Schmufo Kuh auf dem Rigi mit Blick auf Hohenpeißenberg
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Das größte Dorf im Landkreis will sich endlich eine richtige Ortsmitte gönnen: Blick auf Hohenpeißenberg.

Fördermittel fließen

Mit „Innenstädte beleben“ zur Dorfmitte

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
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Hohenpeißenberg ist das einzige Dorf im Landkreis, das über den Sonderfonds „Innenstädte beleben“ Fördergeld erhält. 56 000 Euro sollen zur Umgestaltung der Ortsmitte verwendet werden. Peißenberg hatte sich nicht beworben.

Peißenberg/Hohenpeißenberg - Als vergangene Woche die Nachricht kam, dass Hohenpeißenberg eine der 279 Kommunen ist, die über den bayerischen Sonderfonds „Innenstädte beleben“ finanziell unterstützt werden, konnte es Bürgermeister Thomas Dorsch erstmal gar nicht glauben: „Es hat uns überrascht – freudig überrascht.“ Das größte Dorf im Landkreis hatte sich zwar für eine Förderung im Rahmen des Sonderfonds beworben, doch dass tatsächlich Geld nach Hohenpeißenberg fließen würde, schien eher unwahrscheinlich.

Wie bereits berichtet, will der Freistaat Bayern mit dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ den durch die Corona-Pandemie, die Lockdowns und sonstigen Hygienemaßnahmen und -vorschriften stark gebeutelten Kommunen finanziell unter die Arme greifen. Speziell um den Folgen der Pandemie in den Innenstädten und Ortskernen „aktiv entgegenzuwirken“, wie es auf der Homepage des „Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr“ heißt, war der Sonderfonds aufgelegt worden.

Hohenpeißenberg hatte sich für eine Förderung beworben, obwohl es dort keine leer stehenden Gewerbeflächen gibt, die es zu belegen gilt. „Wir haben gesagt, wir probieren es“, sagt Bürgermeister Dorsch. Die Bewerbung war auf ein bestimmtes Projekt bezogen. Wie bereits berichtet, gibt es in der Kommune den Wunsch, die Ortsmitte umzugestalten. Mit diesem Projekt hat sich die Gemeinde für die Förderung aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ beworben und ist berücksichtigt worden. 56 000 Euro fließen nun nach Hohenpeißenberg.

Mit diesem Betrag soll nun untersucht werden, wie sich die neue Dorfmitte, die auf Höhe des „Schächen“ entstehen soll, gestalten lässt. Einige Eckpunkte wurden in früheren Ideenwerkstätten bereits festgehalten. Dabei kam heraus, dass ein Ortsplatz geschaffen werden soll, der eine gute Aufenthaltsqualität bietet und der einen Brunnen hat. Dazu muss wohl auch die Verkehrssituation verändert werden.

Das Fördergeld soll laut Dorsch nun dabei helfen, Ideen zu sammeln, wie diese Wünsche verwirklicht werden können. Anschließend sollen sich Experten mit diesen Wünschen und Ideen auseinandersetzen. „Wir wollen uns dann mit Fachleuten anschauen, was überhaupt möglich ist“, so Dorsch.

Von dem ursprünglichen Plan, die Straße zu verlegen, um einen Ortsplatz zu schaffen, sei inzwischen abgerückt worden. „Davon haben wir Abstand genommen“, sagt der Bürgermeister. Für die Verlegung der Straße hätte die Kirche Grund verkaufen müssen.

Die Verhandlungen mit der Kirche – und damit meine er ausdrücklich nicht die Kirchenvertreter vor Ort – seien so zäh und schwierig angelaufen, dass schnell klar gewesen sei, dass dieser Plan nicht umgesetzt werden könne, so Dorsch: „Da führt kein Weg hin.“

Die Marktgemeinde Peißenberg hatte sich nicht für Unterstützung aus dem Sonderfonds beworben, wie Bürgermeister Frank Zellner auf Nachfrage sagt. Es sei zwar intern im Rathaus darüber gesprochen worden, ob eine Bewerbung infrage komme, die Entscheidung sei aber dagegen ausgefallen. „Wir haben uns nicht beteiligt“, sagt Zellner. In Peißenberg gebe es nicht die klassische Ortsmitte, die unter dem derzeit so typischen Leerstand leide. Zudem liege der Fokus derzeit auf der Umgestaltung der „Alten Bergehalde“, die bereits von der Städtebauförderung unterstützt werde.

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