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Grüne Entwässerungsrohre liegen derzeit an der Wallfahrtskirche. 

Nach Sanierung der Wallfahrtskirche

Erzbistum zahlt für Drainage am Berg

Noch liegen grüne Rohre zur Drainage auf dem Hohen Peißenberg. Jetzt kann eine Entwässerungsanlage  an der Wallfahrtskirche gebaut werden.  

Hohenpeißenberg – Die Sanierung in der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg ist abgeschlossen. Doch die grünen Entwässerungsrohre, die derzeit, abgesperrt durch einen Bauzaun, die südliche Gebäudefront des Gotteshauses „verzieren“, sehen nach wie vor nach Baustelle aus. Das Provisorium wurde nötig, um das Niederschlagswasser nicht mehr über den geologisch instabilen Südhang, sondern über die Nordflanke abzuleiten. Die Gemeinde drängt seit einem Jahr auf den Bau einer unterirdischen Drainageanlage. Problem war bislang das Zuständigkeitswirrwarr zwischen Staatlichem Bauamt und Erzbistum München. Nun scheint man sich bezüglich der Übernahme der Kosten geeinigt zu haben: „Es hat gezwickt, aber wir sind jetzt auf einem guten Weg“, sagt Bürgermeister Thomas Dorsch.

Rückblick: Im Juni 2016 war es nach Starkregenfällen an der Südseite unterhalb der Kirche zu einem Hangrutsch gekommen. Rein optisch sah das Ganze zunächst nicht dramatisch aus, bei einer genaueren Begutachtung wurde jedoch ein etwa 100 Meter breiter, quer über den steilen Abhang verlaufender Geländebruch festgestellt. Als „dringliche Anordnung“, wie es Dorsch im Rückblick formuliert, wurde die Entwässerung provisorisch in den Nordhang umgeleitet: „Jeder Liter Wasser, der den Südhang nicht belastet, tut gut“, erklärt der Rathauschef. Im Oktober 2016, zur Einweihungsfeier der sanierten Kirche, wurde das Provisorium zwischenzeitlich abgebaut, danach aber wieder installiert – und zwar mit Thermostat und Heizwendeln, damit die Rohre im Winter nicht wegen Gefrierung bersten. Parallel dazu hatte das Staatliche Bauamt die Planung für eine bauliche Lösung aufgenommen. Dabei wurde auch über die Errichtung eines Rückhaltebeckens nachgedacht, doch das ist aktuell offenbar kein Thema mehr. Dorsch berichtet davon, dass das umgeleitete Wasser wohl über eine Drainageleitung auf dem Gelände des Observatoriums versickern soll. Vom Deutschen Wetterdienst habe es diesbezüglich bereits „positive Signale“ gegeben: „Wir pflegen da eine gute Nachbarschaft“, lobt Dorsch. In der Planung mitberücksichtigt ist übrigens auch die Entwässerung für das nördliche Kirchendach. Die ist bislang im Gegensatz zum südlichen Gebäudeteil an den gemeindlichen Kanal angeschlossen: „Das ist eine Belastung für den Ort. Jeder Liter Wasser mehr im Kanal ist schlecht für uns – noch dazu, wenn es mit Schwung den Berg hinunterkommt“, beschreibt Dorsch die Problematik.

Aber wie sieht nun der Zeitplan für das Entwässerungsprojekt aus? Die bisherige Verzögerung lag vor allem an den ungeklärten Zuständigkeiten. Die Baulast für die Wallfahrtskirche war bislang durch einen Vertrag zwischen Staatlichem Bauamt und Bistum geregelt. Ein entsprechender Passus sah eine Aufsplittung vor. Doch der alte Vertrag wurde zum 1. April durch einen neuen Kontrakt ersetzt. „Das war eine etwas unglückliche Situation für uns“, sagt Dorsch. Die neue Regelung schreibt die Hauptlast nun dem Bistum zu, doch es brauchte in den kirchlichen Verwaltungsbehörden offenbar eine Weile, bis die Umstrukturierung tatsächlich präsent war: „Die Geschichte ist ins Stocken geraten. Dem Ordinariat war die Dringlichkeit der Sache wohl gar nicht so bewusst“, sagt Dorsch, der sich in der Angelegenheit direkt an den Weihbischof, Wolfgang Bischof, gewandt hat: „Der hat dann auch sofort Unterstützung zugesagt. Und jetzt ist die Sache am Laufen.“ So wird das Bauamt demnächst seine Planungen abschließen und das Bistum nach der Kostenermittlung grünes Licht für die Mittelfreigabe erteilen. Laut Dorschs Einschätzung wird der Entwässerungsbau mit etwa 250.000 Euro zu Buche schlagen. Ein Baubeginn noch heuer sei zwar „unrealistisch, aber im Frühjahr 2018 sollte es dann losgehen“, so der Rathauschef.

Bernhard Jepsen

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