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Statt Straße ein Dorfplatz: Gegenüber des neuen Schächen soll die neue Ortsmitte von Hohenpeißenberg entstehen.

Beim Schächen in Hohenpeißenberg

Plan B für die neue Ortsmitte

Dass in Hohenpeißenberg in den kommenden Jahren ein neues Ortszentrum entstehen soll, ist beschlossene Sache. Dafür wäre ein Grundstück an der katholischen Kirche gut geeignet. Da sich die Grundstücksverhandlungen mit der Diözese zäh gestalten, will die Gemeinde nun zusätzlich einen Plan B verfolgen.

Hohenpeißenberg – Die Ortsmitte von Hohenpeißenberg soll in den kommenden Jahren ein vollkommen neues Gesicht erhalten (wir berichteten). Es soll eine neue Ortsmitte um den neuen Schächen herum entstehen. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde bereits gemacht: Der neue Schächen soll einen „grünen Kragen“ erhalten. Ideen dazu haben Hohenpeißenberger in einer Bürgerwerkstatt gesammelt. Diese werden derzeit von einem Planungsbüro genauer ausgearbeitet. Die Ergebnisse sollen in der Bürgerversammlung am Donnerstag, 8. November, vorgestellt werden. „Der ,grüne Kragen’ soll nächstes Jahr umgesetzt werden“, sagt Bürgermeister Thomas Dorsch.

Doch die Pläne reichen noch viel weiter: Hohenpeißenberg soll eine echte Ortsmitte erhalten, mit einem Dorfplatz, der sich als Treffpunkt für Jung und Alt eignet. Dafür haben sich bei Bürgerbefragungen viele Hohenpeißenberger ausgesprochen und auch schon Ideen gesammelt: Viele wünschen sich eine verkehrsberuhigte Zone in diesem Bereich und einen Dorfbrunnen.

Egal, welche Pläne dabei umgesetzt werden, zunächst einmal müsste die Ortsdurchfahrt an dieser Stelle verlegt werden, damit Platz für einen Dorfplatz entsteht. Die Chancen viele Pläne umzusetzen, stehen gut, denn Hohenpeißenberg wurde in das Städtebauförderprogramm aufgenommen. „Das ist natürlich ausschlaggebend“, sagt Dorsch.

Dass die Gemeinde überhaupt von einem Dorfplatz träumen kann, wurde erst durch die Umfahrung von Hohenpeißenberg möglich. Seitdem ist die Ortsdurchfahrt keine Bundesstraße mehr, was diverse Chancen bietet, wie zum Beispiel eine Verkehrsberuhigung. Ob der Traum von einer Ortsmitte in Hohenpeißenberg Wirklichkeit wird, steht aber noch in den Sternen, denn dazu würde ein Grundstück benötigt, das der katholischen Kirche gehört. „Es geht um das circa 1000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Kindergarten und buntem Bushäuserl“, beschreibt Dorsch. Die Gemeinde habe sich bereits vor etlichen Monaten mit der Bitte an die Kirche gewandt, die Fläche kaufen zu können, die derzeit nicht genutzte Wiese ist.

Die Verantwortlichen vor Ort, Pfarrer Dr. Robert Kröpfl, sowie der Pfarrgemeinderat hätten gegen einen Verkauf nichts einzuwenden – im Gegenteil: „Die sehen das als Win-Win-Situation“, sagt der Bürgermeister, schließlich müsse die Fläche ja auch gepflegt werden. Aber das Bistum in München ist zuständig und prüft seit Monaten, ob der Grund der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden kann. „Die Prüfung dauert schon ewig, die Mühlen der Kirche mahlen sehr langsam“, sagt Dorsch. „Es ist mühsam.“

Dass das Bistum noch zu keinem Ergebnis gekommen ist, bestätigt auch Bettina Göbner von der Pressestelle des Bistums München. „Es ist grundsätzlich gar nicht so einfach für die Kirche, ein Grundstück zu verkaufen“, sagt sie. Das liege daran, dass jede Pfarrei eine Stiftung sei, für die Stiftungsrecht gelte. „Das Vermögen einer Stiftung darf durch ein Geschäft nicht verkleinert werden“, sagt Göbner.

Grundsätzlich sei die Kirche bereit, das Grundstück abzugeben, auch, weil sie die Pläne der Gemeinde unterstützen wolle. Es müsse aber gewährleistet sein, dass die Kirche dadurch, dass sie das Grundstück verkauft, keine finanziellen Nachteile erleide, so Göbner. Deswegen verkaufe die Kirche in der Regel nicht. „In Hohenpeißenberg ist deswegen auch angedacht, dass die Fläche nicht verkauft sondern eingetauscht wird.“

Dabei sei nun problematisch, dass für einen Tausch ein gleichwertiges Grundstück gefunden werden müsse, was in diesem Fall nicht einfach sei. Die Fläche, um die es gehe, liege zentral und sei grundsätzlich bebaubar und deswegen theoretisch eine gute Einnahmequelle. Derzeit prüfe ein externer Fachmann, was die Fläche wert sei, wenn das Baurecht mit betrachtet würde. „Das dauert noch ein bisschen“, sagt Göbner. Anschließend wolle die Kirche das Gespräch mit der Gemeinde suchen.

Das will der Hohenpeißenberger Gemeinderat nun aber nicht mehr abwarten. Weil die Planung weitergehen muss, soll nun zusätzlich zum Plan mit dem Kirchengrundstück auch ein Alternativplan verfolgt werden – für den Fall dass das Grundstücksgeschäft mit der Kirche platzt. „Das wäre aber wirklich nur die zweitbeste Lösung“, betont Dorsch.

Kathrin Hauser

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