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    Mit Wasser wurden in den letzten Tagen die dreckigen Spuren des Hochwassers in Peißenberg beseitigt.  Die Aufnahme entstand an der Bachstraße, wo die Schäden besonders groß sind.

Peißenberg

Millionenschaden durch Hochwasser

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Peißenberg - Während der Ort nach dem starken Unwetter noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist, steht bereits fest: Der Schaden wird in Millionenhöhe liegen.

Das Hochwasser vom vergangenen Wochenende wird Peißenberg noch einige Zeit beschäftigen. Daran lässt Bürgermeisterin Manuela Vanni keinen Zweifel. Bei einem Pressegespräch schätzte sie gestern den entstandenen Schäden für Anwohner und Gewerbetreibende auf rund 1,5 Millionen Euro. „Es hat einige schon sehr übel erwischt“, sagte Vanni. Was zudem an Kosten auf die Marktgemeinde zukommt, könne die Verwaltung „noch nicht abschätzen“. An Brücken, Straßen und Bachläufen dürften aber einige Schäden entstanden sein, die es zu beheben gilt – daran ist aber noch gar nicht zu denken. Zur Zeit beschränken sich die Arbeiten vor allem aufs Aufräumen. Der Bauhof ist damit beschäftigt, Dreck und Kies zu beseitigen sowie Gullis und Abflüsse wieder freizumachen.

Über 300 Einsatzkräfte im Einsatz

Bei dem starken Unwetter am Sonntagabend waren rund um den Wörthersbach vor allem Ludwigstraße, Iblherstraße, Jahnstraße, Bachstraße sowie der Bereich zwischen Liebhardtstraße und Richthofenstraße betroffen. Auch das Gewerbegebiet Am Holzgarten bekam viel Wasser ab. Außerdem trat der Fendter Bach über die Ufer und überflutete Grundstücke. An anderer Stelle hatten die Menschen zudem mit Grund- und Oberflächenwasser zu kämpfen, das in die Keller floss.

150 Keller mussten ausgepumpt werden

Über 300 Einsatzkräfte waren im Einsatz – Feuerwehren aus mehreren Orten, das Technische Hilfswerk und auch das Bayerische Rote Kreuz eilten nach Peißenberg. Rund 150 Keller wurden von den Ehrenamtlichen ausgepumpt. Die tatsächliche Zahl der Häuser mit Wasserschäden dürfte deutlich höher liegen – viele Peißenberger halfen sich aber gegenseitig. „Die Nachbarn haben aufeinander geschaut“, sagt Vanni. „Wir hätten sonst viel mehr Einsätze gehabt“, bestätigt auch der stellvertretende Bauamtsleiter, Gerold Grimm, bei dem Gespräch.

Gemeinde bietet kostenlose Müllentsorgung an

Die Gemeinde will den Betroffenen nun unkompliziert helfen. „Anwohner können alles, was beschädigt wurde, unentgeltlich am Bauhof abstellen“, sagte Vanni. „So kommen nicht noch Kosten für die Entsorgung auf sie zu.“ Vielleicht können die Betroffenen sogar auf Unterstützung vom Staat hoffen. Vanni wurde von der Regierung von Oberbayern beauftragt, ihr den entstandenen Schaden für Anwohner und Gewerbetreibende zu melden. Am kommenden Dienstag, 7. Juni, will der Landtag über mögliche Hilfen sprechen. Grimm gibt aber zu: „Das ist dann nur der Tropfen auf den heißen Stein.“

In der nächsten Gemeinderatssitzung geht es um Hochwasserschutz

Dass der kurze, aber starke Regenfall solch ein Ausmaß angenommen hat, zeigt auch, wie wichtig der Hochwasserschutz ist. Seit Jahren schon plant die Gemeinde, wie dieser umgesetzt werden kann. Am konkretesten ist derzeit der Plan für ein Rückhaltebecken westlich des ehemaligen BHS-Geländes – darüber wird in der nächsten Gemeinderatssitzung gesprochen. Es sind aber auch weitere Becken, unter anderem am Michelsbach und Sulzer Graben, geplant. Wann die Vorhaben umgesetzt werden können, steht noch nicht fest.

Grundlage für die Pläne ist eine Karte, in der überschwemmungsgefährdete Gebiete eingezeichnet sind. Bei dem Hochwasser am Sonntag hat sich laut Grimm „die ,Ü-Karte‘ in den meisten Bereichen leider bewahrheitet“.

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