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Die Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg.

Jakob Mois war der letzte Pfarrer der Wallfahrtskirche

Genau der richtige Seelsorger für den Berg

Hohenpeißenberg - Jakob Mois verließ vor 35 Jahren den Hohen Peißenberg. Er war der letzte Pfarrer der Wallfahrtskirche.

Jakob Mois hat sich viel mit Geschichte befasst. 

 Viele ältere Hohenpeißenberger können sich noch gut an den ruhigen, stillen und immer freundlichen Menschen erinnern. Jakob Mois war Wallfahrtspriester, Seelsorger und Betreuer der Wallfahrtsstätte auf dem Hohen Peißenberg. Vor 35 Jahren zog er zurück nach Rottenbuch, in seine Heimat. Zeit für einen Rückblick auf einen beachtenswerten Menschen, der für die Wallfahrtsstätte auf dem Hohen Peißenberg sehr viel getan und geleistet hat.

Dr. hc. Jakob Mois war von 1965 bis 1981 Wallfahrtskurat. Doch was für ein Mensch war er? In einem Satz ist das schwer zu formulieren. Mois war ein sehr feinsinniger, hoch gebildeter und leiser Mensch, laute Töne waren ihm fremd. Den groß gewachsenen Historiker zeichnete sein Fleiß aus, er tat viel für die Aufarbeitung von alten Schriften und Akten. Er war ein Kenner von Matthäus Günther und der vielen heimischen Künstler des 17. und 18. Jahrhunderts.

Wir verdanken ihm sehr viel Wissen über die Geschichte des Klosters Rottenbuch und damit auch der Wallfahrtsstätte auf dem Hohen Peißenberg, sein Forschergeist hat unzählige Dokumente zutage gebracht – er hat viel gelesen, analysiert und zu Papier gebracht.

Jahrein, jahraus las er zudem die beiden Sonntagsmessen und unter der Woche die Frühmesse, welche im Winter nicht selten nur von einer Handvoll Gläubiger besucht wurde. Der Weg auf den Berg bei Eis und Schnee forderte von den meist schon älteren Kirchenbesuchern einiges ab. Mois war für viele der Gläubigen und Wallfahrer eine wichtige Anlaufstelle.

Er war genau der richtige Seelsorger für den Berg. Er, der den Berg schon seit seiner Kindheit kannte, kam auf seine „alten Tage“ wieder in den Bereich des Klosters Rottenbuch zurück, das zwei Jahrhunderte vorher die Seelsorge für den Hohen Peißenberg innehatte. Das Alter forderte allerdings irgendwann seinen Tribut. Da Mois kein Auto hatte, musste er alles zu Fuß erledigen, der Weg vom Berg in den Ort oder zum Bahnhof wurde mit zunehmenden Alter immer beschwerlicher. Dies führte dann letztlich zu seinem Entschluss, wieder in den Geburtsort, seine alte Heimat Rottenbuch, zu ziehen. Dort war er die restlichen Jahre immer noch aktiv in der Erforschung der Klostergeschichte tätig.

In Hohenpeißenberg merkten die Gläubigen schnell, dass Mois fehlte. Pfarrer Bernhard Baur war im Ort in der Pfarrkirche mit der Seelsorge und den Verwaltungsaufgaben hinreichend beschäftigt, um die Wallfahrtskirche brauchte er sich dank Mois nicht zu kümmern. Mit dem Weggang des Rottenbuchers kam diese Aufgabe jetzt auch noch hinzu. Ein Pastoralreferent übernahm damals die Aufgabe, seelsorgerisch für die Menschen, die auf den Berg pilgerten, da zu sein.

Im Nachgang kann festgestellt werden, dass mit Mois ein großer Förderer und Erforscher des alten bayerischen Marien-Wallfahrtsortes auf dem Berg gegangen war. Der Rottenbucher, umsorgt von den Don-Bosco-Schwestern, starb schließlich im hohen Alter von über 90 Jahren am 23. Januar 1998 in seiner Heimat. Er wurde dort auf dem Friedhof beerdigt.

Der Autor

Rudolf Hochenauer ist Hohenpeißenberger und Hobby-Heimatforscher. Er ist sich sicher, dass es „der bescheidene Jakob Mois“ nicht gewollt hätte, „dass man über ihn schreibt“. Aber Hochenauer findet auch: „Wir als Hohenpeißenberger sind es diesem Mann schuldig, dass wir uns an ihn erinnern.“ Hochenauer hat Pfarrer Mois selbst gekannt – er war Ministrant, als der Rottenbucher in der Wallfahrtskirche tätig war.

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