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Die Ortsumfahrung im Süden von Hohenpeißenberg soll die Anwohner entlasten.

Mit fünf Jahren Verspätung

Endlich wird die Ortsumfahrung Hohenpeißenberg eröffnet - vorübergehend

Nach jahrelangen und immer wieder stockenden Bauarbeiten wird am Montag die Hohenpeißenberger Ortsumfahrung an der B 472 freigegeben. Doch schon 2018 muss die Strecke noch einmal gesperrt werden.

Hohenpeißenberg - Böse Zungen behaupten, dass die Umfahrung von Hohenpeißenberg (Kreis Weilheim-Schongau) drei Eröffnungstermine hat: Der erste war im Juli, als die Bürger zum Straßenfest eingeladen waren, bei dem sie sich „ihre Straße“ einmal anschauen konnten, wenn sie schon nicht auf ihr fahren durften. Der nächste, der offizielle, ist an diesem Montag, wenn die rund 5,5 Kilometer lange Ortsumgehung von Hohenpeißenberg in Anwesenheit von Politprominenz für den Verkehr freigegeben wird - unter anderem der ehemalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt soll dabei zu Wort kommen. Und die dritte Eröffnung ist dann wohl im Sommer des nächsten Jahres, wenn die Straße dann endgültig fertiggestellt sein dürfte und erneut für den Verkehr freigegeben wird.

Dass die Ortsumgehung Hohenpeißenberg, deren Bau im Jahr 2009 im Rahmen des Konjunkturpaketes II bewilligt worden war, nämlich nach der offiziellen Eröffnungsfeier noch einmal für den Verkehr gesperrt wird, steht jetzt schon fest: Es muss unter anderem noch eine lärmarme Asphaltschicht aufgebracht werden und dafür muss der Verkehr der B 472 voraussichtlich im Sommer 2018 für mehrere Wochen mitten durch Hohenpeißenberg rollen. So, wie es bislang auch immer war.

Die Ortsumfahrung im Süden von Hohenpeißenberg soll die Anwohner entlasten.

Fertigstellung war schon für 2012 geplant

So holpernd wie die Eröffnung der Hohenpeißenberger Umfahrung läuft, so stockend verliefen die Bauarbeiten für das Projekt, das den rund 4000 Einwohner zählenden Ort Hohenpeißenberg vom Durchgangsverkehr entlasten soll: Beim Spatenstich im Juli 2009 wurde angekündigt, dass die B 472 drei Jahre später, also im Jahr 2012, fertiggestellt sein würde. Doch es traten während des Baus so viele Hindernisse und Schwierigkeiten auf, dass der damals im Staatlichen Bauamt für die Straßen im Landkreis Zuständige, Sven Maertz, im Januar 2012 im Hohenpeißenberger Gemeinderat Gerüchte zerstreuen musste, dass die Hohenpeißenberger Umfahrung gar nicht weitergebaut werden soll - immerhin wird damit eine der letzten Umfahrungen im Zuge des Ausbaus der B 472 umgesetzt, die von Marktoberdorf parallel zu den Alpen nach Miesbach führt.

Im Jahr 2010 hatte sich nämlich während der Bauarbeiten ein Hang in Bewegung gesetzt, was die Straßenbauarbeiten abrupt stoppte. Zunächst musste das Konzept zur Stabilisierung des Geländes überarbeitet werden. Um das Abrutschen des Hanges zu verhindern, wurden 2012 schließlich 730 Bohrpfähle bis zu zehn Meter tief in den Boden gerammt. Damals wurde noch das Jahr 2016 für die Fertigstellung anvisiert - vier Jahre später als noch beim Spatenstich geplant.

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Erst Lagerungsrobleme, dann belasteter Boden

Doch dann bremsten die nächsten Probleme den Straßenbau und es hieß, die Umfahrung könne erst im Jahr 2017 eröffnet werden: Erst konnte das ausgehobene Erdmaterial nicht in der vorgesehenen Grube gelagert werden, dann stießen die Straßenbauer auf belasteten Boden am ehemaligen Bergwerksgelände. Dieses unter anderem mit Sulfat verseuchte Material wurde zum großen Teil in einer Deponie nahe der Straße verpackt. Die Spezialfolie konnte nur bei ganz bestimmten Temperaturen verschweißt werden.

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Dennoch wurde am Eröffnungsjahr 2017 eisern festgehalten. Als Kosten waren ursprünglich 35 Millionen Euro angesetzt, beim Straßenfest im Juli war von 43,3 Millionen Euro die Rede.

Kathrin Hauser

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