Ein umgestürzter Schneemann und ein Rodel neben blühenden Narzissen – viel besser als auf dem Foto von Emanuel Gronau kann der vergangene März mit seinen großen Temperaturunterschieden nicht beschrieben werden
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Ein umgestürzter Schneemann und ein Rodel neben blühenden Narzissen – viel besser als auf dem Foto von Emanuel Gronau kann der vergangene März mit seinen großen Temperaturunterschieden nicht beschrieben werden.

Wetterrückblick Hohenpeißenberg

Das Wetter im März: Viel Schnee - und trotzdem war‘s zu mild

Gefühlt hat uns der März viel Schnee, Kälte und wenig frühlingshafte Temperaturen beschert. Doch die Bilanz des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg spricht eine andere Sprache – auch dieser Monat war insgesamt zu mild, es war ein März der extremen Gegensätze.

Hohenpeißenberg – Die ersten Tage des März machten dem meteorologischen Frühlingsanfang alle Ehre. Über Mitteleuropa lag ein Hochdruckgebiet, weshalb der erste Frühlingsmonat sogar etwas zu mild begann. Die Tagesmaxima lagen vom 2. bis 4. März etwas über 10 Grad Celsius. Am 4. März änderte das Hoch jedoch seine Lage, es konnte Polarluft nach Mitteleuropa vordringen. So sanken die Tagesmaxima von 12 Grad am 4. auf nur noch 2 Grad am 5. März. Mit der Kaltluft fiel auch wieder Schnee, so dass sich am 6., 8. und 10. März erneut eine Schneedecke auf dem Hohen Peißenberg von zwei bis sechs Zentimeter Höhe ausbilden konnte.

Ab dem 7. März wurde es wieder milder. Mit einer Westwetterlage wehte der Wind vom 11. bis 14. März auf dem Hohen Peißenberg stürmisch. Die Windspitzen erreichten Windstärken von 9 bis 10 der Beaufortskala. Täglich fiel Regen. Nach der Sturmlage drehte der Wind auf Nordwest bis Nord – das war der Auftakt für den typischen Märzwinter (siehe Kasten). Ein Hochdruckgebiet westlich der Britischen Inseln hielt atlantische Tiefdruckgebiete auf Abstand und blockierte somit den Zustrom wärmerer Luftmassen vom Atlantik.

31 Zentimeter Schneedecke

Am 13. März ging der Regen in Schnee über, es bildete sich tags darauf eine geschlossene Schneedecke aus. Sie wuchs bis zum 18. März auf 31 Zentimeter. An den Alpen gab es infolge Nordstau 50 bis 80 Zentimeter Schneezuwachs. Am 19. März von 16 bis 17 Uhr wurde in Verbindung mit einem kräftigen Schneeschauer ein Wintergewitter beobachtet. Der 21. und 22. März waren Tage ohne Sonnenschein, mit Schneefall, Nebel und Dauerfrost auf dem Berg.

Nach diesem neuntägigen Intermezzo des Spätwinters bildete sich am 23. März ein Hoch über Mitteleuropa. Es brachte den Frühling, danach lagen die Tagesmaxima durchweg über 10 Grad Celsius. Die letzten vier Märztage waren die schönsten. Die Sonne schien täglich 11 bis 12 Stunden. Der wärmste Tag war der 31. März mit einem Tagesmaximum von 21,3 Grad Celsius.

Am 20. März war‘s besonders kalt

Insgesamt fiel der März mit einer Monatsmitteltemperatur von 3,0 Grad Celsius um 1,4 Grad zu warm aus. Er war gekennzeichnet durch ein häufiges Auf und Ab der Temperaturen, winterliche Phasen wechselten mit beinahe sommerlichen. Das zeigte sich besonders bei den Tageshöchsttemperaturen. Das tiefste Tagesmaximum betrug am 20. März minus 3,5 Grad (Eistag), der 31. März wie erwähnt fast 25 Grad wärmer. Der 20. März war auch der kälteste Tag des Monats mit minus 6,9 Grad Celsius. Eistage (Maxima unter Nullpunkt) gab es insgesamt fünf, Frost trat insgesamt an 18 Tagen auf. Bayern war neben Sachsen das kälteste Bundesland. Während es deutschlandweit mal wieder zu trocken war – es fielen 25 Prozent weniger Niederschläge als im Mittel – wurden auf dem Hohen Peißenberg mit 73 Litern pro Quadratmeter 13 Prozent mehr Niederschläge gemessen.

Der März war überall sonnenscheinreich. Im Südwesten Deutschlands schaffte es die Sonne auf fast 200 Stunden, aber auch der Hohe Peißenberg erreichte mit 170 Sonnenstunden (124 Prozent) eine Spitzenposition. Eine Schneedecke lag an 16 Tagen, dabei durchgehend vom 14.bis 26. März. Die höchste Windspitze betrug am 13. März. 97 km/h (Windstärke 10 der Beaufort-Skala).

Siegmar Lorenz
Wetterbeobachter, Observatorium Hohenpeißenberg

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