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Eng geht es zu auf dem alten Teil des Hohenpeißenberger Friedhofs.

Nur noch Urnenbestattung?

Alte Gräber sind zu klein für Särge

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Im alten Teil des Hohenpeißenberger Friedhofs geht es eng zu. So eng, dass dort künftig nur noch Urnenbestattungen möglich sind oder eine Spezialfirma beauftragt werden muss. Denn die Zeiten, in denen die Totengräber mit Tricks die Särge ins Grab quetschten, sind vorbei.

Hohenpeißenberg – Es grenzte mitunter an Himmelfahrtskommandos, was die Totengräber im alten Teil des Hohenpeißenberger Friedhofs zu leisten hatten, wenn sie einen Sarg in eines der engen Gräber dort bugsieren mussten. Einfach ein Loch zu graben, in das der Sarg dann eingelassen wird, ist bei rund 30 Gräbern, die zum Teil Familiengräber sind, aus Platzgründen nicht möglich.

Grabsteine sind umgekippt und ins offene Grab gestürzt

„Auf dem alten Friedhof haben wir teilweise ein Problem mit Sargbestattungen“, bestätigte Bürgermeister Thomas Dorsch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, nachdem sich Gemeinderat Rupert Weingartner (CSU/Parteilose) danach erkundigt hatte. „Die Unterhöhlung des Fundaments ist einer der Tricks, wie man den Sarg noch reinbringt.“ Diese Technik sei aufwendig und risikoreich gewesen. Dabei habe es manchmal gefährliche und unschöne Zwischenfälle gegeben, sagte der Bürgermeister. Zum Beispiel seien Grabsteine umgekippt und ins offene Grab gestürzt. „Zum Glück gab es dabei nie einen Personenschaden“, sagte Dorsch. Wie er berichtete, hat die Berufsgenossenschaft ihr Veto eingelegt und gefordert, die Mitarbeiter vor solchen Gefahren zu schützen. „Das geht heute nicht mehr, das muss sauber ablaufen“, sagte der Bürgermeister.

Um die Totengräber – in Hohenpeißenberg übernehmen diese Aufgabe regelmäßig die Bauhofmitarbeiter – nicht weiter diesen Gefahren auszusetzen, bietet die Gemeinde im alten, beengten Teil des Friedhofs auf dem Hohen Peißenberg nun nur noch Urnenbestattungen an. Wer einen Sarg beisetzen möchte, muss künftig die Kosten für eine Spezialfirma übernehmen, was die Beerdigungskosten stark erhöhen werde, wie Bürgermeister Dorsch meint.

Erdbestattung ist teurer

Damit die Betroffenen, die im alten und engen Teil des Friedhofs beigesetzt werden und deren Verwandte wissen, was auf sie zukommt, wenn sie sich für eine Sargbestattung entscheiden, wurden die Eigentümer der rund 30 Gräber über die Änderung informiert. „Die Leute sollten vorher wissen, dass die Kosten stark steigen, wenn sie eine Erdbestattung wünschen.“

Er halte diese Regelung für die beste, sagte Dorsch. Die hohen Kosten auf alle umzulegen, sei nicht vermittelbar und nur noch Urnenbestattungen zuzulassen, eine unnötige Härte. „Ich kann die Leute verstehen, die eine Erdbestattung wünschen“, sagte Dorsch, sie müssten allerdings vorher wissen, dass das teurer werde.

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