausbau, Regionalmanagement und regionaler Wirtschaftsförderung. Beim Breitband zum Beispiel sei eine 80-prozentige Förderung möglich, in Härtefällen sogar 90 Prozent.

Während Peißenberg bereits im Jahr 2014 per Ministerratsbeschluss als Ort mit Handlungsbedarf aufgenommen wurde und auch schon bei konkreten Projekten profitiert hat, freut sich Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple über die Einstufung. „Ich bin sehr zufrieden, weil wir nicht so stark sind wie andere Kommunen. Wir sind in allen Kategorien ein bisschen hinterher, darum ist das in Ordnung.“ Ist es nicht abschreckend, als einzige Gemeinde im gesamten Landkreis Landsberg quasi mit einem Stempel versehen zu sein: Dort stimmt was nicht? Epple winkt ab: „Das ist nur ein Thema für Behörden, in der Gesellschaft wird das nicht thematisiert.“ Ihm ist die höhere Förderung wichtiger, zum Beispiel für den gemeinsamen Bauhof mit Kinsau, der bald beantragt wird. „Da bekommen wir mehr Geld, weil wir den Antrag stellen“, so Epple, und fügt schmunzelnd hinzu: „Wir sind einfach schwach, uns muss man unterstützen.“

Georg Epple: Apfeldorfs Bürgermeisterfreut sich. 

In Hohenpeißenberg dagegen wird etwas gerätselt über die Einstufung. „Ich kann es mir nur so erklären, dass mit dem Wegfall des Spätaussiedlerheims im Schächen 2005 auf einen Schlag 150 bis 200 Einwohner weniger im Ort waren, was statistisch natürlich auffällt.“ Auch die baldige Übernahme der Ortsdurchfahrt sei eine Herausforderung. Aber ansonsten gehöre man zum finanzstärksten Drittel der Landkreis-Gemeinden und wachse. „Wir werden uns sicher nicht beschweren, denn die höhere Förderung tut uns gut“, so Dorsch.

Ein anderer Traum hat sich dagegen nicht erfüllt: Weilheim wollte Oberzentrum werden, auch der Regionale Planungsverband hatte das Bestreben unterstützt. Doch ausgewählt wurden in Oberbayern nur Altötting (mit Neuötting und Burghausen), Bad Reichenhall mit Berchtesgaden, Mühldorf mit Waldkraiburg und Erding.

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