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Obstpressen in Peißenberg: Anton Hohenleitner und Theo Gerum befüllen zusammen mit Kundin Sieglinde Häringer aus Peißenberg die Pressmaschine. Dort werden die Äpfel grob gewaschen, gehäckselt und anschließend gepresst. Hans Fischer (r.) wartet schon darauf, die Maschine einschalten zu können. 

Obstpressen Peißenberg und Hohenpeißenberg

„Das schlechteste Jahr seit 2001“

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Peißenberg/Hohenpeißenberg – Nein, das war dieses Jahr nix. Sowohl in Peißenberg als auch in Hohenpeißenberg hatten die Obstpressen eine ruhige Saison – zum Bedauern der Vereine.

„Wir haben dieses Jahr vermutlich ein bisschen Verlust gemacht“, sagte Josef Bauer vom Verein für Gartenbau und Landespflege Peißenberg-Ammerhöfe. Der längste Presstag dauerte gerade einmal drei Stunden – in anderen Jahren war die Maschine pro Woche zwei Tage lang im Einsatz. Und so waren in diesem Jahr nach einer ersten Rechnung die Nebenkosten für den Verein höher als der Ertrag. Rund 18 Tonnen Äpfel wurden in den vergangenen Wochen verarbeitet – heraus kamen 13 200 Liter Saft. Zum Vergleich: 2015 – schon das war laut Bauer „ein mittelmäßiges Jahr“ – waren es 46 Tonnen und 33 500 Liter.

Auch in Hohenpeißenberg war der Ertrag heuer mau. 8739 Kilogramm Äpfel wurden hier zur Presse gebracht, 5233 Liter Saft so gewonnen. „Das war das schlechteste Jahr seit 2001“, sagt Ulrich Müller, zweiter Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Hohenpeißenberg. Im vergangenen Jahr sei das Doppelte erzielt worden. Der Spitzenwert wurde 2012 erreicht: Da wurden 57 000 Kilogramm zu 34 100 Litern verarbeitet. Eine Tendenz hat Müller zudem festgestellt: „Die Äpfel sind nicht mehr so saftig.“ 2001 waren 600 Kilogramm weniger abgegeben worden – der Verein gewann daraus aber mehr Saft. Woran’s liegt – Müller kann’s nicht sagen.

Für die diesjährige Pleite haben beide Vereinsvertreter eine Erklärung. „Das lag am Wetter“, ist Müller überzeugt. Vor allem in Mai und Juni gab es Starkregen. Das könnte ein Grund dafür sein, dass beispielsweise kein einziger Apfel der Sorte „Jakob Fischer“ abgegeben wurde. „Das ist ein früher Apfel“, sagt Müller. Auch Bauer sieht den Grund für das geringe Obstaufkommen im Wetter: „Wir hatten heuer Hagel, da hat’s einiges runtergehauen“, sagt er. „Und wegen der Kälte konnten die Bienen nicht fliegen.“

Das Interesse der Menschen am Saft der Äpfel hingegen sei nach wie vor groß. „Wir haben viele junge Familien, die zu uns kommen“, berichtet Bauer. Und Müller erlebt immer wieder, wie nach und nach auch die Kinder und Enkel der Kunden ihre Äpfel vorbeibringen.

An den Pressen treffen sie seit vielen Jahren die gleichen Gesichter. Neue Helfer zu finden, ist gar nicht leicht, sagt Bauer. Fünf Helfer braucht er pro Presstag mindestens. Um neue zu finden, hat er in Peißenberg ein Plakat aufgehängt. „Keiner hat sich gemeldet. Man muss die Menschen direkt ansprechen.“ So hat er heuer ein Ehepaar als Mitarbeiter gewinnen können. Er hofft, dass weitere Helfer dazu kommen. Das Pressen sei „harte Arbeit“, sagt Bauer. Trotzdem will er 2017 wieder mit anpacken. „Ich mach weiter, so Gott will.“ 

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