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Die Kosten für den Spatenstich am neuen Berufsschulzentrum in Weilheim haben, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß sagt, nur „0,00014 Prozent der Bausumme“ betragen.

Umstrittener Antrag eines Schwaben

Petition gegen Spatenstiche: Für Politiker im Landkreis „Ein Witz“

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Schöne Tradition oder Verschwendung von Steuergeldern? Eine Petition im Bayerischer Landtag zur Abschaffung politischer Spatenstiche sorgte dieser Tage für Aufruhr. In der Region haben Lokalpolitiker eine klare Meinung dazu, ob die Schaufeln zukünftig weiter geschwungen werden sollen.

Landkreis – Spatenstiche abschaffen: Das möchte ein Bürger aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg, der dazu eine Petition im Bayerischen Landtag eingereicht hat. Seine Motivation? Der Steuerzahler soll entlastet werden. Für „überzogen“ hält diese Forderung Peitings Bürgermeister Michael Asam. „Wenn wir keine anderen Probleme haben, ist es ja gut“, sagt er. Zwar käme es immer darauf an, in welcher Größenordnung zum Spatenstich eingeladen wird. Doch die Kosten, die bei solchen Veranstaltungen entstehen, seien „durchaus vertretbar“. Laut dem Bürgermeister fallen „in der Regel etwa 200 bis 300 Euro“ an.

Wie viel die Schaufeln kosten, die für die Politiker bereitstehen, kann er nicht sagen: „Die Spaten kommen meist von den Baufirmen.“ Ab und an würden einige davon nach der Veranstaltung an die Teilnehmer verschenkt werden. „In Herzogsägmühle weiß ich, dass die Schaufeln wieder für kommende Veranstaltungen verwendet werden“, erklärt er weiter, „dort finden relativ häufig Spatenstiche statt.“ Asam selbst war in über 35 Jahren als Bürgermeister bei etwa 20 Spatenstichen dabei.

Bürgermeister Dorsch: „Verteilen keine Spaten aus Gold“

In Hohenpeißenberg sieht es Bürgermeister Thomas Dorsch ganz ähnlich. „Von den Kosten her ist das nicht dramatisch“, sagt er, „die Spaten werden anschließend wieder für die Arbeit verwendet.“ Die Veranstaltungen hätten für ihn symbolischen Charakter. „Wenn es Getränke und Brezen für die Anwesenden gibt, ist das völlig im Rahmen“, sagt er. Die Petition ist für den Bürgermeister „ein Witz“. „Wenn goldene Schaufeln verteilt werden würden, hätte ich auch etwas dagegen. Aber ich kann versichern, dass ich in meinem Büro keinen Spaten stehen habe“, so Dorsch.

„An zwei Händen abzählen“ kann Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner die Spatenstiche, die sie während ihrer fünfjährigen Amtszeit bislang erlebt hat. „Ein Spatenstich ist immer der Auftakt für etwas Großes, Neues“, sagt sie, „man wünscht damit einen unfallfreien und erfolgreichen Bauverlauf – vielleicht zu vergleichen mit einem Pfarrer, der einen Segen spricht.“

Bürgermeisterin Zehetner: „Sichtbares Zeichen für alle Bürger“

Auch größere Veranstaltungen,wie der Spatenstich für die Weilheimer Berufsschule, zu der im Juli vergangenen Jahres Ministerpräsident Markus Söder angereist war, hält Zehetner für angemessen. Als Kreispolitikern war sie ebenso wie zahlreiche andere Gäste dabei. „Der Planungsetat für dieses Projekt beträgt 70 Millionen Euro. Da finde ich eine solche Veranstaltung wichtig. Sie ist für alle Beteiligten und Bürger ein Zeichen dafür, dass es jetzt losgeht.“

Landrätin Andrea Jochner-Weiß sieht Spatenstiche als „Meilensteine im Bauprozess“. „Für mich ist das eigentlich gar keine Diskussion wert“, sagt sie, „solange die Veranstaltungen nicht verboten werden, wird es sie im Landkreis weiterhin geben.“

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Was den Festakt der Weilheimer Berufsschule betrifft, kann das Landratsamt genaue Angaben machen. Geladen waren 150 Gäste. Ausgegeben wurden rund 10 000 Euro. Dazu würden das Festzelt, das Catering mit Essen und Getränken, Spaten und Helme, die Stadtkapelle, die Tontechnik, „GEMA“-Gebühren, interne Personalkosten für Organisation und Angebotseinholung sowie die Personalkosten für Hausmeister gehören, so Jochner-Weiß. Die Kosten für den Spatenstich würden insgesamt – sie hat nachgerechnet – „0,00014 Prozent der Bausumme“ betragen.

Als Erinnerung an die Veranstaltung durften die Teilnehmer hier im Übrigen tatsächlich die Spaten, auf deren Holzstiel die Gäste unterschrieben hatten, behalten. „Im Landratsamt haben wir einen davon stehen“, sagt die Landrätin, „das ist aber schon ungewöhnlich.“ nema

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