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Deutschunterricht: Die Sprache spielt eine wichtige Rolle bei der Integration.

Rund 80 Flüchtlinge in Hohenpeißenberg

Mehr Asylbewerber, aber nicht mehr Helfer

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Hohenpeißenberg - Rund 80 Flüchtlinge  leben derzeit in Hohenpeißenberg. Der Unterstützerkreis kann ihre „individuelle Förderung“ kaum noch leisten.

48, besser noch 72 Stunden lange Tage könnten Monika Bitzl und Alexandra Röthlingshöfer bestens gebrauchen. Denn während die Zahl der Helfer im Hohenpeißenberger Asyl-Unterstützerkreis konstant bleibt, kommen immer mehr Flüchtlinge in die Gemeinde. Derzeit leben rund 80 Asylbewerber aus sechs Nationen in Hohenpeißenberg – im Februar waren es noch 50. Unterstützer sind es rund 35, darunter 15, die laut Bitzl „sehr viel machen“.

Bisher waren die Flüchtlinge in zwei Gemeinschaftsunterkünften – eine davon mit Selbstversorgung, eine mit Verpflegung – untergebracht. Nun hat der Landkreis ein weiteres Haus angemietet, in dem eine jesidisch-irakische Großfamilie mit sieben Kindern untergebracht wurde. Drei Unterkünfte, „drei verschiedene Modelle“, sagt Bitzl. Anfangs wurde im Ort befürchtet, dass das vor allem bei den Gemeinschaftsunterkünften zu Konflikten führen könnte. Bisher aber gebe es keine Probleme wegen der unterschiedlichen Versorgungsvarianten, sagt Bitzl. Die Zusammenarbeit mit der anfangs umstrittenen Unterkunft „Villa Musica“ klappe zudem „wunderbar“.

Sie lobt auch die Asylbewerber, von denen sich viele gut in der neuen Umgebung eingefunden haben. „Viele sind sehr motiviert“, sagt Bitzl. Einige von ihnen hätten Jobs in der Gemeinde gefunden. Die Arbeitgeber seien „sehr zufrieden“, bestätigt Röthlingshöfer, die auch Zahlen parat hat. In der seit November 2014 belegten Gemeinschaftsunterkunft leben beispielsweise derzeit 41 junge Männer – 16 haben eine Arbeitsstelle, darunter Teilzeitjobs, fünf besuchen einen Integrationskurs, fünf weitere die Berufsschule.

Obendrein bietet auch der Unterstützerkreis Sprachkurse an. Das aber ist gar nicht leicht. Zum einen, weil immer wieder neue Flüchtlinge nachkommen, zum anderen, weil sie in ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten lernen. Deshalb kümmerte sich zum Teil ein Lehrer um einen Asylbewerber. Vor allem jene, die eine Schule besuchen, benötigten die besondere Unterstützung, zum Beispiel bei den Hausaufgaben. Da aber immer mehr Asylbewerber auf eine gleich bleibende Zahl Helfer treffen, „können wir die individuelle Förderung kaum noch leisten“, sagt Bitzl. Trotzdem sind die Erfolge sichtbar. Das zeigt sich unter anderem bei Ausflügen. „Früher war das ein Nebeneinander der verschiedenen Nationen“, sagt Bitzl. „Jetzt ist es ein Miteinander, weil sie eine gemeinsame Sprache haben: Deutsch.“

Neben dem Unterricht bietet der Unterstützerkreis aber noch viel mehr an: unter anderem einen Spielenachmittage, eine Kleiderkammer und einen Fahrradverleih. Etwa 45 Räder stehen zur Verfügung – ein Unterstützer organisiert und repariert sie und kümmert sich um den Verleih. Zudem helfen die Ehrenamtlichen den Asylbewerbern bei Behördengängen und übersetzen Briefe. Auf der Suche ist der Unterstützerkreis derzeit noch nach einem Schwimmlehrer. Denn dass viele Nichtschwimmer unter den Asylbewerbern sind, „macht uns Sorgen“, sagt Röthlingshöfer.

Auch Anerkannte werden nicht im Stich gelassen – denn die stehen vor neuen Herausforderungen. Sie brauchen einen Ausbildungs- oder Studienplatz – und auch eine Wohnung samt Einrichtung. „Sie wissen zum Teil gar nicht, was sie brauchen und wo sie das bekommen. Putzeimer zum Beispiel“, sagt Bitzl. Deshalb bekommen auch sie weiter Hilfe – es werden noch Interessierte gesucht, die die Flüchtlinge auf dem Weg in ihr neues Leben begleiten. Derzeit kümmert sich der Unterstützerkreis um fünf Anerkannte. Aber auch deren Zahl wird steigen.

Wer helfen möchte,

kann sich bei Alexandra Röthlingshöfer (0151/ 25089112), Monika Bitzl (0175/3709495) und per Mail an hohenpeissenberg@asyl imoberland.de melden.

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