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Rund 100 Old- und Youngtimer waren am Sonntag auf dem Hohen Peißenberg zu sehen. 

Oldtimertreffen auf dem Hohen Peißenberg

Mit dem „Kistle“ auf den Gipfel

Wer am Sonntag  auf den Hohen Peißenberg fuhr, musste hinter einer längeren Fahrzeugschlange hinterherzuckeln. Vorneweg knatterten Bulldogs oder BMW-Isettas, VW-Käfer und alte NSU-Automobile zum „Gipfeltreffen“ – genauer gesagt zum traditionellen Oldtimertreffen des Motorsportclubs „MSC Bayerischer Rigi Hohenpeißenberg“.

Hohenpeißenberg – Das untere Parkdeck auf dem Hohen Peißenberg glich am Sonntag einem wunderbaren Nostalgie-Auto- respektive Motorradsalon mit rund 100 Old- und Youngtimern. Von Mercedes, Porsche und Abarth über Ferrari und Alfa Romeo bis hin zu Audi, Opel und amerikanischen Straßenkreuzern waren sämtliche namhafte Automarken und -typen vertreten. „Sehen und gesehen werden“ lautete das Motto der Oldtimerfans, die bis aus Fürstenfeldbruck, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen und dem Allgäu angereist waren.

Mit dabei war zum Beispiel auch „s’Kistle“ von Berthold und Viktoria Engstle. Der mit Wackeldackel auf der Rückbank ausgestattet VW-Käfer (Baujahr 1971) ist der ganze Stolz des Ehepaars aus Kissing/Aichach. „Eigentlich wollten wir mit unserem Käfer-Cabrio kommen, aber wegen des Regenwetters haben wir ihn genommen“, erklärte Viktoria Engstle mit Blickrichtung zum „Kistle“, das „einfach ein Auto mit Spaßfaktor ist, weil er so einfach ist“, wie der Ehemann ergänzte. Und es gibt noch einen Grund, warum es bei den Engstles unbedingt ein Käfer sein muss: „Bei uns im Augsburger Oldtimerclub haben die meisten nur englische Marken. Da brauchen wir auch etwas Deutsches“, erklärte Berthold Engstle.

„Etwas Deutsches“ hatte auch Andreas Schuster auf den Hohen Peißenberg chauffiert. Der blitzblank restaurierte BMW-315-Vierzylinder, Baujahr 1936, war einer der optischen Höhepunkte des Oldtimertreffens. Zehn Jahre war der Autosammler aus Birkland hinter dem seltenen Prachtstück her. „Die Bauweise und die Technik faszinieren mich. Das Auto ist so einfach zu reparieren“, schwärmte Schuster über seinen BMW, der oft auch als Hochzeitsauto im Einsatz ist: „Viele wollen ihn auch ausleihen, aber da geht gar nix“, erzählte Schuster schmunzelnd. Beim Hohenpeißenberger Oldtimertreffen ist der Birkländer jedes Jahr mit dabei, „weil es nicht so weit ist und keine Wertungsausfahrten stattfinden“, sagte Schuster. „Das mag ich nicht so. Ich will einfach nur Spaß haben und mit den Leuten fachsimpeln.“

Für „Benzingespräche“ gab es im lockeren Rahmen des ohne motorsportlichen Ehrgeiz organisierten Oldtimertreffens jede Menge Gelegenheit. Auch der neue Veranstaltungsort wertete das Treffen auf – in der Vergangenheit hatte es auf dem Bauhofgelände stattgefunden. Doch das war im Laufe der Jahre zu klein geworden – und den Hohen Peißenberg hatte der MSC „immer schon im Hinterkopf“, wie Vereinschef Bernhard Steigenberger verriet.

Am neuen Ort wird der Motorsportclub sehr wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren festhalten – auch wenn er beim Aufbau etwas mehr Aufwand bedeutet: „Hier oben brauchen wir schon anderthalb Tage, um die Zuleitungen und die Stromversorgung zu verlegen“, berichtete Steigenberger: „Früher beim Bauhof mussten wir nur den Stecker in die Dose stecken.“

Bernhard Jepsen

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