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Bergblick im Bayerischen Rigi: Mathilde und Josef Bauer genossen mit Tochter Regina und Enkelin Aurelia den Vatertag auf dem Hohen Peißenberg.
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Steckerlfisch in der „Sonne“: Grillmeister Josef Schmid hatte es am Feuer und unter der Maske heiß.
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Schlangestehen in Stillern: In den „Hof-Biergarten Grenzebach“ waren viele Radfahrer gekommen.
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Auch der Gasthof Drexl in Raisting hatte geöffnet worüber sich (v.l.) Jessica Rust (mit Schwiegertochter in spe), Wirt Gerhard Drexl und dem Vorsitzenden des Kreisverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Peter Kuchler.
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Beim Biergarten in Stillern herrschte reger Andrang. 
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Zwei Familien - aus Dießen und aus Dettenschwang - waren zum Biergarten in Stillern geradelt.
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Auch im Pöltner Hof in Weilheim war einiges los.
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Extra für den Vatertag gab es im Pöltner Hof in Weilheim Leckereien aus der Region.

Es war einiges los

Biergarten-Freuden trotz Maskenpflicht

Bestes Biergarten-Wetter herrschte am Mittwoch und am gestrigen Vatertag. Wie sich das mit den wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstands- und Hygienevorschriften vereinbaren ließ? Wir haben uns im östlichen Landkreis umgeschaut.

Weilheim/Hohenpeißenberg/Peißenberg/Raisting/ Iffeldorf – Groß war der Andrang am Vatertag im „Hof-Biergarten Grenzebach“ in Stillern. Die Ausflügler – die meisten waren mit dem Fahrrad gekommen – standen in gebührendem Abstand voneinander mit Masken an der Selbstbedienungstheke an, wo sie sich mit Essen und Trinken eindecken konnten. Der Wirt hatte schon mit großem Zulauf gerechnet und sich auf zahlreiche Gäste eingestellt, was dank der Größe des Biergartens auch kein Problem war: „Wir können dank unserer großen Freiflächen viele Gäste unterbringen. Bei den Tischen und Bänken ist für den nötigen, vorgeschriebenen Abstand gesorgt“, so der Wirt. Um die vielen Gäste auch bedienen zu können, hatte er rund 13 Helfer beordert, die sich um den Ausschank und die Ausgabe der Speisen kümmerten. Denn das dauerte wegen der Hygieneauflagen länger als sonst. Auch hier musste jeder Gast vor dem Biergartenbesuch seinen Namen und seine Telefonnummer hinterlassen.

Gemeinde Raisting stellte zusätzliche Fläche neben Wirtshaus zur Verfügung

„Schön, dass Ihr da seid“, begrüßten die Wirtsleute „Drexl“ ihre Gäste gestern im Biergarten in Raisting. Da der Biergarten nicht sehr groß ist, hat die Gemeinde zusätzlich die Fläche neben der Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Weil nun mehr Platz bestuhlt werden konnte, könne der erwartete Ansturm kommen, so die Wirtsleute.

Ein Duft von Steckerlfisch, der in der „Sonne“ in Peißenberg auf dem Grill brutzelt, steigt einem in die Nase und macht Appetit auf mehr. Doch die Gäste warten in gebührendem Abstand geduldig auf die Köstlichkeit. „Wir werden heute schon 150 bis 220 Stück grillen“, prognostiziert Grillmeister Josef Schmid. Es sei nicht so viel los wie sonst. „Das war klar, die Leute haben immer noch Angst und die Auflagen schrecken viele vom Biergartenbesuch noch ab. Aber ich habe mich gefreut, dass es wieder los geht, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, sagte Wirtin Katharina Haller.

Viele Motorradfahrer hatte es gestern auf den Hohen Peißenberg gezogen, um die Aussicht und das schöne Wetter zu genießen. Auf den Wiesen rund um den Hohen Peißenberg machten Familien Picknick. Auch wer es sich auf der Terrasse des „Bayerischen Rigi“ bequem gemacht hatte, wurde mit einem herrlichen Bergblick reichlich entlohnt. Wie auch die Hohenpeißenberger Stammgäste Mathilde und Josef Bauer mit Tochter Regina und der kleinen Aurelia. „Wir haben heute unsere Gaststätten-Premiere in Corona-Zeiten“, freute sich die Tochter. Die Familie genoss das Beisammensein in der Sonne.

Viel Arbeit vor Wiedereröffnung: Alles muss abgemessen werden

Haben auf der Terrasse sonst 180 Personen Platz, so dürfen es zur Zeit nur 90 sein. „Es ist alles ein wenig umständlich, wir haben viel Arbeit im Vorfeld: ausmessen, Gäste registieren, Schilder machen und der ganze Papiergkrieg“, sagte Inhaber Michael Fischer: „Auch arbeiten wir derzeit mit weniger Personal, haben aber zum Vatertag extra eine Außengastronmie mit Selbstbedienung eingerichtet, die gut angenommen wird“, so Fischer. Sollte es am Wochenende regnen, will er vor der Wirtschaft eine überdachte Terrasse öffnen. Anmeldungen wären schon da.

Im Landgasthof „Osterseen“ in Iffeldorf war der Weg zur Terrasse mit dem wunderbarem Ausblick auf die Osterseen mit Ge- und Verboten voll gepflastert: Auf die Maskenpflicht wird unter anderem hingewiesen, um Desinfizierung der Hände wird gebeten und auf das Abstandsgebot hingewiesen. All das muss befolgt werden.

„Bereits am ersten offenen „Biergartentag“ wurde die Terrasse gut angenommen, es kamen viele Einheimische“, freute sich Besitzer Moritz Link. Auch wenn ihm die Vorschriften viel mehr Arbeit machen und er mehr Personen einstellen muss, freut sich Link über den Wiederanfang. „Schade, dass wir nur bis 20 Uhr offen haben dürfen, doch das müssen wir rigoros durchziehen und die Leute hinausgeleiten“.

Schon am Mittwoch wurden die Biergärten und Außenschankflächen besucht

Bereits am Mittwoch genossen die Menschen im Landkreis die offenen Außenschankflächen und Biergärten. So auch im Pöltner Hof in Weilheim, wo sich die Gäste registrieren lassen mussten. Erst dann wurden sie zu ihrem Tisch geleitet. Wie Jana Hoferichter, Christian Fischl, Joel (8) und Leon (12) aus Weilheim. Sie waren zum ersten Mal seit der Öffnung in dem Biergarten. An die Vorschriften hielten sie sich gerne: „Wir kommen gerne hierher und essen darf man ja auch ohne Maske“ freute sich Christian Fischl. Für Chef Reinhard Bott war der Anfang fast so schwierig, wie nach zwei Wochen Betriebsurlaub. „Wir müssen langsam anfangen, es geht nicht alles gleich und sofort. Für uns ist der Neustart eine große Herausforderung“, so Bott.

Für Petra und Michael Nechansky, Michaela und Nils Pünning aus Weilheim war es ein schönes Gefühl, wieder gemeinsam in ihrem Stammlokal, dem „Oberbräu“ bei Brotzeit und Bier den Abend ausklingen lassen zu können. Auch hier waren im Vorfeld Tische reduziert worden.

„Wir zeigen Ihnen Ihren Platz, bitte halten sie Abstand, stand auf einer Tafel vor dem „Dachsbräu“ zu lesen. Pünktlich um 20 Uhr verließen die letzten Gäste am Mittwochabend den Biergarten unter den herrlichen Kastanienbäumen. Die Bedienung zeigte sich zufrieden: „Es war besser als erwartet“, lautete ihr Resümee.

VON INGE BEUTLER

Lesen Sie auch: Nachdem sie wochenlang geschlossen hatten, durften die Gaststätten in der Weilheimer Innenstadt zumindest den Außenbereich wieder öffnen – allerdings unter strengen Auflagen. Damit waren nicht alle einverstanden, größtenteils herrschte aber Erleichterung über diese Lockerung.

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