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Viel Rauch machten die Spanplatten, die im Innern des Containers brannten. Die Feuerwehr Huglfing sicherte die Übung mit zwei Männern ab. 
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Sitzt, passt, und es gibt Luft: Bevor es zum Feuer in den Brandcontainer ging, wurden die Atemschutzgeräte der Teilnehmer überprüft.

Schulung der Feuerwehr im Brandcontainer

Auf einmal kommt die Feuerwalze

In dieser Woche werden Feuerwehrmänner aus dem Landkreis im Container fürs Tragen von Atemschutzgeräten geschult. Unter Bedingungen, die sie jederzeit in einem Einsatz erleben können.

Hohenpeißenberg – Dunkler Qualm steigt in den Himmel über Hohenpeißenberg auf. Es riecht verbrannt. Viele einzelne schwarze Rauchschwaden dringen aus dem offenen Tor des roten Containers ins Freie. Drinnen lodern Flammen. Vor dem Feuer knien neun Feuerwehrmänner, die vor den leuchtenden Flammen wie Schattenrisse aussehen. „Schwarzer, pulsierender Rauch ist ein Zeichen dafür, dass es eine Rauchgasdurchzündung gibt“, sagt Kreisbrandmeister Bernhard Pössinger, der Atemschutzbeauftragter ist. Wenn dies ein echter Brandeinsatz sei, müsse in diesem Stadium sehr genau abgewogen werden, ob es nicht ausreiche, von außen zu löschen.

Aber nicht ein echter Feuerwehreinsatz ist der Grund dafür, dass die Feuerwehrmänner im brennenden Container möglichst nah am Boden kauern, sondern eine Übung – genauer ein „Training für Atemschutzgeräteträger“, bei dem in dieser Woche 64 Einsatzkräfte von 31 Feuerwehren im Landkreis im Umgang mit Atemschutzmasken und -geräten geschult werden. Die Teilnehmer haben bereits den Grundlehrgang für Atemschutzgeräteträger hinter sich, bei dem sie vor allem viel Theorie vermittelt bekommen haben. Der praktische Teil soll nun im roten Brandcontainer erfolgen. Die Feuerwehrleute werden dabei mit echtem Feuer konfrontiert, um sich in einem geschützen Raum möglichst praxisnah auf den realen Einsatz vorzubereiten. Zu diesem Zweck wurde der Container nach Hohenpeißenberg gebracht. Er ist das ganze Jahr unterwegs, weil in ihm Feuerwehrleute im ganzen Land geschult werden. In seinem Innern, an den Toren und Türen finden sich die Spuren seiner vielen Einsätze: Dort ist er nicht mehr rot sondern kohlrabenschwarz.

In dem Moment gibt es eine Feuerwalze, einen „Flashover“, wie es in der Feuerwehr-Sprache heißt, wenn das Schadenfeuer schlagartig zu einem Vollbrand wird: Die Flammen schießen durch das Container-Tor, so als ob sie sich das Dach greifen wollten. Pössinger ist begeistert: „Heute ist es ideal“, sagt er. Die Temperatur an der Decke des Containers liege jetzt zwischen 400 und 600 Grad. Es sind nur sechs Pressspanplatten, die im Innern des Containers brennen – und die verursachen jede Menge Rauch. „Wenn man sich vorstellt, wie viele Spanplatten ein Schlafzimmerschrank hat ...“, sagt Pössinger.

Mit den Feuerwehrmännern der Feuerwehren Huglfing, Oderding, Habach und Birkland, die heute geschult werden, ist ein Ausbilder im Container, der alles überwacht und viele Dinge demonstriert. „Den Teilnehmern werden verschiedene Möglichkeiten gezeigt“, sagt Pössinger, damit sie Erfahrungen mit echten Bränden sammeln könnten. Es würden auch diverse Löschtechniken ausprobiert, um zu schauen, wie das Feuer darauf reagiere. Dennoch – ein allgemein gültiges Rezept gebe es nicht: „Jeder Brand ist anders“, sagt er.

Dann kommen die Feuerwehrmänner aus dem Brandcontainer heraus. Für sie ist die Übung beendet. Aus dem Container steigt noch eine Weile Rauch in den Himmel über Hohenpeißenberg. Inzwischen ist er weiß.

Kathrin Hauser

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