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Am Kalkofensteg entfernten Forstarbeiter in den vergangenen zwei Wochen umgefallene Bäume und abgebrochene Äste aus den Steilhängen.

Ammertalstraße zwischen Peiting und Peißenberg 

Beliebter Forstweg entlang der Ammer gesperrt - Das ist der Grund

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Ammertalstraße ist bei Radlern und Wanderern beliebt, schließlich führt der Forstweg zwischen Peißenberg und Peiting oberhalb der Ammer auf Hohenpeißenberger Flur mitten durch die wunderschöne Natur. In den nächsten zwei Wochen müssen sich Ausflügler allerdings ein anderes Naherholungsziel suchen. Wegen dringender Forstarbeiten ist die Verbindung gesperrt.

Peiting/Hohenpeißenberg – Die Lage ist ernst, sehr ernst sogar. Und schuld hat „Sabine“. Der Wintersturm traf im Februar Deutschland mit voller Wucht und hinterließ auch in den Wäldern entlang der Ammer unübersehbare Spuren. Überall liegen umgeknickte Bäume, Äste bedecken den Boden. Ein Paradies für den Borkenkäfer. „Wenn wir das nicht aufarbeiten, gibt es erhebliche Schäden am Wald“, sagt der zuständige Revierleiter Hans Peter Schöler. Höchste Eile ist deshalb geboten.

Bereits in den vergangenen 14 Tagen rückten Forstarbeiter mit schwerem Gerät dem Windwurf im Bereich des Kalkofensteg zu Leibe, zogen per Seilbahn Stamm um Stamm aus dem unwegsamen Gelände. Da es sich um sensible Flächen handelt, hatte der Revierleiter vor der Aktion die Untere Naturschutzbehörde, den Tourismusverband Pfaffenwinkel und den WWF ins Boot geholt. Auch die Gemeinde Böbing sei informiert worden, so Schöler. Dass man ohne Rücksicht auf das Naturschutzgebiet großflächig rode, wie ein Leser der SN kritisch anmerkte, wies der Revierleiter zurück. Es gebe eine entsprechende Allgemeinverfügung der Regierung von Oberbayern zur Borkenkäferbekämpfung.

Wo die schweren Maschinen im Einsatz sind , warnen Schilder vor dem Betreten. Es droht Lebensgefahr.

Während der Arbeiten mussten die Wanderwege im Bereich des Kalkofenstegs gesperrt werden. „Das wäre sonst lebensgefährlich gewesen.“ Rund 300 Festmeter Holz arbeitete die beauftragte Firma auf, nicht nur, um dem Borkenkäfer die Grundlage zu entziehen, sondern auch, um die Sicherheit für Waldbesucher wiederherzustellen. „Hier an der Ammer sind oft Kindergartengruppen unterwegs“, weiß der Revierleiter. Da könne man es nicht verantworten, dass diese durch den Windwurf gefährdet würden.

Auch an der Schnalzkapelle hat „Sabine“ gewütet

Mit Abschluss der Arbeiten am Kalkofensteg zogen die Forstarbeiter am gestrigen Mittwoch weiter. Rund 800 Meter flussabwärts ist erneut ihr Einsatz gefragt. Im Bereich der Schnalzkapelle hat „Sabine“ ebenfalls kräftig gewütet. Rund 80 Festmeter Fichtenholz müssen in den nächsten Tagen aus den Steilhängen entfernt werden. Im Anschluss ist der Bereich rund um den Kohlgraben an der Reihe, wo rund 50 Festmeter Sturmholz aus dem Staatswald aufgearbeitet werden müssen. Weil der hier an einen Privatwald angrenze, drohe ansonsten auch für diesen Gefahr durch den Borkenkäfer. „Das wäre unverantwortlich.“

Im rot umkreisten Bereich an der Schnalzkapelle wird aktuell das Sturmholz entfernt. Die Ammertalstraße ist deshalb dort gesperrt.

An beiden Orten kommt aufgrund des unwegsamen Geländes eine Seilbahn zum Einsatz, um die Stämme herauszuschaffen. Weil zusätzlich schweres Gerät unterwegs ist, muss während der Arbeiten die Ammertalstraße im unmittelbaren Bereich komplett gesperrt werden. „Das Passieren wäre lebensgefährlich“, betont der Revierleiter und appelliert an Radler und Wanderer, sich an die Beschilderungen und Absperrungen zu halten. Damit diese nicht erst am Gefahrenbereich von der Sperrung erfahren, soll laut Schöler bereits an den Zufahrten auf Peitinger und Peißenberger Seite auf die Forstarbeiten hingewiesen werden. 

Rund zwei Wochen, schätzt der Revierleiter, wird es dauern, bis das Sturmholz aufgearbeitet ist. Immerhin: Am Sonntag, wenn die Arbeiten ruhen, soll die Ammertalstraße für den Ausflugsverkehr geöffnet werden. „Das ist in der aktuellen Zeit ein kleiner Lichtblick.“

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Zu einem Unfall kam es an einem Bahnübergang in Hohenpeißenberg: Ein BRB-Zug rammte ein Auto. Rettungskräfte und die Polizei waren im Einsatz.

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